Charme-Offensive

Breitenreiter gibt sich beim ersten öffentlichen Training volksnah

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Gelsenkirchen - Als die Profis schon auf dem Weg in Richtung der erfrischenden Duschen waren, leistete André Breitenreiter noch Schwerstarbeit. André hier, André da – der 41-jährige schwang den Edding, posierte für unzählige Selfies und sagte lächelnd: „Das macht man doch gerne.“

Es war eine regelrechte Charme-Offensive, zu der Schalkes neuer Cheftrainer beim ersten öffentlichen Training unter seiner Leitung ansetzte. Breitenreiter gab sich volksnah und kumpelhaft und stellte somit einen extremen Kontrast zu seinem Vorgänger, dem stets unterkühlt und unverbindlich wirkenden Roberto Di Matteo, dar. Bereits am Sonntag zuvor war der gebürtige Niedersachse bei der Mitgliederversammlung von mehr als 9000 Menschen mit freundlichem Applaus empfangen worden. Momente, die Eindruck bei Breitenreiter hinterlassen haben: „Ich bin nicht populistisch. Deshalb kann ich nicht nach zwei, drei Tagen sagen, ich bin schon infiziert. Aber das ging mir schon sehr nah“, sagt er über seine ersten öffentlichen Auftritte als Schalke-Trainer.

Höwedes bleibt Kapitän

Vom Charakter her scheint Breitenreiter auf Schalke zu passen. Die entscheidende Frage dürfte in den kommenden Wochen sein, wie gut er mit dem als schwierig geltenden Kader zurecht kommen wird. Obwohl es der Ex-Trainer des SC Paderborn nun mit zig Nationalspielern und auch zwei Weltmeistern (Höwedes und Draxler) zu tun hat, glaubt er nicht, dass er mit seiner Art der Menschenführung scheitern wird. „Diese Spieler sind genauso zugänglich wie alle anderen. Der erste Eindruck, den ich von ihnen habe, ist gut“, sagt Breitenreiter. Sein verlängerter Arm wird Höwedes sein, den er bereits in seinem Amt als Kapitän bestätigt hat. „Ich erwarte, dass er voran geht und die Kabine im Griff hat“, sagt der Coach: „Und dass er denen, die es vielleicht noch nicht so verinnerlicht haben, erklärt, was Schalke ist.“

Erstes Schalke-Training mit Breitenreiter

Bei der ersten Trainingseinheit auf dem Rasen bei schweißtreibenden 35 Grad im Schatten fehlten noch elf Profis. Außerdem konnten die weiterhin angeschlagenen Joel Matip und Felix Platte nur Reha-Training absolvieren. So standen Breitenreiter nur 16 Spieler plus zwei Torhüter zur Verfügung. Der Trainer konzentrierte sich in der gut eineinhalbstündigen Einheit auf Ballkontrolle und Schusstraining. Im Vordergrund stand das Kennenlernen. „Wir wollten jedem Co-Trainer und Trainer die Möglichkeit geben, eine Übung zu präsentieren“, so Breitenreiter, der Co-Trainer Volkan Bulut, Torwartrainer Simon Henzler und Athletik-Coach Tobias Stock aus Paderborn mitgebracht hatte.

Caicara ist eine Maschine

Ebenfalls seine Premiere im Schalke-Trikot gab der Brasilianer Junior Caicara, den Schalke von Ludogorez Rasgrad verpflichtet hatte. Der Brasilianer, der die rechte Schalker Seite wiederbeleben soll, kam nach Auskunft von Breitenreiter bestens präpariert nach Gelsenkirchen. Bei der tags zuvor durchgeführten Leistungs-Diagnostik habe Caicara geglänzt: „Ich habe noch nie bessere Werte gesehen. Er ist eine Maschine“, so Breitenreiter.

Am Sonntag geht es ins Trainingslager ins österreichische Velden. Am Wochenende werden auch Klaas-Jan Huntelaar, Matija Nastasic und Sead Kolasinac zum Kader stoßen. Höwedes wird am 9. Juli aus den Flitterwochen direkt nach Österreich reisen. Der aus Mainz verpflichtete Johannes Geis und U 21-Nationalspieler Max Meyer werden am 17. Juli wieder dabei sein. Zudem bestätigte Breitenreiter, dass sich der Kader in den nächsten Wochen noch verändern wird. „Wir halten noch nach einem Stürmer Ausschau“, so der 41-Jährige. Zudem sind offenbar weitere Abgänge wahrscheinlich.

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