Kapitän wirbt für Verstärkungen

Stumpfe Offensive zwingt Schalke zum Handeln

Schalkes Fabian Reese (r.) gab gegen Freiburg sein Startelf-Debüt in der Bundesliga.
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Schalkes Fabian Reese (r.) gab gegen Freiburg sein Startelf-Debüt in der Bundesliga.

Gelsenkirchen - Beim Remis gegen den SC Freiburg ist Schalke 04 vor allem in der Offensive der aktuelle personelle Notstand deutlich anzumerken. Der Kapitän rät zu Verpflichtungen im Winter.

Kurz nach dem Schlusspfiff wurde auf dem Videowürfel in der Arena die Weihnachtsgeschichte in der Schalker Version gezeigt. Ein sehr lustiges Filmchen, in dem Manager Christian Heidel den Vorlese-Onkel gab, Benedikt Höwedes den Joseph, Sascha Riether die Maria mit Dreitagebart und Naldo einen strahlenden Rauschgold-Engel, der schließlich verkündet: „Euch ist heute ein neuer Kuzorra geboren!“

Einer wie Kuzorra, der Kreisel-Legende aus den 30er Jahren, dürfte sicherlich ganz oben auf der Wunschliste von Markus Weinzierl stehen. Selten war ein Cheftrainer in der Bundesliga derart von Ausfällen gebeutelt wie der 41-Jährige.

Am Samstag hatte es gegen den SC Freiburg nur zu einem 1:1 (0:0) gereicht. Zum einen, weil dem FC Schalke 04 faktisch kein Strafraumstürmer zur Verfügung stand. „Wenn einer dabei gewesen wäre, hätten wir gewonnen“, behauptete Weinzierl nachher. Zum anderen, weil die Freiburger die Arena in einen Ort babylonischer Anstrengung verwandelten. „Die Laufleistungen heute waren unglaublich“, staunte Sportvorstand Heidel mit einem Blick auf die Statistik. Die Freiburger waren auf insgesamt 128 Kilometer gekommen, die Schalker auf 124. In dieser Beziehung ein Spiel für die Rekordlisten.

Zähes Ringen in der Arena

Für den Zuschauer hingegen war es eine Partie mit beschränktem Unterhaltungswert gewesen. Es war ein zähes Ringen zweier Teams, von denen sich keines einen entscheidenden Vorteil herausarbeiten konnte. Die Freiburger verpassten es, nach der durch einen Patzer von Thilo Kehrer verursachten Führung durch Florian Niederlechner (64.) den Vorsprung zu verteidigen.

Und die Schalker scheiterten am Ende an ihrer stumpfen Offensive, der nur noch der Ausgleich durch Yevhen Konoplyanka (74.) glückte. „Mit den letzten drei Spielen sind wir nicht zufrieden“, meinte Weinzierl angesichts der mageren Ausbeute von nur einem Zähler.

1:1 - Schalke holt gegen Freiburg nur einen Punkt

So endet die erste Hälfte der Bundesliga fast schon genauso enttäuschend wie sie begonnen hat, nämlich auf Rang elf. „Wir können alle nicht zufrieden sein mit der aktuellen Tabellensituation, das ist logisch. Aber wir sind tendenziell schon zufrieden mit der Entwicklung, die wir als Mannschaft genommen haben nach einem wirklich schwierigen Start. Hätten wir so die gesamte Saison gespielt, wären wir auch woanders. Nur 15 Punkte sind 15 Punkte“, erinnerte Kapitän Benedikt Höwedes an den fatalen Fehlstart mit fünf Niederlagen in Folge: „Die können wir nicht einfach so wieder auf unser Konto schieben.“

Höwedes würde nachlegen

Neuzugänge im Winter scheinen angesichts der personellen Situation fast schon unausweichlich. Heidel bleibt nach außen hin zwar zurückhaltend und sagt: „Alles Jungs kommen ja irgendwann zurück.“

Doch Höwedes gibt zu bedenken: „Es kommen natürlich ein, zwei Spieler zurück, die müssen wir schon auf dem Schirm haben. Aber meistens ist es natürlich so, dass die Leute, die eine entsprechende Ausfallzeit hatten, auch die entsprechende Zeit brauchen, um wieder richtig in ihren Rhythmus zu kommen. Und da könnte man vielleicht schon über ein, zwei Möglichkeiten nachdenken. Aber ich bin nicht der Mann, der das zu entscheiden hat. Ich halte es aber nicht für abwegig, da aktiv zu werden.“

Am Dienstag (20 Uhr bei uns im Live-Ticker) muss Weinzierl noch einmal den Notstand verwalten und wird mit dem verbliebenen Personal versuchen, möglichst drei Punkte im Auswärtsspiel beim krisengeschüttelten Hamburger SV zu holen. Und sich dann wünschen, dass vielleicht tatsächlich ein neuer Kuzorra unter dem Weihnachtsbaum liegt.

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