0:5-Debakel gegen Chelsea

Schalke 04 droht nun der internationale Totalschaden

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GELSENKIRCHEN - Es hatte schon vor der Partie keiner großartigen Mathematik-Kenntnisse bedurft, um festzustellen, dass Schalke bis zum letzten Vorrunden-Spieltag um den Einzug ins Achtelfinale bangen muss. Nach der 0:5 (0:3)-Pleite gegen Chelsea sind die Chancen der Blauweißen nochmals rapide gesunken.

Von Jens Greinke

Während sich Chelsea vorzeitig für das Achtelfinale qualifizierte, rutschte das Team von Trainer Roberto Di Matteo durch diese Niederlage auf den dritten Rang ab – und muss nun im letzten Gruppenspiel bei NK Maribor (10. Dezember) sogar noch um die Teilnahme an der Europa League zittern. Doch sollten sich die Knappen in der Untersteiermark in nur annähernd so gruseliger Verfassung präsentieren wie am Dienstag, dann dürfte es das gewesen sein mit dem internationalen Geschäft in dieser Saison. Nach dem Erstrunden-Aus im DFB-Pokal wäre es die zweite herbe Enttäuschung in dieser Saison.

"Zu viel Respekt und zu viel Raum"

„Wenn man schon in der ersten Minute ein Gegentor bekommt, wird es sehr, sehr schwierig. Wir haben zu viel Respekt und zu viel Raum gegeben, das hat Chelsea brutal ausgenutzt. Wir wollten natürlich etwas anderes abliefern“, sagte Di Matteo. „Das ist eine nicht zu erklärende erste Hälfte“, meinte Dennis Aogo. „Da ist es schwer, passende Worte zu finden, ich kann mich nur bei allen entschuldigen, die ins Stadion gekommen sind“, sagte Benedikt Höwedes.

Schlechteste Halbzeit der vergangenen Monate

Der erste Durchgang gegen das Team, mit dem Di Matteo 2012 die Champions League gewonnen hatte, war mit das Schlechteste, was die Blauweißen in den vergangenen Monaten in der eigenen Arena gezeigt hatten. Bereits nach 61 Sekunden hatte Diego Costa die Chance zur Führung, doch Schalke-Keeper Ralf Fährmann rettete mit Mühe zur Ecke. Die trat Cesc Fabregas, und zwar ziemlich gut: John Terry war per Kopf mit dem 0:1 zur Stelle.

Choupo-Moting trifft die Latte

Nach diesem frühen Schock versuchten die Schalker, ihr Spiel zu konsolidieren, doch in einzelnen Szenen wurde immer wieder deutlich, dass sie es gegen die Kombinations-Maschine aus London an diesem Abend schwer haben würden. Vielleicht hätte die Partie eine andere Wendung genommen, wenn Eric Maxim Choupo-Motings abgefälschter Schuss in der 13. Minute nicht an der Latte, sondern im Tor gelandet wäre.

Pfeifkonzert zur Halbzeit

So aber nahm das Unheil seinen Lauf. Willian schloss zunächst eine rasante Kombination mit Eden Hazard zum 0:2 ab (29.), schließlich sorgte der völlig neben sich stehende Jan Kirchhoff nach einer weiteren Ecke mit einem Kopfball ins eigene Netz für das 0:3 (44.). Die Schalker Mannschaft wurde mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine begleitet, was aber nicht verwundern durfte. Schließlich hatten die Engländer noch weitere Chancen liegen lassen, allein Costa hätte noch zwei Mal einnetzen können – einmal nach einem geradezu wahnwitzigen Aussetzer von Marco Höger.

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Die Statistik

Schalke:  Fährmann – Uchida, Höwedes, Felipe Santana, Aogo – Neustädter, Kirchhoff (46. Clemens) – Höger, Kevin-Prince Boateng (63. Meyer), Choupo-Moting – Huntelaar

Chelsea:  Courtois – Ivanovic, Terry, Cahill, Azpilicueta – Fabregas (79. Schürrle), Matic, Oscar (75. Ramires) – Willian, Hazard – Diego Costa (66. Drogba)

Schiedsrichter:  Jonas Eriksson (Schweden)

Zuschauer:  50 000

Tore: 0:1 Terry (2.), 0:2 Willian (29.), 0:3 Kirchhoff (44./Eigentor), 0:4 Drogba (76.), 0:5 Ramires (78.)

Gelbe Karten:  Höger / –

Während Höger auch in der zweiten Hälfte weitermachen durfte, wurde Kirchhoff von seinem Coach erlöst und durch Christian Clemens ersetzt. Später kam auch noch Max Meyer für den mal wieder indisponierten Kevin-Prince Boateng, der mehr Wert auf verspielte und überflüssige Körpertäuschungen als auf sinnstiftende Zuspiele gelegt hatte.

Viel zu retten gab es für die Schalker in dieser Partie aber nicht mehr, es herrschte im zweiten Durchgang phasenweise eine gespenstische Atmosphäre in der Arena. Vielen Schalker Anhängern hatte es schlichtweg die Sprache verschlagen – erst recht, als Didier Drogba (76.) und Ramirez (78.) noch zwei weitere Tore gelangen.

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