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Schalker Schwachstellen vor dem echten Gradmesser

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Von: Marcel Guboff

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Tedesco hat Schwachstellen beim S04 vor der Partie gegen RB Leipzig erkannt.
Tedesco hat Schwachstellen beim S04 vor der Partie gegen RB Leipzig erkannt. © picture alliance / Annegret Hils

Am Samstag gibt beim Bundesliga-Auftakt mit RB Leipzig gleich ein Kracher seine Visitenkarte auf Schalke ab. S04-Trainer Tedesco weiß, woran er vorher noch arbeiten muss.

Gelsenkirchen – Es gehört zu seiner Arbeit als Trainer, das vergangene Spiel zu analysieren und möglichst die richtigen Lehren daraus zu ziehen für das anstehende. Aber Domenico Tedesco machte keinen Hehl daraus, dass er sich den Auftritt seiner Schalker im DFB-Pokal beim BFC Dynamo (2:0) „nicht zehnmal anschauen“ werde. „Es war ordentlich, aber nicht sensationell“, erklärte der Coach der Königsblauen. Mit ordentlich Luft nach oben.

Partien gegen unterklassige Gegner haben ohnehin einen anderen Charakter und bieten wenig Anschauungsmaterial. Am Samstag (18.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) wartet da schon ein anderes Kaliber auf die Königsblauen. Statt eines Viertligisten ist zum Meisterschafts-Auftakt kein Geringer als Vize-Meister RB Leipzig in der Schalker Arena zu Gast. „Das wird ein komplett anderes Spiel“, weiß Tedesco. Daher sei es wenig möglich, aus der Begegnung in Berlin große taktische und technische Schlüsse für die Aufgabe gegen die Sachen zu ziehen.

Schwachstellen identifiziert

Aber sie offenbarte immerhin einige Schachstellen. Da wäre etwa die Chancenverwertung. Mit frühen Toren wäre auch die Sache in Berlin sicher schnell erledigt gewesen. „Wir haben es sehr lange spannend gemacht“, bemängelte Kapitän Ralf Fährmannn: „Aber wir haben Geduld bewiesen.“ 

Doch auch einige Spieler haben noch Luft nach oben. Etwa Bastian Oczipka, der in einigen Laufduellen das Tempo nicht mitgehen konnte. Benjamin Stambouli wackelte hier und da in der Dreierkette. Amine Harit gelang es nicht, Impulse zu setzen.

Nachteil der China-Reise

Alles noch kein Grund zur Panik. Doch klar ist auch: Am Samstag muss vieles besser werden, denn der Liga-Auftakt gegen Leipzig wird für die Königsblauen direkt zu einem echten Gradmesser. „Da werden wir ungefähr sehen, wo wir sind“, meint Fährmann: „Aber eigentlich dauert so etwas eher fünf, sechs Spiele, um das klar beurteilen zu können.“ 

Die kurze Vorbereitungsphase sieht er darin als Nachteil. Kurz deshalb, weil die China-Reise „uns ein wenig zurückgeworfen hat“, wie er einräumt.

Aber auch positive Ansätze vorhanden

Daher sei in gewisser Weise auch das Pokal-Match in Berlin ein wenig wie Training gewesen – vor allem mit Blick auf die vielen langen Bälle, mit denen Dynamo operierte. „Die sind eklig zu verteidigen“, sagt Tedesco, der nicht alles schlecht reden wollte beim zähen Auftritt seiner Schalker: „Die Spieleröffnung hat gut funktioniert, wir haben den Gegner gut bewegt. Und dass der Gegner nur lange Bälle schlagen konnte, ist ja auch ein Verdienst unseres Pressing-Verhaltens."

Von den Leipzigern sind aber eher weniger lange Bälle zu erwarten. Es ist ein Team, das spielbestimmend sein kann und enorm viel Tempo auf den Rasen bringt. Dass die Truppe weitgehend unverändert und damit eingespielt ist, könne für Schalke zum Nachteil werden. 

Leipzig übt sich in Zurückhaltung

„Aber ein Vorteil ist, dass sie uns da nicht mehr großartig überraschen können“, meint Manager Christian Heidel: „Wenn das die gleiche Mannschaft ist, werden sie genauso spielen – und leider haben sie es richtig gut gemacht."

Allerdings üben sich auch die Leipziger in Zurückhaltung – trotz des klaren 5:0-Erfolgs im Pokal gegen Sechstligist Dorfmerkingen. Zu groß waren die Unsicherheiten in der Defensive. „Wenn wir solche Fehler gegen Schalke machen, wird es hinten brennen“, warnt Yussuf Poulsen. RB-Trainer Ralph Hasenhüttl meint: „Für Schalke hatte das Spiel gegen Dorfmerkingen keinerlei Aussagekraft. Es wird eine Partie auf Augenhöhe.“

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