Schalke 04

Tedescos Sprachrohr: Stambouli ist bereit für die Beförderung

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Für Schalkes Trainer Domenico Tedesco (vorne rechts) ist Benjamin Stambouli ein wichtiger Ansprechpartner - und künftig wohl auch der Vize-Kapitän.

Seit dem Abgang von Naldo ist das Amt des Vize-Kapitäns von Schalke 04 unbesetzt. Der heißeste Anwärter ist Benjamin Stambouli - aus mehreren Gründen.

Benidorm – „Zurück“, hallte es über den gesamten Trainingsplatz. „Come on.“ Oder „mehr in die Tiefe“. Die Stimme war dabei erhoben. Deutlicher als sonst. Benjamin Stambouli korrigierte. Gab Anweisungen. Lobte. Kritisierte. Der Franzose wächst immer mehr in die Rolle eines Lautsprechers der Mannschaft von Schalke 04 hinein.

Muss er auch. Denn durch den Abschied von Vize-Kapitän Naldo ist in der Hinsicht Vakanz entstanden. „Eine sehr große Lücke“, wie es Kapitän Ralf Fährmann erklärte. Stambouli ist sichtlich bemüht, diese Rolle anzunehmen. Doch auch in der gesamten Mannschaft kommt in den Einheiten im Trainingslager in Benidorm mehr Feuer herein. Ob als Reaktion auf die für Königsblau kritische Berichterstattung über fehlende Spannung im Training oder als Einsicht, mehr geben zu müssen, werden wohl erst die kommenden Tagen zeigen.

Schalker Klub-DNA verinnerlicht

Unabhängig davon ist Fakt: Schalke braucht Leute auf dem Platz, die derartige Kommandos geben und Verantwortung übernehmen. Daher wäre es wohl eine große Überraschung, wenn Cheftrainer Domenico Tedesco dem 28-jährigen Stambouli, der auch Teil des Mannschaftsrates ist, nicht das Amt des Vize-Kapitäns anvertrauen würde. Zum Start des Vorbereitungscamps an der Costa Blanca erklärte der Coach, sich darüber noch keine Gedanken gemacht zu haben. Nach wie vor ist der Vollzug nicht aktuell. Auch wenn vieles auf eine "Beförderung" für Stambouli hindeutet.

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Für Tedesco ist Stambouli längst ein wichtiger Ansprechpartner. Der Coach schätzt den Defensivspieler sehr. Seine fußballerische Intelligenz. Sein taktisches Verständnis. Beides bekam er im Grunde in die Wiege gelegt. Sein Vater Henri Stambouli wie auch sein Großvater Gérard Banide waren Trainer.

Hinzu kommt, dass der Franzose sich schnell angepasst, Deutsch gelernt und den Klub Schalke 04 verstanden hat. Begriffe wie „malochen“ hat er längst in seinen Wortschatz aufgenommen. Weil er weiß, dass es Teil der Schalker DNA ist. So ist er dazu für die deutsch- wie auch für die nicht wenigen französisch sprechenden Spieler ein wichtiger Anlaufpunkt. „Er ist technisch gut, mutig, hat eine gute Spieleröffnung und eine gewissen Punch im Zweikampf“, hatte Tedesco vor einigen Monaten über den Franzosen gesagt, der längst auch sportlich auf Schalke angekommen ist.

Amt nicht so wichtig

Intern, das versichert der größte Anwärter auf den stellvertretenden Posten selbst, sei die Vize-Kapitänsfrage überhaupt kein Thema. „Natürlich wäre das eine Ehre für mich. Aber für uns“, sagt Stambouli, „ist Ralf Fährmann der Kapitän, danach ist es egal. Jeder hat seine Rolle in der Mannschaft.“

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Seine eigene ist dabei nicht allzu unwichtig. Mit 28 Jahren gehört er zu den älteren Profis im a Kader. „Wir haben viele junge Spieler, und ich habe ein bisschen Erfahrung“, sagt er. „Diese muss ich weiter geben und auf diese Weise helfen. Ich bin allerdings genauso froh, wenn jemand kommt und mich verbessert.“

Er selbst versuche immer zu reden. „Ich habe dabei auch nicht immer recht, aber es ist schön, dass es eine Reaktion gibt, wenn ich etwas sage. Es ist wichtig, darüber zu sprechen, was wir verbessern können.“ Und das, das zeigt die Hinrunde, ist einiges.

Wie Stambouli dazu betragen kann? „Motivieren und versuchen, dass das Team ein Pulk ist, dass alles in die richtige Richtung läuft und sich keiner zu viele Gedanken macht. Manchmal ist es besser, sich nur auf seine Leistung zu fokussieren. So kannst du auch anderen helfen.“ Und mit lauten Anweisungen auf dm Platz, wie sie Stambouli immer mehr gibt.

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