Neue Chance unter Stevens

Das sagt Schalkes Rudy zu seinen Nationalelf-Ambitionen

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Will im Abstiegskampf voran gehen: Schalkes Sebastian Rudy

Beim 0:1 gegen RB Leipzig stand Schalkes Sebastian Rudy in der Startelf und ließ in Ansätzen seine Spielmacherqualitäten aufblitzen. Im Abstiegskampf will der 29-Jährige voran gehen - und sich für die Nationalmannschaft empfehlen.

Gelsenkirchen - Keine drei Minuten waren absolviert in der Bundesliga-Partie gegen den Tabellendritten RB Leipzig, da bot sich den Akteuren auf dem Feld ein ungewohntes Bild. Ausgelassene Freude bei den königsblauen Anhängern auf den Rängen der nicht ausverkauften Veltins Arena. Wenn auch nur kurz.

Der bereits als Schalker 16-Millionen-Fehlinvestition abgestempelte Sebastian Rudy steckte gekonnt durch zu Sturmkollege Mark Uth, der trocken das vermeintliche 1:0 für den abstiegsbedrohten Revierklub markierte. 

Negativrekord für Königsblau

Die Fahne des Schiedsrichterassistenten ging hoch. Knappe, aber richtige Abseitsentscheidung. Kein Tor für Königsblau, die damit seit 327 Minuten auf einen eigenen Treffer vor heimischem Publikum warten. Schalker Negativrekord.

Für Rudy dürfte die Szene dennoch ein wenig Balsam für die geschundene Seele gewesen sein. "Den Trainer rasiert, uns in Europa blamiert und Schalke nie kapiert. Söldner aussortieren!", prangte bereits vor dem Anpfiff gut lesbar oberhalb der Nordkurve.

"Es ist nicht schön, keine Frage"

Auch, und vielleicht vor allem der deutsche Nationalspieler wird sich angesprochen gefühlt haben. "Es ist nicht schön, keine Frage. Wenn man da unten rauskommen will, braucht man jeden einzelnen Fan. Wünschenswert wäre es für die Zukunft, dass sie vor allem hinter uns stehen", kritisierte er den blau-weißen Anhang.

Verständnis zeigte er dennoch: "Klar, wir haben zuletzt keinen guten Fußball gezeigt. Sie müssen auch Impulse von der Mannschaft spüren", so Rudy. Impulse, von denen nach den desaströsen Auftritten gegen Fortuna Düsseldorf und in der Champions League bei Manchester City keine Rede sein darf, zumindest in Ansätzen beim unglücklichen 0:1 gegen die Sachsen zu erkennen waren.

Rudy lässt Qualitäten in der Offensive aufblitzen

Auch dank Rudy, der von Interims-Coach Huub Stevens dort eingesetzt wurde, wo er sich am wohlsten fühlt: Hinter der Doppelspitze Embolo/Uth als Spielgestalter. Aufblitzen ließ er seine Qualitäten als genialer Vorlagengeber des öfteren, setzte Uth per Schnittstellenpass gekonnt in Szene, leitete per Diagonalball weiter auf die durchgestarteten Außenspieler Weston McKennie und Bastian Oczipka. 

"Ich durfte von Anfang an ran, das hat mich natürlich sehr gefreut", machte der 29-Jährige keinen Hehl daraus, dass ihm der Trainerwechsel entgegenkommt. "Klar geht es besser, keine Frage. Es geht bei jedem besser", fügte er an, blickte aber positiv voraus: "Ich hoffe, dass es jetzt mit meiner Leistung weiter aufwärts geht und ich zeigen kann, was ich drauf habe."

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Rudy will sich für die Nationalelf empfehlen

Dass der Mittelfeldmann deutlich mehr kann als er bislang im königsblauen Dress zeigte, ist unabstreitbar. Nicht umsonst gehörte er zum WM-Kader unter Bundestrainer Joachim Löw. Für die anstehenden Begegnungen gegen Serbien (20.3.) und den Niederlanden (24.3.) verzichtete er jedoch auf den Ex-Bayern. 

"Ich bin nicht eingeladen worden, aber davon geht die Welt nicht unter", gab sich Rudy gelassen. "Ich werde weiterhin Gas geben und versuchen, mich zu empfehlen. Dann wird man sehen, wie es beim nächsten Mal aussieht", zeigte er sich kämpferisch.

"Das zeigt, dass sie für Schalke alles geben"

Ungelegen kommt die anstehende zweiwöchige Pause für den FC Schalke 04 nicht. "Es ist sehr hilfreich, dass sehr viele nicht zur Nationalmannschaft gehen", so Rudy. Lediglich sechs Akteure werden abwesend sein. Torhüter Alexander Nübel verzichtete bewusst auf seine U21-Einsätze gegen Frankreich und England.

Rudy besitzt Erfahrung im Abstiegskampf

"Das zeigt, dass sie für Schalke alles geben, dass der Verein alles für sie bedeutet", kommentierte der Schalker, der im Abstiegskampf vorne weg gehen möchte: "Ich habe Abstiegskampf schon zwei mal mitgemacht. Ich denke, dass ich da eine gewisse Erfahrung drin habe und weiß, wie man damit umgehen muss", so Rudy.

Erfahrung, die er beim wichtigen Auswärtsspiel gegen Hannover 96 beweisen kann. "Jetzt liegt es an uns, in den zwei Wochen gut zu arbeiten und dann gegen Hannover auf dem Punkt da zu sein. Dort sollen und müssen die drei Punkte her", gab Rudy die Marschroute vor.

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