Schalke will trotz Hitze auf Zypern gewinnen

+

Nikosia - Als Ralf Fährmann beim Abflug in Düsseldorf auf die große Hitze am Reiseziel angesprochen wurde, bewies der Schalker Keeper mal wieder seinen schlagfertigen Humor: „Wir wissen, dass es dort sehr heiß ist, deshalb haben wir die kurzen Hosen eingepackt“, sagte er. Und grinste.

Als die Schalker Spieler die Boing 737 auf dem Flughafen von Larnaka verließen, wehte ihnen tatsächlich ein heißer, mediterraner Atem entgegen: Auf 36 Grad im Schatten war das Thermometer am Nachmittag auf Zypern geklettert.

Weshalb Fährmann nicht nur froh war, die Shorts dabei zu haben. Sondern auch, „dass das Spiel erst um 22.05 Uhr Ortszeit beginnt. Dann dürfte es etwas kühler sein“, so der 26-Jährige.

Aufgrund des Klimas wird Trainer André Breitenreiter auf ein Training am Spieltag verzichten. „Wir werden im Hotel ein wenig anschwitzen“, will sich der Coach lieber in die klimatisierten Fitness-Räume des „Hilton Cyprus“ zurückziehen.

Wie hitzig der Europa-League-Auftakt gegen Apoel Nikosia (Donnerstag 21.05 Uhr/Sky und Sport 1) werden wird, wollte niemand aus der Schalker Delegation prognostizieren.

Gegner ist wie eine Wundertüte

„Unser Gegner hat in den vergangenen Monaten mehrmals den Trainer gewechselt, da erwartet uns eine Wundertüte“, glaubt Schalkes Coach André Breitenreiter. Da dürfte es für den Gegner schon einfacher sein, sich auf die Schalker vorzubereiten. Denn die haben unter Breitenreiter einigermaßen konstant gespielt und offenbar die Leidenschaft wieder entdeckt, wie zuletzt beim 2:1-Erfolg am vergangenen Samstag gegen den FSV Mainz 05 zu beobachten war.

Als Breitenreiter völlig zurecht konstatiert hatte, dass seine Mannschaft „das Spiel unbedingt gewinnen wollte“. Tatsächlich hatten die „Knappen“ eine solche Inbrunst an den Tag gelegt, dass sie vom Publikum schon vor dem Abpfiff mit Ovationen und Sprechchören bedacht worden waren.

Einer der auffälligsten Spieler gegen Mainz war Leon Goretzka gewesen, der starke Impulse nach vorne setzte, aber vor allem auch derart engagiert nach hinten arbeitete, wie man es lange nicht von einem Schalker Mittelfeldspieler gesehen hatte.

Erst recht nicht vom nach Wolfsburg abgewanderten Julian Draxler, der doch zuletzt eher den gemütlichen Trab bevorzugt hatte, wenn es in Richtung eigenes Tor ging.

Der 20-jährige Goretzka empfindet auch vor dem ersten Europa-League-Spiel seiner Karriere „eine große Vorfreude“ und warnt gleichzeitig davor, Apoel Nikosia „nicht zu unterschätzen“.

Zur Schalker Reisegruppe gehört auch Mannschaftskapitän Benedikt Höwedes, der sich nach seiner fast viermonatigen Verletzungspause wegen einer Sprunggelenksverletzung mühsam wieder heran arbeitet.

Seit zwei Wochen steht der 26-Jährige wieder im Mannschaftstraining. „Aber er ist noch nicht bei 100 Prozent. Deswegen ist es unwahrscheinlich, dass er in der Startelf stehen wird“, sagt Breitenreiter.

"Schalke ist Favorit"

Wenn die Schalker in den vergangenen drei Jahren in der Champions League angetreten waren, hielt sich Horst Heldt mit seinen Prognosen angesichts der meist namhaften Gegner meist vornehm zurück.

Nun, vor dem ersten Gruppenspiel in der Europa League, sagt der 45-Jährige: „Wir sehen uns als Favorit und wollen die Gruppenphase überstehen.“ Angesichts des sportlichen Schalker Aufschwungs und der Gegner Apoel Nikosia, Sparta Prag und Asteras Tripolis ist das eine seriöse Einschätzung des Schalker Managers.

Die sein Team auch gleichzeitig motivieren soll, in der weniger attraktiven Europa League den nötigen Ehrgeiz an den Tag zu legen. Zwar wurde dieser Wettbewerb von der Uefa in dieser Saison finanziell um einiges aufgewertet. Doch da auch die Prämien für die große Schwester Champions League noch einmal um einiges erhöht worden sind, sieht Heldt auf europäischer Ebene weiter eine Zweiklassen-Gesellschaft: „Der Unterschied ist einfach weiterhin zu gewaltig. Es wäre wünschenswert, wenn vom dicken, fetten Kuchen der Champions League etwas mehr für die Europa League abfallen würde. Und diese Meinung vertrete ich nicht, weil Schalke in dieser Saison in diesem Wettbewerb spielt. Diese Meinung habe ich in den letzten Jahren auch schon vertreten.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare