Schalke

Tedesco kommt an Goretzka noch nicht vorbei

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Der eine geht bald, der andere ist noch nicht richtig angekommen: Leon Goretzka (links) und Nabil Bentaleb.

Ein Wachwechsel auf der Spielmacher-Position kommt für Bentaleb derzeit zu früh: Tedesco wird weiter auf Goretzka setzen müssen.

Gelsenkirchen - Vor der Partie gegen den SV Werder Bremen hatte Domenico Tedesco in bester Pep-Guardiola-Manier lobende Worte für Nabil Bentaleb gefunden: „Er hat super, super trainiert“, hatte der Schalker Cheftrainer auf der Pressekonferenz vor der Partie begeistert berichtet. Am Samstag wechselte Tedesco den Franko-Algerier in der Halbzeitpause wieder aus. Nach durchweg enttäuschender Leistung.

Der 23-jährige Mittelfeldspieler, der im August 2016 zunächst auf Leihbasis von Tottenham Hotspur nach Gelsenkirchen gekommen war und Anfang 2017 einen festen Vertrag bis Juni 2021 erhalten hatte, tut sich weiterhin schwer beim FC Schalke 04. Der im nordfranzösischen Lille geborene Bentaleb gilt zwar als hoch veranlagter Spieler, aber auch als nicht allzu einfacher Charakter. Seine Reputation innerhalb des Kaders soll sich in Grenzen halten. Und bislang ist es dem Mittelfeldspieler nur selten gelungen, dieses Manko durch Leistungen, die seinem Talent entsprechen, auszugleichen. Auch am Samstagbeim 1:2 gegen Bremen nicht, als er nach längerer Verletzungspause erstmals wieder in der Startelf stand.

Blasse Vorstellung gegen Werder Bremen

Jedenfalls widersprach Bentalebs Leistung in den ersten 45 Minuten gegen Bremen den Erwartungen, die er offenbar in den Übungseinheiten der vergangenen Woche geweckt hatte. „Er hat spielen dürfen, weil er sich diesen Einsatz im Training erarbeitet und verdient hat. Und nicht, weil wir ihm ein Geschenk machen wollten“, sagte Domenico Tedesco nach der Partie gegen Bremen, in der die Schalker insbesondere im ersten Durchgang eine blutleere Vorstellung geboten hatten, die der Cheftrainer selbst als „nicht gut“ bezeichnet hatte. Auf die Frage, ob er sich mehr von Bentaleb erwartet habe, sagte Tedesco: „Er war lange Zeit außer Gefecht.“

So wurde die Rückkehr in die Startelf für Bentaleb zunächst einmal ein Rückschlag. Zwar ist sich Sportvorstand Christian Heidel sicher, dass sich der algerische Nationalspieler „jetzt Schritt für Schritt der Leistung annähert, die er bringen kann“. Ob er aber die Lücke, die Leon Goretzka nach dieser Saison durch seinen Wechsel zum FC Bayern München reißen wird, adäquat wird füllen können, ist nach dem bisherigen Verlauf seines Engagements auf Schalke fraglich.

Goretzka ist weiterhin nur schwer wegzudenken

Auch gegen Bremen zeigte sich erneut, wie wichtig Goretzka für das Spiel der Schalker weiterhin ist. Nach seiner Einwechselung stabilisierte sich die Mannschaft sichtlich, übernahm die Kontrolle und war dem Treffer zum 2:0 sehr nahe. „Man hat gesehen, dass Leon ein wichtiger Spieler ist, der viel dazu beigetragen hat, dass wir in der zweiten Halbzeit über weite Strecken gut agiert haben“, urteilte Heidel. Auch die Pfiffe der Schalker Anhänger, die anfänglich ihre Enttäuschung über den Weggang von Goretzka nicht hatten verhehlen können, hielten sich am Samstag in Grenzen. Sehr zur Freude von Heidel: „Die Fans haben ein feines Gespür dafür. Sie haben sich so verhalten, wie wir es uns erhofft haben. Wir können in dieser Beziehung schließlich nichts fordern.“

Gegen Wolfsburg dürfte Goretzka in der Startelf stehen

So dürfte Goretzka, der zuletzt aufgrund von Hüftschmerzen nur wenig trainiert hatte, am Mittwoch im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den VfL Wolfsburg (20.45 Uhr/bei uns im Live-Ticker) anstelle von Bentaleb wieder in der Startelf stehen. Noch scheint es für einen Wachwechsel auf dieser so wichtigen Position zu früh.

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