2:0 gegen Frankfurt

Sanés spektakuläres Tor sorgt für Gesprächsstoff

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Leroy Sané

Gelsenkirchen - Als geborener Rheinländer hat Horst Heldt einen guten Draht zu den Kölner Haien, der Schalker Manager ist in der Vergangenheit des öfteren bei den Heimspielen des DEL-Klubs und sogar schunkelnd auf deren Karnevalssitzung gesichtet worden.

Kein Wunder also, dass der 45-Jährige einen Vergleich aus dieser Sportart heranzog, als er den Treffer zum 2:0 gegen Eintracht Frankfurt von Leroy Sané beschreiben sollte: „Das war wie beim Eishockey, oder?“, sagte Heldt.

Sané musste über die Äußerung des Managers später schmunzeln, konnte aber nicht abstreiten, dass Heldts Gleichnis nicht so falsch war: Der 19-Jährige hatte in der Nachspielzeit zu einem atemberaubenden Solo angesetzt und unter anderem gleich zwei Mal Eintracht-Torwart Lukas Hradecky so geschickt umkurvt, als würde er auf Kufen durch den gegnerischen Sechzehner gleiten. Und hätte ihm das Fußball-Regelwerk nicht untersagt, die Torauslinie zu überschreiten, hätte das Schalker Talent in dieser Szene wahrscheinlich auch noch zum Eishockey-Bauerntrick gegriffen und hätte Hradecky somit noch mehr genarrt.

„Wenn so etwas gut geht, ist das alles wunderschön“, sagte Heldt nachher. Hätte Sanès Varieté-Einlage allerdings nicht mit einem Tor sondern mit einem Fehlschuss geendet, wäre die Empörung auf Schalker Seite wohl immens gewesen. Denn der völlig frei stehende Leon Goretzka wäre in dieser Szene eigentlich die bessere Option gewesen. „Ich hätte den Ball auch zu Leon spielen können“, sagte Sané nachher selbst. Doch so verwandelte er selbst – und erzielte so das wohl spektakulärste Tor dieses Spieltages. Mannschaftskollege Johannes Geis mahnte letztlich aber auch: „Wenn er den verschießt, dann weiß er natürlich, was er sich anhören muss.“

Dass bei dem Treffer auch ein bisschen Wut dabei war, bestritt der 19-Jährige nach der Partie. Denn Schalke-Coach André Breitenreiter hatte das Nachwuchstalent nach dem Auftritt in Stuttgart kritisiert, obwohl Sané dort der Siegtreffer zum 1:0 gelungen war. Zudem fand sich der 19-jährige am Mittwoch zunächst auf der Bank wieder. „Aber ich habe verstanden, warum ich draußen war“, sagte Sané: „Ich habe mit dem Trainer vor dem Spiel gesprochen. Er hat gesagt, dass alles gut ist, ich aber die Rückwärtsbewegung nicht vergessen darf.“

Breitenreiter hatte den Nachwuchsstürmer allerdings nicht nur aus individuellen Gründen zunächst auf die Bank gesetzt. Denn Sané war nur einer von vier Spielern, die gegen Frankfurt aus der Startelf rotiert waren. „Der Trainer hat einen hervorragenden Job gemacht. Die Idee, dem ein oder anderen eine Pause zu gönnen ist voll aufgegangen“, lobte Horst Heldt: „Kompliment.“

Komplimente hatten am Mittwoch auch andere Schalker Akteure verdient. Keeper Ralf Fährmann ist derzeit scheinbar unbezwingbar. Wie schon in der Partie gegen den VfB Stuttgart wehrte er auch gegend die Eintracht jeden Ball ab, der auf sein Tor kam. Roman Neustädter nahm als Innenverteidiger Frankfurts Tor-Maschine Alexander Meier komplett aus der Partie. Und sein Nebenmann Joel Matip wird für die Schalker immer wertvoller: Sein Kopfball nach einer Ecke von Geis (76.) hatte den vierten Schalker Pflichtspiel-Sieg in Serie eingeleitet. Mit 13 Punkten aus sechs Bundesliga-Partie rangieren die Schalker vor der nächste Auswärtsaufgabe beim Hamburger SV (Samstag, 18.30 Uhr) auf Rang drei.

Es ist der beste Saisonstart der Blauweißen nach 15 Jahren.

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