Keine Spur von Eitelkeit

Tedesco vor Galatasaray-Spiel ganz offen: "Habe mich stark hinterfragt"

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Domenico Tedesco bei der Pressekonferenz.

Die zurückliegenden Wochen haben auch am Nervenkostüm von Domenico Tedesco gezerrt. Das gibt der Trainer des FC Schalke 04 für den Istanbul-Spiel zu.

Gelsenkirchen – Während in Krisenzeiten stets die Rede vom gesunkenen Selbstvertrauen bei den Spielern ist, ist es im Profifußall ein recht unerforschtes Feld, wie sehr dieses unter den Trainern leidet, wenn die Ergebnisse nicht stimmen.

Domenico Tedesco hat recht schwierige Wochen hinter sich und dürfte in dieser Saison auch noch einen steinigen Weg vor sich haben. Und der Schalker Cheftrainer gibt zu, dass es auch für ihn zuletzt nicht so einfach gewesen ist, eine breite Brust zu bewahren.

Dass der 33-Jährige vor dem Rückspiel in der Champions League gegen Galatasaray Istanbul (Dienstag, 21 Uhr/bei uns im Live-Ticker) zugibt, dass sein Selbstbewusstsein angekratzt war und wohl auch noch sein dürfte, gehört zu den bemerkenswerten Facetten dieses jungen Coaches.

"Da bin ich nicht eitel"

Während der ein oder andere erfahrenen Kollege angesichts einer solchen Frage wahrscheinlich verständnislos bis überheblich mit dem Kopf geschüttelt hätte, meinte Tedesco: „Da bin ich nicht eitel. Ich habe mich in den vergangenen Wochen selbst stark hinterfragt: Wie gestalte ich das Training? Habe ich genug kommuniziert? Habe ich den richtigen Kader nominiert? Habe ich meine Entscheidungen richtig kommuniziert?“

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All diese Fragen würde sich in erfolgreichen Zeiten natürlich auch stellen. „Aber sie stellen sich öfter und penetranter in Phasen, in denen es nicht so gut läuft“, sagt Tedesco.

Die Offenheit zeichnet ihn aus

Seine Offenheit zeichnet den Deutsch-Italiener aus. Und sie kommt auch in der Mannschaft gut an. Tedesco hat auch nach dem katastrophalen Saisonstart mit fünf Niederlage in Folge nicht das Vertrauen seiner Spieler verloren.

Ganz im Gegenteil. Die Startkrise der Schalker in dieser Spielzeit dürfte nicht nur dafür gesorgt haben, dass der junge Trainer Tedesco weiter gereift ist. Er ist auch mit der Mannschaft noch enger zusammengerückt.

Benjamin Stambouli, mit 27 Jahren einer der erfahrensten Profis im Kader, lobt Tedesco jedenfalls ausdrücklich und vor allem glaubhaft. Der Franzose will sich nicht bei seinem Vorgesetzten anbiedern, wenn er sagt: „Unser Trainer ist zwar sehr jung, aber er hat immer eine gute Lösung. Außerdem ist er ein Coach, der sehr viel spricht mit den Spielern, was ich so auch noch nicht erlebt habe. Er hat stets einen Matchplan. Das ist sehr wichtig und gut für uns. Für mich ist es kein Unterschied zwischen einem 33- oder 50-jährigen Trainer.“

Lob vom erfahrenen Stambouli

Nach der erfolgreichen vergangenen Woche, in der die Schalker zunächst beim 1. FC Köln im Elfmeterschießen ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen sind und am Samstag in der Bundesliga einen 3:1-Erfolg gegen Hannover 96 folgen ließen, dürfte ein wenig der verlustig gegangenen Leichtigkeit ans Berger Feld zurück gekehrt sein.

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Zumal sich in der Königsklasse eine attraktive Perspektive bietet. Nach zwei Remis und einem Sieg (1:0 bei Lok Moskau) stehen die Schalker dicht vor dem Einzug ins Achtelfinale. Ein Sieg über Galatasaray nach dem 0:0 im Hinspiel vor zwei Wochen würde den Königsblauen einen Vorsprung von vier Punkten gegenüber den Türken verschaffen.

Und sollte Moskau bei Tabellenführer Porto verlieren, würden die Schalker selbst im Falle eines Sieges sicher im europäischen Geschäft überwintern. Die Qualifikation für die Europa League stünde bei dann acht Punkten Vorsprung auf die Russen fest. Selbst ein Remis gegen Porto dürfte den Knappen letztlich für die Teilnahme an der Europa League reichen.

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