Leroy Sané liegt der Erfolg im Blut

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Leroy Sané hat den Erfolg im Blut.

Gelsenkirchen - U21-Nationalspieler Leroy Sané liegt der Erfolg im Blut. Sowohl Vater als auch Mutter sind dem Schalker Jungstar mit ihrer Pokalsammlung voraus - noch.

Vor dem Abflug auf die Färöer hatte Schalkes Jungstar Leroy Sané noch einen Termin in Dortmund zu erledigen. Mit der deutschen U21 besuchte der 19-Jährige das noch nicht eröffnete Deutsche Fußball-Museum, setzte Kopfhörer auf seine enorme Mähne und ließ deutsche Sportgeschichte auf sich einprasseln. Seinen prominenten Eltern begegnete er dabei nicht.

Dabei hätte zumindest Vater Souleyman Sané einen Platz in Dortmund durchaus verdient. 51 Tore in 174 Bundesliga-Spielen erzielte der Senegalese einst für Nürnberg und Wattenscheid 09. Zahlen, von denen Leroy nur träumen kann - noch. Genauso wie von den 32 deutschen Meistertiteln seiner Mutter Regina Weber, die in den 1980er Jahren als Rhythmische Sportgymnastin glänzte und 1984 in Los Angeles sogar Olympia-Bronze gewann. Für Leroy Sane, der die deutsche U21 am Dienstag in Torshavn (18. 30 Uhr) zum dritten Sieg im dritten EM-Qualifikationsspiel schießen soll, sind diese Geschichten nett, mehr aber auch nicht. "Er hat nicht mal ein Trikot von mir geschweige denn Fotos aus meiner Profi-Zeit", verriet Souleyman Sane einmal dem Magazin 11Freunde: "Aber das ist okay. Seine Stars heißen Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo."

"Familie hält mich auf dem Boden"

Ein echter Familienmensch ist Leroy Sané trotz fehlender Erinnerungsstücke aber sehr wohl. "Meine Familie hält mich auf dem Boden. Das ist sehr wichtig für mich", sagt der Shootingstar, dessen Geschwister ebenfalls das Sport-Gen geerbt haben. Leroys jüngerer Bruder Sidi kickt in Schalkes Knappenschmiede, sein älterer Bruder Kim ist im Sommer von Gelsenkirchen zur zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg gewechselt. Die größte Karriere dürfte aber wohl der Mann mit der "Koboldfrisur" (Die Welt) vor sich haben. Gleich bei seinem Champions-League-Debüt gegen Real Madrid setzte Leroy vergangene Saison mit einem Traumtor eine Duftmarke, prompt klopfte der FC Liverpool an und bot angeblich 15 Millionen Euro. Schalke reagierte und verlängerte mit dem Toptalent bis 2019. Gefreut haben dürfte das auch Vater Souleyman, der dem Revier bis heute verbunden ist und noch immer in Wattenscheid wohnt. Dort also, wo er einst Regina Weber kennenlernte, die für den TV Wattenscheid 01 aktiv war und in der Firma des damaligen 09-Präsidenten Klaus Steilmann als Designerin arbeitete. Sohn Leroy wohnt zwar inzwischen alleine in Gelsenkirchen, geschadet hat ihm seine neue Freiheit aber nicht - ganz im Gegenteil. Drei Saisontore hat Sané inzwischen, bei der deutschen U21 glänzte er am Freitag bei seinem Startelf-Debüt gegen Finnland (4: 0) zudem mit zwei Treffern und einer Vorlage. "Natürlich kann er uns helfen, aber wir können ihm auch helfen", sagte Hrubesch und versuchte wie zuletzt auch Schalke-Trainer Andre Breitenreiter die Euphorie zu bremsen. Denn genau genommen hat Leroy Sané noch gar nicht viel erreicht. Zumindest seine Mutter könnte er aber schon 2016 übertrumpfen - mit Olympia-Gold in Rio. Spätestens dann dürfte der Name Sané wohl auch im Fußball-Museum in Dortmund auftauchen. - sid

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