Nach 1:3 gegen die Bayern keine Anzeichen von Schwermut auf Schalke

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Ab durch die freie Mitte: Javi Martinez köpft gegen Schalkes Joel Matip und Benedikt Höwedes zum vorentscheidenden 2:1 ein.

Gelsenkirchen - Kathleen Krüger, die recht unterkühlt wirkende Teammanagerin des FC Bayern München, stand nach der Partie mitten in der betriebsamen Mixed Zone der Schalker Arena und befahl mit strenger Stimme: „Um 21 Uhr ist Abfahrt!“ Dass die Bayern-Profis der schneidigen Blondine nicht mit einem zackigen „Jawoll!“ antworteten, war alles. Es machte einen sehr geschäftsmäßigen Eindruck, wie der Rekordmeister am Samstagabend seinen 3:1 (1:1)-Erfolg beim FC Schalke 04 feierte.

„Business as usual“ eben: Beim Gegner antreten, Punkte mitnehmen und möglichst schnell wieder im Flieger Richtung München sitzen. Daran änderte der Umstand nichts, dass sich die Bayern bei den Schalkern über einen langen Zeitraum recht schwer getan hatten.

„Das war auch unserer Leistung geschuldet, wir haben es richtig gut gemacht“, befand Schalkes Roman Neustädter, der in der massiven Defensive eine gute Rolle gespielt hatte.

Trainer André Bereitenreiter hatte wie einst der unbeliebte Vorgänger Roberto Di Matteo mit einer Fünferkette in der Abwehr spielen lassen, die den Rekordmeister vor einige Probleme gestellt hatte. „Das lag an dem Bus, den die Schalker im eigenen Sechzehner geparkt hatten, und dem rutschigen Rasen hier in der Arena“, analysierte Bayerns Thomas Müller, der mit seinem Treffer zum 3:1 in der Nachspielzeit den Schlusspunkt gesetzt hatte, durchaus passend.

FC Schalke 04 verliert gegen den FC Bayern München

„Wir haben heute die richtigen Mittel gewählt“, befand auch Schalkes Manager Horst Heldt, der sich in der Halbzeitpause beim Zwischenstand von 1:1 bereits gewünscht hatte, dass das Spiel doch schon vorbei sein möge.

Nachdem die Schalker durch einen von Leon Goretzka abgefälschten Ball von David Alaba unglücklich in Rückstand geraten waren (9.), war dem starken Max Meyer acht Minuten später nach schöner Einzelleistung und einem Patzer von Bayerns Nationalkeeper Manuel Neuer der Ausgleich aus 18 Metern geglückt. Ein herrlicher Treffer des 20-Jährigen in seinem 75. Bundesliga-Spiel.

Heldts Ahnung hatte sich dann allerdings im zweiten Durchgang bewahrheitet: Die Ballbesitz-Maschine Bayern (72 Prozent) arbeitete unverdrossen weiter und kam schließlich in der 69. Minute durch einen Kopfball von Abwehrspezialist Javi Martinez zur erneuten Führung, bei der Schalkes ansonsten großartig agierende Innenverteidiger Benedikt Höwedes und Joel Matip ein einziges Mal größere Abstimmungsprobleme zeigten.

Die Gastgeber zogen aus ihrem guten Auftreten gegen die Bayern schließlich Zuversicht für die Zukunft. „Auch wenn ihr mich jetzt für verrückt erklärt: Das stört mich gar nicht“, sagte Schalke-Keeper Ralf Fährmann, als er auf die Serie von sieben sieglosen Plichtspielen und dem Abrutschen auf Tabellenplatz sieben angesprochen wurde: „Wir sind weiter im Umbruch, und der wird auch in Leverkusen noch nicht zu Ende sein“, so Fährmann im Hinblick auf das schwere Auswärtsspiel am Sonntag beim Tabellenkonkurrenten Bayer Leverkusen.

Wichtig für Fährmann ist lediglich die Tatsache, „dass wir im Vergleich zur vergangenen Saison einen Schritt nach vorne gemacht haben“.

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