Di Matteo will nichts dem Zufall überlassen

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Trainer Roberto Di Matteo begrüßt die Spieler

GELSENKIRCHEN - Überpünktlich, akribisch und im königsblauen Sport-Outfit - so nahm der neue Chefcoach Roberto Di Matteo am Donnerstag "auf Schalke" die Arbeit auf.

Ganz klares Zeichen: Der Nachfolger des zwei Tage zuvor beurlaubten Jens Keller möchte bei den Gelsenkirchenern nichts dem Fußball-Zufall überlassen. Schon lange vor der für 14.30 Uhr angesetzten Einheit baute der 44-jährige Di Matteo am Donnerstag die Hütchen für die vorgesehenen Übungen auf.

Mit ihm auf dem Platz waren zu diesem Zeitpunkt auch sein Assistent Attilio Lombardo und Torwart-Coach Massimo Battara. Manager Horst Heldt beobachtete das Geschehen beim aktuellen Tabellenelften von einem Balkon der Schalker Geschäftsstelle. "Er steht für eine gute Organisation, eine eigene Spielphilosophie und legt viel Wert auf Disziplin - auf dem Platz und außerhalb des Platzes", hatte Sportvorstand Heldt zuvor wissen lassen.

Dann wurde es ernst: Di Matteo begrüßte sein neues Team im Beisein von über 1000 Fans per Handschlag. Unter den 25 Spielern war auch Weltmeister und Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes, der zuvor wegen einer Verletzung dreieinhalb Wochen pausieren musste.

Später war Di Matteo fast immer mittendrin. Denn er möchte nicht nur fordern und fördern: Um seinen Bundesligaprofis zu veranschaulichen, wie er es gern hätte im Training, machte der in der Schweiz geborene Italiener Teile der Übungen häufig selbst vor. Ein Vorbild in jeder Hinsicht - auch das möchte Di Matteo sein.

Roberto Di Matteo beim ersten Training auf Schalke

Pass-Spiele oder Torschuss-Versuche, zwischendurch Besprechungen am Mittelkreis, Einzelgespräche: Der Neue wurde seinem Ruf, ein in allen Belangen penibler Fußball-Arbeiter zu sein, gerecht. Di Matteo: "Ich bin ein Trainer, der sehr viel mit seinen Spielern kommuniziert." Das alles soll helfen, die Erstliga-Heimpremiere Di Matteos im Land des Weltmeisters am 18. Oktober gegen Hertha BSC erfolgreich zu gestalten. Er freut sich auf die Herausforderung: "Der Verein steht für Leidenschaft und hat herausragende Fans."

Nach dem schwachen Saisonstart hatten die Schalker Keller am Dienstag nach 22 Monaten beurlaubt und zeitgleich Di Matteo verpflichtet. Der Italo-Schweizer, der 2012 mit dem FC Chelsea die Champions League und den englischen Pokal gewann, hat bei den Gelsenkirchenern einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017. Seine Ziele: "Aus jedem Akteur das Maximum herauszuholen" und erneut die Champions-League-Teilnahme zu schaffen. - dpa

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