Europa League bringt 10 Millionen Euro

Kampf um Europa League und schlagkräftigen Kader

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Wäre im Falle eines VfB-Abstiegs ebenfalls eine Option für Schalke: Angreifer Martin Harnik.

Gelsenkirchen - Während die Profis des FC Schalke 04 in den verbleibenden drei Saisonspielen weiter um den Einzug in die Europa League kämpfen, müssen sich Manager Horst Heldt und Trainer Roberto Di Matteo auf dem nicht weniger umkämpften Transfermarkt zu behaupten versuchen.

Von Jens Greinke

Denn eins steht auf Schalke fest, egal, wie die Saison auch endet: „Es wird einen personellen Umbruch geben“, wie Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nach der 0:2-Enttäuschung beim FSV Mainz 05 vor zwei Wochen ankündigte.

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„Der Grundgedanke für die kommende Saison ist schon länger vorhanden“, sagte Horst Heldt kurz vor dem Auswärtsspiel am Sonntag beim 1. FC Köln (17.30 Uhr), in dem die Schalker den fünften Tabellenrang verteidigen wollen.

Durch das Verpassen der avisierten Champions League, für die sich der Klub in den drei Jahre zuvor stets qualifiziert hatte, muss das Budget für die kommende Saison neu berechnet werden. Dabei haben die „Knappen“ Glück im Unglück: Die Uefa hat die Europa League zur kommenden Saison finanziell aufgewertet.

Im Falle der Qualifikation kann Heldt deshalb für die Gruppenphase inklusive der Zuschauer-Einnahmen mit garantierten zehn Millionen Euro rechnen – rund acht Millionen weniger, als die Gruppenphase der Champions League einbringen würde.

Die Frage wird nun sein, ob der Manager diesen Ausfall durch Transfererlöse kompensieren wird. Heldt sagt zwar: „Wir werden keine Panikverkäufe machen müssen.“ Doch geistert weiterhin das Gerücht durch Gelsenkirchen, dass Kapitän Benedikt Höwedes Gebrauch von seiner Ausstiegsklausel machen könnte, um – wie von ihm seit längerer Zeit geplant – noch einmal ins Ausland zu wechseln.

Angeblich bleiben dem 27-Jährigen hierzu noch rund vier Wochen Zeit. Sollte der Weltmeister vorzeitig wechseln, kann Heldt mit rund 18 Millionen Euro Transfererlös rechnen. Geld, dass der Manager gut gebrauchen könnte.

Auf der rechten Außenverteidiger-Position besteht dringender Handlungsbedarf, ebenso im defensiven Mittelfeld. Als mögliche Kandidaten werden hier die Außenverteidiger Oliver Sorg (SC Freiburg) und Mitchell Weiser (Bayern München) sowie Weltmeister Sami Khedira (Real Madrid) gehandelt.

Letzterer gilt als absoluter Wunschkandidat von Clemens Tönnies, der sein Faible für „große Namen“ nach wie vor hegt und pflegt. Der Weltmeister scheint allerdings unentschlossen und ist auch bei anderen Klubs im Gespräch – auch bei Borussia Dortmund.

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Sollte der Khedira-Transfer scheitern, signalisiert Heldt Interesse am 23-jährigen Niederländer Jordie Clasie, Kapitän bei Feyenoord Rotterdam. „Das ist ein interessanter Spieler, den wir schon einige Zeit lang beobachten“, so Heldt.

Und im Angriff scheinen die Schalker ein Auge auf Charli Benschop von Fortuna Düsseldorf gelegt zu haben, dessen Vertrag über eine Ausstiegsklausel über zwei Millionen verfügt.

Zudem könnte auch Martin Harnik eine interessante Option sein, falls der VfB Stuttgart den Gang in die 2. Liga antreten muss. Sein schönes Heber-Tor bei der 2:3-Niederlage der Schwaben am vergangenen Wochenende in der Schalker Arena war da eine recht aussagekräftige Bewerbung.

Fest steht jedenfalls, dass durch das Verpassen der Champions League der Druck auf dem Schalker Kessel in der kommenden Saison um ein paar Bar absinken wird. „Die Europa League ist ja Neuland für uns. Wir würden zwar nicht weniger Spiele haben, aber vielleicht des öfteren Situationen, in denen wir ein bisschen entspannter rotieren könnten“, sagt Heldt.

Und ergänzt: „Vielleicht wird es in der nächsten Spielzeit ein bisschen ruhiger.“ Wobei er bei dieser Äußerung allerdings einen recht skeptischen Eindruck macht.

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