S04 nach dem Abstieg

Vertragsauflösung statt Geldregen: Profis bereiten Schalke 04 Kopfschmerzen

Der FC Schalke 04 sucht händeringend nach Abnehmern für Spieler. Einige könnten auch nach dem Abstieg in die 2. Liga großes Geld verdienen bei S04.

Hamm - Beim FC Schalke 04 gehen mittlerweile alle Blicke in Richtung 2. Liga. Dort wird der S04-Kader in der kommenden Saison auf den Hamburger SV treffen. Der ehemalige Bundesliga-Dino gilt als mahnendes Beispiel, schrammte er doch zum dritten Mal in Folge am Aufstieg vorbei. Und dennoch: Die Aufgabe, die Königsblau nach dem Abstieg bevorsteht, ist noch um einiges schwieriger.

VereinFC Schalke 04
TrainerDimitrios Grammozis
Arena/StadionVeltins Arena
OrtGelsenkirchen

Schalke-Umbruch: Vertragsauflösung statt Ablöse - Profis bereiten S04 Kopfschmerzen

Rund 22 Millionen Euro stehen dem neuen Schalke-Team in der 2. Liga zur Verfügung, wie die Sport Bild berichtet. Was sich zunächst nach einer stolzen Summe für die Mission direkter Wiederaufstieg anhört, lässt auf den zweiten Blick Raum für Zweifel offen. Denn: S04 muss die Personalkosten von 80 Millionen Euro auf beinahe ein Viertel senken.

Zum Vergleich: Nach dem Abstieg 2018 musste der Hamburger SV zwar ebenfalls sparen. Die Senkung der Personalkosten von 55 auf 26 Millionen Euro wirken vergleichsweise jedoch beinahe wie ein Klacks. Drei Jahre sind seitdem vergangen. Den Spagat zwischen finanzieller Sicherheit und sportlichem Erfolg hat der HSV noch immer nicht geschafft.

Schalke-Umbruch: Großverdiener Sebastian Rudy macht S04 große Probleme

Bei Schalke 04 drücken über 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten auf das Gemüt. Ablösefreie Transfers sind ein Muss. Ablösesummen für neue Spieler spätestens in siebenstelliger Höhe ein No-Go für Sportvorstand Peter Knäbel und Sportdirektor Rouven Schröder. Den Anfang haben die Gelsenkirchener bereits gemacht mit den Transfers von Danny Latza und Simon Terodde.

S04 verpflichtet einen Knipser mit Torgarantie und einen Dauerläufer im Mittelfeldzentrum für die neue Saison. Beide kommen ablösefrei, beide bringen die nötige Erfahrung mit für die 2. Liga. Die Spieler aus dem aktuellen Schalker Kader jedoch bereiten den Verantwortlichen Kopfschmerzen. Allem voran Sebastian Rudy.

Schalke-Umbruch: S04 strebt Vertragsauflösung mit Sebastian Rudy an

Der 31-Jährige kehrt im Sommer zum FC Schalke 04 zurück, wo er einen gültigen Vertrag für die 2. Liga besitzt. Nach Informationen von Sky erhält Rudy bei S04 ein Jahresgehalt von sechs Millionen Euro. Auch nach dem Abstieg sind keine Kürzungen vorgesehen. Sebastian Rudy war 2018 vom FC Bayern zu Königsblau gewechselt. Den Anforderungen wurde der ehemalige Nationalspieler nie gerecht. Auch das Experiment als Rechtsverteidiger auf Schalke zu Saisonbeginn unter Ex-Trainer David Wagner ging schief.

Sebastian Rudy würde im Sommer zu Schalke 04 zurückkehren.

Schalke 04 will den Großverdiener, der bis 2022 vertraglich am Verein gebunden ist, unbedingt loswerden. Ein weiteres Problem: Die Ablöse an den FC Bayern (16 Millionen Euro) wurde in vier Teile gesplittet. Vier Millionen Euro muss Schalke 04 in diesem Sommer überweisen. Geld, welches der Verein gar nicht hat. Wie die Sport Bild berichtet, würde S04 gar eine Vertragsauflösung mit Sebastian Rudy anstreben und somit auf eine Ablöse verzichten.

Schalke-Umbruch: S04 darf bei Amine Harit und Suat Serdar auf Ablöse hoffen

Ein Szenario, welches ebenso für Mark Uth und Matija Nastasic infrage käme. Beide S04-Profis würden den Verein mit unverändertem Gehalt in die 2. Liga begleiten. Mit einer hohen Ablösesumme darf Königsblau wohl nicht rechnen. Das Motto: Hauptsache runter von der Gehaltsliste.

Zumindest bei Amine Harit und Suat Serdar dürften die Knappen auf eine Ablösesumme hoffen. Beiden Profis hatten sich in einem Einzelgespräch mit Peter Knäbel wohl gegen einen Verbleib ausgesprochen. Zusammen mit Nastasic und Uth würden sie bereits zwölf Millionen Euro des zur Verfügung stehenden Spieleretats von 22 Millionen Euro einnehmen. Nicht machbar für S04, zumal Ralf Fährmann (2,5 Millionen Euro) bleiben soll.

Schalke 04 will vier Spieler im Sommer unbedingt loswerden.

Klar ist: An Urlaub werden Peter Knäbel und Rouven Schröder aktuell nicht denken. Der Umbruch für die 2. Liga ist in vollem Gange. Der Verkauf von Ozan Kabak stellt die nächste große Baustelle dar. Offenbar macht der FC Liverpool nicht Gebrauch von der im Leihvertrag verankerten Kaufoption. Auf der Gegenseite stehen zahlreiche Transfergespräche an. Trainer Dimitrios Grammozis bleibt optimistisch.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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