Schalkes Offensive schwächelt weiter

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Die Schalker Offensive um Klaas-Jan Huntelaar hat Probleme.

Gelsenkirchen - Es war nur ein Randaspekt an diesem Abend, dafür aber ein durchaus erwähnenswerter.

Horst Heldt, designierter Ex-Manager des FC Schalke 04, schritt durch die Mixed Zone an den Journalisten vorbei und bat höflich, aber bestimmt darum, von Fragen zu den zurückliegenden 90 Minuten abzusehen. Und irgendwie konnte man den 45-Jährigen, der sich ganz offensichtlich mehr und mehr aus dem Alltagsgeschäft beim FC Schalke 04 zurückzuziehen scheint, verstehen.

Heldt lässt die Spieler reden

Sollten doch die etwas sagen, die hauptsächliche Verantwortung trugen an diesem Abend. Zwar hatten die Schalker durch den 1:0-Erfolg über das Team von APOEL Nikosia endlich ihre Serie von bis dahin sieben Spielen ohne Sieg beendet und zudem die Tabellenführung in der Gruppe K verteidigt, doch für strahlende Gesichter sorgte die Partie weder bei den Fans noch bei den Aktiven: „Das Spiel haken wir schnell ab“, meinte beispielsweise Eric Maxim Choupo-Moting, der für den späten Siegtreffer (86.) gesorgt hatte.m Und Dennis Aogo, der kurz nach der Führung einen Handelfmeter vergeben hatte, sagte: „So viel Pech werden wir in den nächsten Spielen nicht haben.“

Torjäger bereiten Sorgenfalten

Das wird die Frage sein. Denn ob es wirklich nur Pech war, schien am Mittwoch zumindest fraglich. Trainer André Breitenreiter hatte mit Choupo-Moting, Franco Di Santo und Klaas-Jan Huntelaar gleich drei potenzielle Torjäger aufgeboten, doch wie unglücklich vor allem Huntelaar und Di Santo agierten, trieb dem ein oder anderen Anhänger doch Sorgenfalten ins Gesicht. Die Offensive entwickelt sich derzeit zum Manko der Königsblauen, was auch die Statistik belegt: Trotz des besten Saisonstarts seit 44 Jahren haben die Schalker in bislang 17 Bundesliga-Spielen lediglich 13 Tore erzielt. Damit erreichen sie das selbe Niveau wie die um den Klassenerhalt kämpfenden Stuttgarter oder Augsburger.

Di Santo in Negativ-Spirale

Mag es bei Huntelaar noch eine vorüber gehende Ladehemmung sein, so scheint sich der aus Bremen gekommene Franco Di Santo in einer wahren Negativ-Spirale zu befinden: Der Argentinier, der während seiner 49 Spiele für Werder 17 mal getroffen hatte, ist für Schalke nach zwölf Bundesliga-Einsätzen weiterhin torlos – und scheint überhaupt keinen Zugang zum Spiel seiner neuen Mannschaft zu finden. Breitenreiter machte schließlich auch die lange Sieglos-Serie für die Verunsicherung gegen Nikosia verantwortlich: „Man hat schon gespürt, dass wir lange nicht gewonnen hatten. Das geht an keinem spurlos vorbei“, sagte der Schalke-Coach, der vor dem gegnerischen Gehäuse mehr Gier und Entschlossenheit forderte. Am Sonntag (17.30 Uhr) treten die Knappen beim direkten Tabellenkonkurrenten Bayer Leverkusen an. „So viele Chancen wie gegen Nikosia werden wir da nicht bekommen“, lieferte Abwehrspieler Roman Neustädter eine durchaus realistische Einschätzung.

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