Horror-Woche soll böses Intermezzo bleiben

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GELSENKIRCHEN - Nach dem doppelten Debakel gegen Real Madrid und Bayern München will Schalke 04 gegen Hoffenheim Wiedergutmachung betreiben. Die Horror-Woche soll ein böses Intermezzo bleiben.

Von Thomas LIPINSKI

Die Horror-Woche mit elf Gegentoren in vier Tagen soll für Schalke 04 ein böses Intermezzo bleiben. "Wegen dieser einen Scheißwoche stellen wir jetzt nicht alles infrage", sagte Sportvorstand Horst Heldt vor dem Heimspiel des Fußball-Bundesligisten am Samstag gegen 1899 Hoffenheim.

Das Motto der Königsblauen: Abhaken, weitermachen! Ab Samstag soll auf Schalke wieder dem Gegner der Schreck in die Glieder fahren. "Wir müssen Kampf und Aggressivität zeigen", forderte Kapitän Benedikt Höwedes: "All das, was wir zuletzt komplett haben vermissen lassen." Gegen Real Madrid (1:6) und Bayern München (1:5) waren die Königsblauen in Ehrfurcht erstarrt. Mehr oder weniger wehrlos hatten sie sich ihrem Schicksal ergeben. Das muss gegen die Kraichgauer anders werden, wenn sich der Negativtrend nicht fortsetzen soll. "Jeder hat kapiert, dass er eine Schüppe drauflegen muss", sagte Mittelfeldspieler Roman Neustädter. Trainer Jens Keller erklärte die Aufarbeitung der beiden Pleiten schon am Anfang der Woche für beendet. "Die negativen Gedanken müssen weg sein", sagte der Coach, der vor allem mit den jüngeren Spielern das Gespräch gesucht hatte: "Sie hatten Angst auf dem Platz. Ich habe sie auf ihre Stärken hingewiesen. Das gehört zum Lernprozess."

Die Partie gegen Hoffenheim hat richtungweisenden Charakter: Mit einem Sieg könnten die Schalker auf den dritten Platz, der direkt in die Champions League führt, klettern. Dann wäre die erfolgreiche Serie zu Beginn der Rückrunde mit 13 von möglichen 15 Punkten fortgesetzt, das doppelte Debakel gegen die vermeintlichen besten Mannschaften der Welt nur ein böses Intermezzo. Bei einer Niederlage allerdings droht ein Rückfall ins Krisenszenario, das Schalke schon Ende des vergangenen Jahres beherrschte - möglicherweise inklusive Trainerdiskussion. Schon einmal hätte Hoffenheim beinahe Schicksal für Keller gespielt. Nach der blamablen 1:3-Heimpleite am 3. Dezember im Pokal-Achtelfinale dachte die Schalker Führungsetage über einen Rauswurf des Schwaben nach. "Da kam alles ins Wanken und wir haben die Worst-Case-Szenarien durchgespielt", berichtete Sportvorstand Horst Heldt. Wichtig wird gegen die offensivstarken Hoffenheimer (52 Tore) vor allem die Defensivarbeit, die vor der Horror-Woche noch so gut geklappt hatte. In den acht Pflichspielen zuvor hatte Torhüter Ralf Fährmann nur zwei Gegentreffer kassiert. "Bei mir haben die Niederlagen keinen Knacks hinterlassen", sagte der Keeper, der trotz elf Gegentoren gegen Real und Bayern jeweils bester Schalker war.

In der Defensive muss Keller erneut umstellen: Kyriakos Papadopoulos, gerade erst für den verletzten Felipe Santana ins Team gekommen, ist nach seiner Roten Karte in München gegen Hoffenheim gesperrt. Auch in der Offensive ist möglicherweise ein Wechsel notwendig. Außenstürmer Jefferson Farfan, mit acht Toren und acht Vorlagen gefährlichster Schalker, laboriert an einer Kniereizung und konnte bis einschließlich Donnerstag nicht mit der Mannschaft trainieren. Der Peruaner, seit Monaten stärkster Feldspieler, hatte in München für Verärgerung gesorgt, weil er nach dem Schlusspfiff mit den Bayern-Stars auf dem Feld herumgealbert hatte. - SID

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