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Schalker Tor-Allergiker verschenken Sieg bei Galatasaray Istanbul

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Von: Jens Greinke

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Galatasaray Istanbul - FC Schalke 04
Tragischer Torjäger: Breel Embolo (vorne) vergab gute Chancen. © Ina Fassbender dpa

Die Chancen waren wieder da, doch blieben ungenutzt: Der FC Schalke 04 verpasst beim 0:0 gegen Galatasaray Istanbul einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale der Champions League.

Istanbul – Die Torschusspanik des FC Schalke 04 nimmt so langsam beängstigende Formen an: Im Champions-League-Auswärtsspiel bei Galatasaray Istanbul kam die Mannschaft von Cheftrainer Domenico Tedesco trotz alllerbester Gelegenheiten nicht über ein 0:0 hinaus.

Damit bleiben die Knappen zwar in der Königsklasse auf Kurs. Doch verschenkten sie am Bosporus den möglichen Sieg und kultivierten ihre derzeit größte Schwäche weiter: die Effizienz vor dem gegnerischen Tor.

"Das war ein sehr guter, mutiger Auftritt von uns. Wir hatten zahlreiche Torchancen, am Ende fehlt leider der Treffer", meinte Tedesco: "Wir nehmen den Punkt mit, hätten aber drei verdient gehabt."

Tedesco interpretierte den Begriff „Rotation“ in Istanbul sehr großzügig, als er im Vergleich zur 0:2-Niederlage gegen Werder Bremen am vergangenen Wochenende gleich sieben neue Spieler aufs Feld schickte: Benjamin Stambouli, Yevhen Konoplyanka, Suat Serdar, Mark Uth, Sebastian Rudy und Breel Embolo. Nach den Ausfällen von Ralf Fährmann und Naldo durfte Stambouli bei seinem ersten Saisoneinsatz die Kapitänsbinde tragen.

Sieben Neue in der Startelf

Nachdem Gala-Coach Fatih Terim vor der Partie unbescheiden gemeint hatte, er wolle die Champions League gewinnen, erweckten seine Spieler zumindest am Anfang den Eindruck, als könne dieser Auftrag nicht unlösbar sein.

Unterstützt vom fanatischen Publikum, das bei jedem Ballbesitz der Schalker ein Pfeifkonzert einleitete, das für ein schmerzhaftes Ohrenklingeln sorgte, prüfte Garry Rodriguez Schalkes jungen Ersatzkeeper Alexander Nübel bereits in der 9. Minute mit einem Schuss aus gut 20 Metern, den der 22-Jährige mit den Fäusten über die Torauslinie boxte. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Wir konnten die Stimmung ummünzen und für uns nutzen", erklärte Nüben nach dem Abpfiff bei DAZN: "Wir haben ein Top-Spiel gemacht. Sie wussten gar nicht mehr, was sie machen sollen. Deswegen ist es schade, dass wir uns nicht belohnt haben."

Schiedsrichter verweigert Elfmeter

In der 13. Minute forderten die Schalker vehement einen Elfmeter, nachdem Konoplyanka von Galatasaray-Keeper Fernando Muslera von den Beiden geholt worden war. Doch der französische Schiedsrichter Benoit Bastien verweigerte zum großen Ärger der Gäste den Strafstoß.

Das Schalker Spiel, das sich in der „Türk Telekom Stadyumu“ stark verbessert präsentierte, litt jedoch weiter unter der wohlbekannten Schwäche: Es fehlte auch in Istanbul die Kaltschnäuzigkeit vorm Tor.

Die Knappen blieben im Abschluss zu ungenau wie etwa in der 17. Minute, als Embolo ein Eckball von Rudy über den Scheitel rutschte. Oder Sekunden vor dem Seitenwechsel, als Konoplyanka nach einem katastrophalen Stockfehler der Türken allein auf das Gala-Tor zulief, der Schuss des Ukrainers aber von Muslera mit Mühe und Not noch abgewehrt werden konnte.

Nur neun Tore in zwölf Spielen

Die blauweiße Tor-Allergie linderte sich auch nach dem Wechsel nicht. In der 47. Minute hatte Embolo nach einem wunderbaren Zuspiel von Uth innerhalb weniger Sekunden gleich zwei Mal die Chance zur Führung, doch scheiterte der Schweizer geradezu kläglich im ersten Versucht sowie beim Nachschuss.

Auch einem Schuss von Konoplyanka fehlte es zehn Minuten später an der nötigen Genauigkeit. Und als der Ball in der 58. Minute dann doch im Netz der Istanbuler lag, monierte Schiri Bastien eine Abseitsstellung von Embolo. Dieser Treffer wäre eh in die Kategorie Slapstick gefallen, da der Schalker den Ball freistehend aus zwei Metern zunächst Muslera in die Arme geschossen hatte, der Gala-Keeper die Kugel dann aber über die Torlinie rutschen ließ.

Am Ende ein fast schon tragisches Remis für die Schalker. Neun Tore in zwölf Pflichtspielen sind zu wenig, erst recht für die Königsklasse.

"Die Partie spiegelt zum Teil auch unsere bisherige Saison wider", sagte Tedesco: "Wir haben zahlreiche Chancen liegengelassen. Wenn wir da wieder effektiver werden, sammeln wir auch unsere Punkte."

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