Hinrunden-Bilanz

Das sind die Gewinner und Verlierer auf Schalke

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Daumen hoch: Schalkes Abwehr-Routinier Naldo.

Gelsenkirchen - Nach der völlig verkorksten Vorsaison überwintert Schalke 04 überraschend auf Rang zwei. Unter dem neuen Trainer Domenico Tedesco haben sich die Königsblauen stabilisiert – auch, weil der Chefcoach einige auf den ersten Blick verwunderliche Entscheidungen getroffen hatte. Wir ziehen ein Hinrunden-Fazit in fünf Punkten.

Die Überraschung der Hinrunde: Damit hatte nicht einmal der Sportvorstand der Königsblauen gerechnet. „Max Meyer habe ich jetzt nicht unbedingt als ein Zweikampfmonster gesehen“, sagte Christian Heidel. Daher sei er genauso überrascht gewesen „wie wahrscheinlich 99 Prozent aller anderen auch“, als Tedesco den 22-Jährigen am 6. Spieltag (0:2 bei 1899 Hoffenheim) als Sechser aufbot. Der technisch versierte Spielmacher plötzlich Malocher-Max? Der Plan ging voll auf, Meyer entwickelte sich auf dieser Position immer mehr zum unverzichtbaren Herzstück. Was dazu führte, dass sich Meyer auf Schalke – vor allem dank Tedesco – so wohl fühlt wie ewig nicht mehr. Nicht ausgeschlossen, dass der Nationalspieler seinen im Sommer auslaufenden Vertrag auf Schalke doch noch verlängert.

Die Enttäuschung der Hinrunde: Der Aufschrei bei vielen Fans war groß, als Benedikt Höwedes plötzlich als Kapitän entmachtet worden war. Der Weltmeister. Der Ur-Schalker. Chefcoach Tedesco sprach – wenn auch nicht direkt auf Höwedes bezogen – von Reisenden, die man nicht aufhalten könne. Höwedes konterte, als seine Leihe zu Juventus Turin fix war: „Reisende kann man aufhalten, wenn man will.“ Am Ende blieb das Bild eines gekränkten Weltmeisters, der in Italien aufgrund großen Verletzungspechs kaum zum Zuge kommt. Da die Kaufpflicht für Juve erst bei 25 Pflichtspielen greift, scheint eine Verpflichtung aktuell unwahrscheinlich. Und bei den Königsblauen spricht ohnehin kaum noch wer über den Ex-Kapitän. „Wir brauchen Höwedes auf Schalke nicht mehr“, sagte Klub-Legende Klaus Fischer in einem Interview mit t-online.de.

Der Video-Assistent sorgt auch auf Schalke für Wirbel

Der Aufreger der Hinrunde: Der Video-Schiedsrichter sorgte auch auf Schalke für Diskussionen – beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg gleich in zwei Szenen. Zunächst gab der Unparteiische Markus Schmidt per Videobeweis Elfmeter für Königsblau, weil Wolfsburgs Guilavogui gegen Thilo Kehrer geklammert hatte. Dann spielte Kehrer den Ball im Strafraum klar mit der Hand (86.). Aus der Zentrale in Köln gab es aber kein Veto. „Ich muss zugeben: Das war ein Elfmeter“, räumte Heidel ein. Das Pikante: Wie die Bild später berichtete, soll Hellmut Krug in seiner Funktion als Videobeweis-Chef die Königsblauen in beiden Fällen bewusst bevorzugt haben. Mittlerweile wird das Projekt von Lutz Michael Fröhlich, dem Sportlichen Leiter Elite-Schiedsrichter, geleitet. Krug wurde abgesetzt

Naldo erlebt seinen x-ten Frühling

Der Spieler der Hinrunde: Mit mittlerweile 35 Jahren ist Naldo – mit Verlaub – der Abwehr-Opa der Schalker. Aber nur auf dem Papier. Auf dem Platz erlebt der Brasilianer seinen x-ten Frühling. Er ist der unumstrittene Abwehrchef der Königsblauen, was er mit einer Zweikampfquote von 73 Prozent unterstreicht. Mit diesem Wert ist er in dieser Statistik sogar der beste Spieler in der Bundesliga-Hinrunde. „Ich fühle mich wie 25“, sagte er. Doch nicht nur in der Defensive ist Naldo für Schalke so wertvoll. Zuletzt bewies er zweimal seine Qualitäten als Last-Minute-Goalgatter. Beim 4:4 im Derby beim BVB (nach 0:4) sowie beim 2:2 in Frankfurt sicherte er Königsblau jeweils in letzter Minute einen Punkt.

Die Lehren der Hinrunde: Platz zwei mag schön aussehen, aber „Bayern-Jäger“ ist Schalke noch längst nicht. Die Königsblauen tun gut daran, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Zumal Rang zwei keineswegs mehr als eine Momentaufnahme ist: Die Münchner sind elf Punkte weg, und der Vorsprung auf den Achtplatzierten aus Frankfurt beträgt gerade einmal vier Zähler. 

Das, verbunden mit den vielen engen Partien, sollte Schalke Warnung genug sein, nicht einen Prozentpunkt nachzulassen.

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