Banner, Brief und Statement

Zoff zwischen Schalke und Ultras: Emotionaler Brief des Vorstands - Fans wüten weiter

Der Vorstand von Schalke und die Gelsenkirchener Ultras zoffen sich. Jetzt haben die Fans auf einen emotionalen Brief des Vereins reagiert.

Gelsenkirchen - In Gelsenkirchen war zuletzt einiges los. Erst machten die Ultras auf dem Vereinsgelände des FC Schalke 04 auf sich aufmerksam, indem sie dort kritische Banner befestigten. Grund für den Ärger der Fans ist laut eigenen Angaben nicht nur die sportliche Talfahrt des S04 mit inzwischen 26 sieglosen Spielen in Serie, sondern auch die fehlende Transparenz sowie mangelhafte Kommunikation im Vorstand des Klubs.

VereinFC Schalke 04
CheftrainerManuel Baum
StadionVeltins Arena (Gelsenkirchen)
Kapazität62.271

Schalkes Vorstand mit emotionalem Brief an Fans - Ultras prangern Klubführung an

Auf den besagten Bannern prangerten die Ultras nicht nur den sportlichen Negativtrend an, sondern auch die öffentlichen Auftritte des Vereins, bei denen etwa Vorschläge hinsichtlich einer neuen Rechtsform gemacht wurden. Zudem richteten sich einige Banner gezielt an Alexander Jobst, Marketing-Vorstand des FC Schalke 04: „9 Jahre Teil des Vorstands bedeutet: Teil des Problems statt der Lösung. Wann ziehst du endlich persönliche Konsequenzen?“, rufen die Ultras den 47-Jährigen indirekt dazu auf, das Zepter abzugeben.

Noch am gleichen Tag hat der FC Schalke 04 mit einem offiziellen Statement auf die Aktion der Ultras reagiert. Die Meldung, die der S04 auf seiner Vereins-Homepage veröffentlichte, ist so etwas wie ein emotionaler Brief, der sich zwar nicht explizit namentlich an die Ultras richtet, sich jedoch die Macher der Banner einmal genau vorknöpft.

„Es ist eine Grenze überschritten, wenn Einzelne namentlich zum Buhmann ausgerufen oder zum Alleinschuldigen erklärt werden sollen“, reagiert der Schalke-Vorstand insbesondere auf die Kritik an Alexander Jobst.

Schalkes Vorstand mit emotionalem Brief an Fans: „Nicht zu akzeptieren“

Der Verein könne solche Anschuldigungen nicht akzeptieren. „Keine Einzelperson und keine Gruppierung stehen über dem Wohl des Vereins“ heißt es in dem Brief, der sich in diesen Zeilen auch an einem Zitat von Schalkes Jahrhundert-Trainer Huub Stevens orientiert: „Es geht nicht um den Einzelnen, es geht immer um den Verein.“

Der Brief des FC Schalke 04 ist damit aber noch lange nicht beendet. In weiteren Abschnitten erinnert der Verein daran, dass er den Fans stets einen lebhaften Diskurs anbietet und coronabedingt zudem vermehrt einen „virtuellen Austausch“ ermöglichen will.

Einen sachlichen Dialog wünscht sich der S04 bis zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung, bei der „alles schonungslos auf den Tisch gebracht“ werden soll. Bis dahin gehe es zunächst aber nur um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Zugleich stellte der FC Schalke 04, dass er für dieses immer ambitionierter werdende Ziel die Unterstützung der Fans benötige. „Dafür brauchen wir den starken Zusammenhalt im Verein, der die Knappen immer ausgezeichnet hat. Nur gemeinsam schaffen wir es, in der 1. Bundesliga zu bleiben – dorthin gehört unser Verein“, schreibt der Vorstand.

Vorstand des S04 mit emotionalem Brief an Fans - Schalke-Ultras reagieren auf Statement

Kurz nach der Veröffentlichung des emotionalen Briefs des Schalker Vorstands haben auch die Fans der Königsblauen auf dieses Statement reagiert. Besonders beschwichtigt vom emotionalen Brief des Vorstands scheinen die Betreiber der S04-Fanpage „Schalke nur als e.V.“ nicht zu sein: „Auch heute würden wir unsere Mannschaft liebend gerne zum Klassenerhalt schreien. Was aber seit geraumer Zeit auf Vorstands- und Aufsichtsratsebene passiert, ist unabhängig von der sportlichen Talfahrt zu betrachten“, lautet die Antwort der Fans, die unter anderem auf Twitter veröffentlicht wurde.

Zerknirschte Gesichter beim Vorstand des S04: Zwischen Fans und Klubführung kam es am Donnerstag zu einem Zoff.

Der Zoff zwischen Schalke-Vorstand und Fans*, über den auch Ruhr24.de berichtet, bekommt auch dadurch neues Feuer, dass die Schalker Fans sehr wohl Kritik an einzelnen Verantwortlichen üben wollen. Dazu stellte „Schalke nur als e.V.“ klar: „Wenn Einzelpersonen nicht über dem Verein stehen, dann sollte das auch für die in Verantwortung stehenden Personen gelten. Kritik ist keine Absage an Dialog und wird von Fans formuliert, die einzig und allein aus Liebe zum FC Schalke 04 ihre Stimme erheben.“ Das taten die Fans in der letzten Zeit häufiger - unter anderem mit einem berührenden Video, das sogar im BVB-Lager für Gänsehaut sorgte.

Am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr) hat der FC Schalke 04 erneut die Möglichkeit, der sportlichen Talfahrt - oder zumindest der Negativserie von 26 sieglosen Spielen in Folge - ein Ende zu bereiten. Der S04 ist beim FC Augsburg zu Gast, es kommt zum Wiedersehen mit Ex-Kapitän Daniel Caligiuri, dessen Vertrag der Klub im Sommer nicht verlängern wollte. Eine von vielen Entscheidungen des Vereins, die den Fans und Ultras sauer aufstoßen. - *ruhr24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner / dpa

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