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Bitter verzockt: Grammozis verteidigt Schalker Rotation bei Pokal-Aus

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Von: Sven Schneider

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Schalke 04 scheidet im DFB-Pokal gegen TSV 1860 München aus. Trainer Dimitrios Grammozis hat sich verzockt - und verteidigt seine königsblaue Rotation.

München - Schalke 04 scheitert am TSV 1860 München in der 2. Runde im DFB-Pokal (0:1). Königsblau hatte am Dienstagabend fleißig personell rotiert. Das allerdings vergeblich. Die Aufstellung des S04-Kaders warf Fragen auf. Klar war nach 90 Minuten: Trainer Dimitrios Grammozis hatte sich beim Drittligisten ärgerlich verzockt.

VereinFC Schalke 04
TrainerDimitrios Grammozis
Gründung4. Mai 1904, Gelsenkirchen
Mitglieder160.023 (1. September 2019)

Schalke: Dimitrios Grammozis verteidigt Aufstellung gegen TSV 1860 im DFB-Pokal

„Wir sind alle enttäuscht. Wir wollten eine Runde weiter kommen“, sagte Trainer Dimitrios Grammozis nach dem Spiel bei Sky. „Wir haben trotzdem viele Chancen gehabt. Der Torwart hat sensationell gehalten. Aber so ist es, wenn ein unterklassiger Gegner auf einen höherklassigeren trifft. Dass dann alles reingeworfen wird. Sie haben alle Körner bis zur letzten Minute rausgeholt, sie haben mit sehr viel Leidenschaft verteidigt. Uns hat letztlich das Quäntchen gefehlt“, so Grammozis weiter.

Dass der aktuelle Tabellendritte, der in der 2. Liga mit vier Siegen in Folge in bester Verfassung ist, aber im DFB-Pokal so deutliche Probleme hatte, daran trägt der Schalker Trainer zumindest eine Teilschuld. Dimitrios Grammozis hat sich mit seiner Aufstellung gegen TSV 1860 schlichtweg verzockt - mit schwerwiegenden Folgen.

Schalke: Höchststrafe für Darko Churlinov im DFB-Pokal gegen TSV 1860

Mit Darko Churlinov hatte Dimitrios Grammozis einen gelernten Offensivspieler auf die linke Abwehrseite gestellt im DFB-Pokal. Stammspieler Thomas Ouwejan nahm hingegen zunächst auf der Bank Platz. Dass sich der Niederländer regelmäßig in die Schalker Offensive einschaltet und damit das tut, was Darko Churlinov so gerne macht, beweist ein Blick auf die Zahlen. Sechs Treffer bereitete Ouwejan in der laufenden Spielzeit vor. Gekrönt hatte der Schalker Fanliebling seinen starken Saisonstark mit seinem ersten Pflichtspieltreffer für Schalke 04 am vergangenen Wochenende gegen Dresden (3:0).

„Darko war nicht so im Spiel. Wir hatten Probleme über diese Seite“, erklärte Grammozis. „Ein Kader besteht nicht nur aus elf Spielern. Wir haben in sechs Tagen drei Spielen. Wenn man verliert, wird so etwas immer infrage gestellt. Hätten wir gewonnen, hätten alle gesagt, die Belastungssteuerung sei genau richtig gewesen“, fügte der Schalker Trainer an.

Schalke: Aus im DFB-Pokal gegen TSV 1860 - Dimitrios Grammozis reagiert

Dass Thomas Ouwejan allerdings auch erfahren darin ist, dass eigene Tor zu verteidigen, ist ebenso bekannt. Sein Vertreter Darko Churlinov hingegen eher weniger, für den seine Premiere auf der linken Abwehrseite nach nur 22 Minuten beendet war. „Darko ist ein Offensivallrounder, der mit seiner Geschwindigkeit und seinen Qualitäten im Eins-gegen-Eins ein ständiger Unruheherd für die gegnerische Verteidigung ist“, sagte Schalkes Sportdirektor Rouven Schröder bei der Verpflichtung von Darko Churlinov.

Aushilfsverteidiger Darko Churlinov trottete am Dienstagabend mit gesenktem Kopf vom Feld. Beim 0:1-Gegentreffer von Stefan Lex sah Darko Churlinov überhaupt nicht gut aus, als er sich im eigenen Strafraum den Ball von Routinier Sascha Mölders abnehmen ließ. Die frühe Auswechslung jedoch dürfte viel schmerzhafter gewesen sein für den Nordmazedonier, der ohnehin schon kaum Spielanteile bei Königsblau erhält.

Schalke: Dimitrios Grammozis verzockt sich gegen TSV 1860 im DFB-Pokal

291 Minuten stehen wettbewerbsübergreifend zu Buche. Ähnliches gilt für Reinhold Ranftl und Marvin Pieringer. Beide bekamen gegen TSV 1860 die Chance sich zu beweisen. Weil dies nicht gelang, reagierte Dimitrios Grammozis im Laufe der 90 Minuten. „Wir wussten, dass wir auf einen Gegner treffen, der alles reinwerfen wird, uns unter Druck setzen wird. Den Anfang in den ersten fünf, zehn Minuten haben wir verpennt, oft ins Pressing von 60 reingespielt“, sagte er nach dem Spiel. Dass seine Rotation misslang, merkte der Coach schnell.

Doch die Einwechslungen machten seine personellen Fehlentscheidungen nicht mehr wett. „Wir waren überzeugt von der Aufstellung. Ich habe das nicht gemacht, um etwas herzuschenken. Wir wollten weiterkommen“, rechtfertigte sich DImitrios Grammozis. „Das war kein Testspiel für uns. Ich habe nicht gesagt, dass wir nach München fahren und gucken, was passiert. Darum bin ich enttäuscht. Ich fahre nicht ins Hotel und sage: ‚Scheiß drauf‘. Ich muss das schon sacken lassen“, fügte er an.

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