500 Haus- und Geländeverbote

Schalke greift hart gegen Revierderby-Rowdys durch

[UPDATE 15.45 Uhr] GELSENKIRCHEN/DORTMUND - Der FC Schalke 04 hat im Nachgang zum Revierderby vom 26. Oktober 2013 in den vergangenen Tagen 498 Haus-und Geländeverbote ausgesprochen. Zusätzlich wurden 31 Stadionverbote über drei Jahre verhängt.

Die 31 bundesweiten Stadionverbote wurden gegen Besucher des Derbys ausgesprochen, die bewusst Schaden anrichten und somit die Sicherheit aller Fans, Spieler und Verantwortlichen in der Arena gefährden wollten, teilte der Verein am Montagnachmittag auf seiner Homepage mit.

Unmittelbar vor dem Anpfiff hatten vermummte Täter aus dem Gästeblock Leuchtspurmunition auf den Rasen in Richtung Verantwortliche und Spieler sowie in andere Zuschauerblöcke des Stadions geschossen. Nahezu gleichzeitig zerstörten sie gezielt die Sicherheitsscheiben des Gästeblocks und entzündeten zusätzlich Pyrotechnik.

Aus ermittlungstaktischen Gründen habe die Polizei den Verein darum gebeten, die Kommunikation der Haus- und Geländeverbote sowie der Stadionverbote erst zum jetzigen Zeitpunkt vorzunehmen, um möglichst viele Täter ermitteln zu können, hieß es. Diesem Ansinnen ist der FC Schalke 04 nachgekommen.

Grund für die verhängten 498 Haus- und Geländeverbote - dazu kommen drei weitere für Personen im Ausland – ist der Widerstand gegen polizeiliche Anordnungen am Bahnhof West in Essen im Vorfeld der Partie. Diverse Personen, die in einer großen Gruppe konspirativ nach Gelsenkirchen anreisen wollten, hatten sich in Essen unerlaubt auf den Gleisen bewegt, bewusst Absperrungen missachtet und in einem Zug grundlos die Notbremse betätigt. Der FC Schalke 04 hat die betroffenen Personen per Einschreiben mit Rückschein über die Entscheidung unterrichtet, die bis zum 30. Juni 2019 Gültigkeit besitzt. Im Falle der Zuwiderhandlung droht eine Anzeige wegen Haus- und Landfriedensbruch.

Wie die WAZ in ihrer Onlineausgabe schreibt, teilte der FC Schalke dem BVB bereits am Donnerstag mit, dass er die Maßnahme durchführen werde. „Es gibt einen Derby-Arbeitskreis mit Mitgliedern aus beiden Vereinen, der regelmäßig tagt und durch den beide Klubs in einem professionellen Austausch miteinander stehen“, so BVB-Pressesprecher Sascha Fligge gegen der WAZ.

Während sich in den Fanforen des BVB im Internet die Stimmen mehren, dass eine solche Pauschalstrafe gegen die Fans eine nicht hinzunehmende Maßnahme sei, sieht der Verein das ganz anders. „Für uns ist das keine Pauschalstrafe. Es handelt sich bei den 400 Personen um eine Gruppe, die schon auf der Anreise zum Derby an einem Essener Bahnhof mit der Polizei in Berührung kam und nach den Ermittlungen vor Ort auch an den Vorgängen im Stadion aktiv oder duldend beteiligt war“, so der BVB-Sicherheitsexperte Kai Ruben zur WAZ. - sid/eB

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