Schalkes Trainer bringt sich in Stellung

Spekulationen zum Trotz: "Motor" Tedesco geht in die Offensive

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Trainer Domenico Tedesco besitzt auf Schalke noch einen bis 2022 gültigen Vertrag.

Nach dem Aus von Manager Christian Heidel wird auch über die Ablöse von Domenico Tedesco spekuliert. Schalkes Trainer bringt sich in Stellung und wirbt fast schon in eigener Sache.

Gelsenkirchen - Die Laune hätte kaum besser sein können. Dabei trotzt sie der aktuellen Situation. Der auf Schalke. Und seiner eigenen. „Glück auf“, ruft Domenico Tedesco, als er den Presseraum der Arena betritt. Der 33-Jährige geht in die Offensive. So, als wolle er zeigen: „Seht her, ich bin da und verstecke mich nicht.“

Es erweckt den Eindruck, als kenne Tedesco solche Situationen. Aber in seiner jungen Karriere hat er so etwas noch nicht erlebt. Sportvorstand Christian Heidel ist nicht mehr da. Und damit auch nicht mehr seine Rückendeckung. Längst ist Tedesco in den Fokus gerückt. Sogar von Endspielen und möglichen Nachfolgern wird bereits gesprochen.

Doch der Deutsch-Italiener lächelt das alles weg. „Es geht nicht um mich“, erklärt Tedesco: „Es geht um Schalke, um die Mannschaft.“ Aber eben jene ist mit seiner Arbeit, ja vielleicht sogar auch mit seinem Schicksal bei den Königsblauen verknüpft.

Aussprache nach Leblos-Auftritt in Mainz

Der blutleere Auftritt bei der jüngsten 0:3-Niederlage in Mainz ließ die Zweifel am Chefcoach wachsen. „Dieses Spiel war schwer zu verkraften, da haben wir schon ein paar Tage gebracht“, räumt er ein. Und erzählt von einem ausführlichen Gespräch mit dem Team am Tag danach: „Wir hatten eine gute Nacharbeitung – und zwar nicht im taktischen Sinne. Es war eine Aussprache, an der sich jeder beteiligt hat. Auch die Jungs, die sonst eher zurückhaltend sind. Das zeigt, dass die Situation an keinem spurlos vorbeigeht.“ Was er damit ausdrücken will: Die Mannschaft ist intakt.

Doch es fehlte ihr zuletzt an den Grundtugenden. An den Pranger stellen will Tedesco dafür aber niemanden. „Alle Spieler auf Schalke haben die Berechtigung, hier zu sein“, sagt er. „Aber wir müssen diejenigen identifizieren, die für diese Situation passend sind. Es gibt Spieler, die in einer positiven Serie richtig aufblühen, aber mit Pfiffen nicht umgehen können. Das brauchen wir jetzt nicht. Wir brauchen Jungs, die Gas geben.“

Trainer kämpft auch um seine Zukunft

„Gas geben“ – es war das Stichwort mit Blick auf das anstehende Heimspiel am Samstag gegen Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker). Tedesco weiß: Gibt seine Truppe Gas, wird er weniger infrage gestellt. An seiner eigenen Einstellung mangelt es ohnehin nicht. Dennoch muss er liefern. Und bringt sich in Stellung. Will zeigen, dass er auch über die Saison hinaus der richtige Trainer ist.

Bilder vom Schalker Untergang in Mainz

„Ich möchte gerne der Motor sein“, sagt Tedesco: „Ich bin nicht nur für Schalke da, wenn es gut läuft. Ich bin auch stolz, in so einer Situation da zu sein. Ich habe noch viel Energie in mir, aber sollte irgendwann mal nur noch ein Korn da sein, bin ich gerne bereit, das für Schalke zu geben. Das müssen wir auf die Spieler transportieren.“

Tedesco will vorangehen

Die Rückendeckung vom Klub, sagt Tedesco, spüre er nach wie vor. In den vergangenen drei Tagen habe er täglich mit Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies telefoniert. Ob er ihm das Vertrauen ausgesprochen hat? „Hat er nicht, aber das braucht er auch nicht“, sagt Tedesco: „Meine Zukunft sehe ich auf Schalke. In der Krise zeigt sich der Charakter, ich möchte für Schalke da sein.“ Auch mit Heidels Nachfolger Jochen Schneider, den er noch aus Stuttgart kennt, habe es bereits Kontakt gegeben. Tedesco: „Es waren sehr gute Gespräche. Er hat klare Ideen, die zu Schalke passen.“

"Die richtigen Spieler identifizieren": Schalke im Mentalitäts-Check

Doch natürlich weiß auch der 33-Jährige, wie das Geschäft läuft: „Es bringt nichts, darüber zu sprechen. Am Ende brauchen wir die verdammten Punkte.“

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