Stürmer Di Santo wartet noch auf erstes Bundesliga-Tor für Schalke

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Gelsenkirchen - Franco Di Santo lässt sich nichts anmerken. Der Argentinier hat immer ein Lächeln auf den Lippen und den Schalk im Nacken. Doch die Uhr tickt für den Stürmer von Schalke 04: 715 Minuten hat der Sechs-Millionen-Einkauf für seinen neuen Klub in der Bundesliga bislang gespielt. Ein Tor? Fehlanzeige.

Die Torflaute seines Wunschspielers in der Liga ist auch Trainer Andre Breitenreiter ein Rätsel. "Wir schenken ihm die ganze Zeit das Vertrauen - und das zu Recht. Er arbeitet viel für die Mannschaft", sagte der Coach und betonte, der 26-Jährige werde nicht allein an seiner Trefferquote gemessen. Dennoch: Di Santo war im Sommer von Werder Bremen losgeeist worden, um Torjäger Klaas-Jan Huntelaar zu entlasten. Der ehemalige England-Legionär kam mit der Empfehlung von 17 Bundesligatreffern und hohen Erwartungen. Erfüllt hat er sie bisher nur in den Pokalwettbewerben. Vier Tore in drei Europa-League-Spielen und ein Treffer im DFB-Pokal (vor dem Zweitrundenduell mit Borussia Mönchengladbach am Mittwochabend) - Di Santo zeigte durchaus schon seine Stärken, aber eben nicht im Alltagsgeschäft.

Vor vier Wochen schien der Knoten geplatzt. Gegen den griechischen Vizemeister Asteras Tripolis gelang dem Argentinier in nur 17 Minuten ein Hattrick. "Es ist wie eine Befreiung für mich", sagte der Ex-Bremer damals und steckte den Spielball als Andenken in seinen Rucksack. Auch Breitenreiter glaubte, Di Santo sei endlich auch als Torjäger und nicht nur als fleißiger Zuarbeiter seiner Kollegen auf Schalke angekommen. "Stürmer brauchen Selbstvertrauen für ihre Tore. Das dürfte er heute getankt haben", meinte der Schalker Coach damals.

Doch die Uhr in der Bundesliga tickt weiter. Seit 1171 Minuten ist Di Santo mittlerweile ohne Torerfolg. Sein letzter Treffer war ein verwandelter Foulelfmeter zum 1:0 von Werder Bremen gegen den Hamburger SV am 19. April - vor über einem halben Jahr. Seine letzte Sternstunde auf Schalke liegt dagegen erst knapp eine Woche zurück. Beim 2:2 gegen Sparta Prag war der 26-Jährige mit Abstand bester Schalker - nicht nur wegen seines frühen Kopfballtores. Beim Ausgleich durch Jungstar Leroy Sane leistete er mit einem "Zuckerpass" (Breitenreiter) die Vorarbeit - und bewies, dass er mehr als ein Strafraumstürmer mit (derzeit verstopftem) Torriecher ist. Als spielender Angreifer und ideale Ergänzung zu Huntelaar hatte Breitenreiter ihn unbedingt haben wollen. Als er zu Beginn der Saison im Training nicht richtig mitzog, kritisierte der Coach seinen Wunschspieler laut und öffentlich. Di Santo arbeitete fortan vorbildlich - doch der Lohn lässt in der Bundesliga weiter auf sich warten. - sid

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