Nach Pleite gegen ManCity

Schalkes Stolz und die damit verbundene Stolpergefahr

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Schalke war nach der Pleite gegen ManCity enttäuscht, gleichzeitig auch stolz.

Schalke ist nach der knappen Niederlage in der Champions League gegen Manchester City enttäuscht und gleichzeitig stolz. Das birgt jedoch Gefahren vor falschen Rückschlüssen in sich.

Gelsenkirchen - Die Schalker Gefühlswelt pendelte zwischen zwei Extremen. Da war auf der seinen Seite die riesige Enttäuschung, „weil wir mehr verdient hätten“, erklärte Kapitän Ralf Fährmann. Diese richtige Feststellung führte aber eben auch zu dem anderen Extrem: Stolz. „Wir haben gegen eine der besten Mannschaften der Welt gut mitgehalten“, resümierte Daniel Caligiuri.

Am Ende aber nicht gut genug. Dass die Königsblauen das erste Achtelfinal-Duell in der Champions League mit Manchester City verloren, hatte wohl niemanden überrascht. Dass der aktuelle Bundesliga-14. die Begegnung so offen gestaltete und sogar einen besseren Ausgang verpasste dagegen schon. „Das Ergebnis“, meinte Caligiuri, „passt einfach nicht zu der Leistung.“

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Die Knappen nutzten die europäische Bühne um zu beweisen, was in ihnen steckt. Dass das aktuelle Tabellenbild in der Meisterschaft nicht ihrem Potenzial entspricht. „Wir haben es den Kritikern gezeigt, dass wir es besser können“, stellte Linksverteidiger Bastian Oczipka trotzig fest.

Tedesco vermisst Cleverness

Natürlich waren die Schalker gegen den englischen Meister nicht dominanter, nicht zwingender. Aber sie brachten ihre Stärken auf den Platz, nahmen den Citizens weitgehend den Offensiv-Wind aus den Segeln. Zogen sich am Ende allerdings auch selbst den Stecker.

Erst der Patzer von Fährmann und Salif Sané mit dem 0:1 durch Sergio Agüero (18.), dann die 2:1-Führung nach zwei verwandelten Strafstößen von Nabil Bentaleb (38./45.), am Ende doch die 2:3-Niederlage – trotz Überzahl in den letzten 25 Minuten. Daher wusste auch Tedesco, dass die Sensation gegen ManCity drin gewesen wäre, Schalke jetzt aber so gut wie raus ist aus der Königsklasse.

Schalke kassiert späte Niederlage gegen Manchester City

„Wir müssen einfach cleverer sein. Es ist wichtig, dass wir für die Zukunft daraus lernen“, sagte der Chefcoach: „Wenn man bis kurz vor Schluss 2:1 führt, hofft man natürlich auf ein anderes Ergebnis. Aber es war ein bisschen ein Spiegelbild dieser Saison.“

Schalke trifft falsche Entscheidungen

Auch Bastian Oczipka meinte: „Es zieht sich durch die ganze Spielzeit, dass wir phasenweise ein gutes Spiel machen, aber dann falsche Entscheidungen treffen.“ Wie es dem Linksverteidiger selbst unterlaufen war vor dem 2:3 von Raheem Sterling (90.), der die Niederlage der Knappen besiegelte.

Doch das königsblaue Problem ist ein anderes: Angst. Und der fehlende Mut. Denn trotz Überzahl blieben die Schalker in der Rolle des Reagierenden, nicht des Agierenden. Auch wenn der Gegner einer der besten Mannschaften der Welt ist: Diesen Vorteil hätten die Knappen wenigstens versuchen müssen zu nutzen. Fährmann beschrieb treffend: „Ich weiß nicht, ob uns die Rote Karte so gut getan hat. Wir wussten dann nicht so richtig das Spiel zu machen.“

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Naturgemäß klammerten sich die königsblauen Protagonisten an den in der Tat couragierten und defensiv – mit Ausnahme der fatalen Patzer – engagierten Auftritt gegen das übermächtig scheinende ManCity. „Wir müssen die gleiche Mentalität auch in der Bundesliga zeigen“, sagte Caligirui. „Nur so kommen wir voran.“

Charaktertest in Mainz

Dabei besteht jedoch Gefahr vor falschen Rückschlüssen. Denn die Aufgaben in der Meisterschaft – so etwa die anstehende am Samstag bei Mainz 05 (15.30 Uhr) – wird eine ganz andere. Erst dann wird sich zeigen, wie viel die Schalker tatsächlich aus dem Duell gegen die Engländer gelernt haben. Der Charaktertest steht noch bevor.

Denn immer, wenn sie gefordert sind, das Spiel selbst zu gestalten, haben sie enorme Schwierigkeiten. Oft sei die Idee, der Plan von Tedesco ein anderer gewesen. Bezeichnend, dass dieser wie so oft in dieser Saison nicht aufging. Woran Trainer und Team weiter zu arbeiten haben.

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