Klub-Boss im Visier

Schalke: Tönnies bei Fans massiv in der Kritik - Demo am Samstag

Plakate, Banner und mehr: Clemens Tönnies gerät nicht nur wegen Corona bei Fans und Ultras von Schalke 04 unter Beschuss. Am Samstag findet eine Demo statt.

  • Die Schalker Ultras protestieren auf dem Vereinsgelände Berger Feld.
  • Besonders der Vorstandsvorsitzende von Schalke 04 Clemens Tönnies gerät ins Visier. Die Fans kündigen eine Demo an.
  • Schalkes Vorstände Alexander Jobst und Jochen Schneider reagieren (Update vom 24. Juni, 10.35 Uhr).

Update vom 24. Juni, 15.52 Uhr: Die Behörden in Gelsenkirchen haben die angekündigte Demonstration von Fans des FC Schalke 04 am Samstag genehmigt. Maximal 2000 Besucher seien zugelassen, zudem müssten sich die Teilnehmer an Hygiene-Vorschriften halten, berichtete die WAZ.

Verein:FC Schalke 04
Stadion:Veltins Arena
Kapazität:62.271 Zuschauer
Beteiligte Personen:Ultras Gelsenkirchen, Clemens Tönnies
Thema:Stellungnahme und Ankündigung einer Demo

Verschiedene Fan-Gruppierungen hatten dazu aufgerufen, sich parallel zum Bundesliga-Auswärtsspiel der Schalker in Freiburg (15.30 Uhr) an einer Menschenkette rund um das Vereinsgelände Berger Feld mit der Veltins-Arena zu beteiligen. Unter dem Motto "Schalke ist kein Schlachthof - gegen die Zerlegung unseres Vereins" wollen die Fans aufmerksam machen auf Missstände und Fehlentwicklungen im Klub und im Fleisch-Unternehmen des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies. Von der Demo auf Schalke berichtet WA.de im Live-Ticker.

Tönnies bei Fans und Ultras von Schalke in der Kritik - Initiator über Demo: "Es geht uns um …"

Update vom 24. Juni, 12.01 Uhr: Die Krise auf Schalke nimmt immer größere Züge an. Die Fans machen dafür den mächtigen Klub-Boss Clemens Tönnies verantwortlich. Die Anhänger der Königsblauen machen ihrem Ärger Luft - mit Plakaten und einer Demo am Samstag rund um die Schalker Arena.

Stefan Barta und Katharina Strohmeyer sind die Initiatoren der Demo mit dem Motto "Schalke ist kein Schlachthof - gegen die Zerlegung unseres Vereins". Grund: Die Fans machen sich so viele Sorgen um Schalke wie noch niemals zuvor. "Ich will ihn einfach weghaben, nicht länger hinnehmen", sagt Barta im Gespräch mit dem WA. Ihn - damit ist Clemens Tönnies gemeint, der wegen der massenhaften Corona-Infektionen in seinem Unternehmen den von Mittwoch an wirksamen Lockdown im Kreis Gütersloh zu verantworten hat.

Die Fans von Schalke wollen am Samstag ab 15.30 Uhr rund ums Vereinsgelände am Berger Feld eine Menschenkette bilden. "Wir wollen ein friedliches Zeichen der Solidarität mit den Mitarbeitern des Vereins, für die Einhaltung unseres Leitbildes, gegen Rassismus und Ausgrenzung sowie für die Mitbestimmung der Fans setzen", erklärt Barta.

Dabei müsse er eingestehen, dass selbst Anhänger von Borussia Dortmund ihm schon ihre Verbundenheit bei dieser Aktion zukommen lassen. "Das ist natürlich bitter, wenn man Mitleid vom Erzfeind bekommt. Aber es ist ja gut gemeint, die Zustimmung ist riesig", sagt Bartra: "Wie verantwortungslos dieser Mann ist, sieht man derzeit in Gütersloh. Und so führt er auch den Verein", meint er mit Blick auf Klub-Boss Tönnies.

Der aktuelle sportliche Misserfolg der Schalke habe mit der Demo gar nichts zu tun, sagt Barta: "Es geht uns um die Nebengeräusche neben dem Platz. Wohin man auch schaut, es ist mit diesem Tönnies unerträglich geworden. Dadurch hat sich sogar bei Fans, die dem Verein seit über 40 Jahren die Treue halten, oder auch Alles-Fahrern, die bei jedem Freundschaftsspiel dabei sind, Frustration, Resignation und Gleichgültigkeit breit gemacht. Teilweise habe sie sich sogar abgewendet. Die sagen, dass sei nicht mehr ihr Schalke. Daher ist es jetzt mal wieder an der Zeit, gemeinsam aufzustehen.

Tönnies in der Kritik: Schalker Ultras protestieren und kündigen Demo an - Vorstand reagiert

Update vom 24. Juni, 10.35 Uhr: Für Clemens Tönnies könnte es auch auf Schalke eng werden. Der Aufsichtsratschef, der gerade privat ums Überleben seines Fleischimperiums kämpft, ist ins Fadenkreuz der Fans gerückt.

Die Ultras haben ihr langes Schweigen gebrochen und geben dem Unternehmer eine Mitschuld an der Krise. "Schalke ist kein Schlachthof! Gegen die Zerlegung unseres Vereins", lautet das markige Motto mehrerer Fan-Organisationen, die für Samstag eine Demonstration ankündigt haben. Um 15.30 Uhr, wenn der Bundesligist zum letzten Saisonspiel beim SC Freiburg antritt, wollen die Fans von S04 eine Menschenkette rund ums Vereinsgelände bilden - natürlich unter Einhaltung der Hygienebestimmungen.

Zuvor hatten sich die Ultras nach vielen Wochen zu Wort gemeldet und die Gremien und Führungspersonen für das Chaos verantwortlich gemacht. "Die gesamte Saison ist eine moralische Bankrotterklärung. Ein Ausverkauf der Schalker Werte, die zu Marketing-Zwecken zwar gern benutzt, ansonsten aber mit Füßen getreten werden", heißt es in einer Erklärung.

Die Schalker Ultras protestieren auf dem Schalker Vereinsgelände und kündigen Demo an.

Die Schalker Führung reagierte. "Wir haben Verständnis für Fans und Mitglieder, die aktuell ihren Unmut über die Situation beim FC Schalke 04 äußern", erklärten Sportvorstand Jochen Schneider und Alexander Jobst (Vorstand Marketing und Kommunikation) in einer gemeinsamen Erklärung: "Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist eine Selbstverständlichkeit, wir sehen die Kritik und setzen uns damit auseinander. Wir glauben, nur im Dialog lässt sich das notwendige Vertrauen für eine bessere Zukunft zurückgewinnen und sind dazu jederzeit bereit."

Tönnies in der Kritik: Schalker Ultras protestieren und kündigen Demo an: "Die einzigen Härtefälle sitzen ..."

[Erstmeldung] Gelsenkirchen - Seit Wochen ist es still in der Gelsenkirchener Veltins Arena. Keine Fans, die vor dem Spielbeginn das berühmte 'Steigerlied' anstimmen, anschließend die Spieler des FC Schalke 04 nach vorne peitschen - und wohl aktuell ob des sportlichen Verfalls ein lautes Pfeifkonzert geben. Lange hat der königsblaue Anhang geschwiegen und konnte seinem Unmut während der Geisterspiele keine Luft machen. Nun meldeten sich die Ultras mit einer Stellungnahme und zahlreichen Protest-Plakaten zu Wort und kündigten eine Demo an. Besonders einer gerät dabei ins Visier.

Am Dienstagmorgen waren zahlreiche Schriftzüge auf dem Schalker Vereinsgelände Berger Feld im Parkstadion, an der Glückauf-Kampfbahn und an einer Brücke in Gelsenkirchen zu sehen. "Keine Ausbeuter bei S04. Tönnies raus" oder "Die einzigen Härtefälle sitzen in der Führungsetage unseres Vereins" war auf den Bannern zu lesen. Deutlicher könnte die Nachricht des Schalker Anhangs kaum sein.

Schalker Ultras nehmen Clemens Tönnies ins Visier - Proteste und Demo angekündigt

Die Gründe sind vielschichtig. Vor wenigen Wochen sorgte Schalke 04 mit einem äußerst umstrittenen Härtefallantrag für Aufsehen. Zudem steht Schalkes Vorstandvorsitzender Clemens Tönnies nach seinen rassistischen Äußerungen und der zuletzt offen geführten Diskussion der Ausgliederung der Profi-Abteilung im Visier der Ultras. Die sportliche Talfahrt von Königsblau tut ihr Übriges.

"Tönnies ist Gesicht des Niedergangs und regte zuletzt auch öffentlich die Ausgliederung an", schrieben die Schalker Ultras auf Twitter, nachdem sie am Montag eine Stellungnahme veröffentlichten. In ihr bezeichneten die Ultras die gesamte Saison als "moralische Bankrotterklärung". 

Stellungnahme der Ultras wegen Tönnies: "Ausverkauf der Schalker Werte"

Vielmehr sehen die Schalker Ultras die Identität ihres Vereins und die die damit einhergehende Identifikation in Gefahr. Königsblau droht zu zerbrechen. Es drohen gravierende Konsequenzen. "Ausverkauf der Schalker Werte, die zu Marketingzwecken zwar gern benutzt, ansonsten aber mit Füßen getreten werden", hieß es in der Stellungnahme. Der Verein verliere zunehmend an "Glaubwürdigkeit und Identifikation". Ihren Post versahen die Ultras in Anspielung auf das vom Club kreierte Motto "#NurImWir" mit dem Zusatz "Schalke 2020 - #NurImIch".

Die Schalker Vereinsführung rund um Clemens Tönnies gerät bei Protesten ins Visier der Ultras.

Selten habe der Klub "ein katastrophaleres Bild abgegeben", heißt es weiter. Neben der sportlich desolaten Rückrunde seien es vor allem die Gremien und Vereinsverantwortlichen um die Vorstände Jochen Schneider und Alexander Jobst sowie Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, "die unseren Verein Woche für Woche der Lächerlichkeit preisgeben und jeglichen Kontakt zur Gelsenkirchener Realität verloren zu haben scheinen." 

Zudem kündigten die Schalker Fans für den kommenden Samstag von 15.30 Uhr bis 17.15 Uhr eine Demo an. Passend, bestreitet der FC Schalke 04 doch in genau diesem Zeitraum sein letztes Saisonspiel. Geplant ist eine Menschenkette rund um das Berger Feld. So heißt es in der Pressemitteilung der Fans: "Wir setzen ein friedliches Zeichen der Solidarität mit den Mitarbeitern des S04, für die Einhaltung unseres Leitbildes, gegen Rassismus und Ausgrenzung, für die Mitbestimmung der Fans!"

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