S04 und die Verbindlichkeiten

Mega-Schuldenberg steigt: Schalke trifft drastische Entscheidungen und macht eine Ausnahme

Die Verbindlichkeiten beim FC Schalke 04 steigen weiter rasant an. Die Geschäftszahlen 2020 zwingen S04 zu drastischen Maßnahmen - mit einer einzigen Ausnahme.

Gelsenkirchen - Anhaltende Coronavirus-Pandemie, fehlende Fans im Stadion sowie der bevorstehende sportliche Abstieg in die Zweitklassigkeit. Der FC Schalke 04 hat am Dienstag die Geschäftszahlen für das Jahr 2020 veröffentlicht. Der ohnehin schon immens hohe Schuldenberg steigt weiter an. S04 ist nun zu einem drastischen Schritt gezwungen - und macht nur eine einzige Ausnahme.

VereinFC Schalke 04
TrainerDimitrios Grammozis
Arena/StadionVeltins Arena
SponsorGazprom

Seit nunmehr einem Jahr leidet der FC Schalke 04 unter den Folgen der Corona-Pandemie, die den Klub mit voller Wucht getroffen hat. Zwar habe der Klub dank sofortiger Kostensenkungsmaßnahmen den freien finanziellen Fall ein wenig abfedern können. Die nackten Zahlen jedoch sprechen Bände.

Schalke: Mega-Schulden und Konsequenzen - S04 verschont die Knappenschmiede

Finanzchefin Christina Rühl-Hamers gab am Dienstag die Statistik des Gelsenkirchener Traditionsklubs nüchtern und sachlich bekannt. Waren es noch rund 26,1 Millionen Euro an Verlusten, die S04 für das Vorjahr zu verzeichnen hatte, fehlt nun etwa die doppelte Summe. Zudem brach der Umsatz drastisch ein von zuvor etwa 275 Millionen Euro auf nun 174,7 Millionen Euro.

Die Gründe sind vielfältig. Besonders der Spielbetrieb während der Corona-Pandemie ohne Zuschauer macht Schalke 04 zu schaffen (Senkung von 35,6 auf 9,2 Millionen Euro). Auch bei den Erlösen aus den medialen Wiederverwertungsrechten (Senkung von 108,8 auf 80,6 Millionen Euro) sowie Sponsoring-Einnahmen (Senkung von 73,3 auf 49,7 Millionen Euro) muss Königsblau einen mächtigen Dämpfer hinnehmen.

Schalke: Verbindlichkeiten steigen um 19 Millionen Euro an - Keine Besserung in Sicht

Die Verluste seien hoch, allerdings nicht so hoch, wie zunächst befürchtet, erklärte die Schalker Finanzvorständin. Dennoch betonte sie, dass vor der Corona-Pandemie ein Umsatz von 240 Millionen Euro eingeplant war. Demgegenüber steht nun die Steigung der Verbindlichkeiten, nämlich um 19 Millionen Euro auf mittlerweile insgesamt 217 Millionen Euro. Christina Rühl-Hamers stellte aber sofort klar bei Sky: Die Sorgen der Fans, S04 könne bald möglicherweise keine Rechnungen mehr bezahlen, sei „unbegründet“.

Schalkes Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers stellte die Geschäftszahlen vor.

Das Problem, das der FC Schalke 04 hat: Eine Besserung ist ebenso nicht in Sicht wie die Rückkehr der Zuschauer in die Veltins Arena. Zudem steht der Abstieg in die 2. Liga unmittelbar bevor. Bereits am 29. Spieltag könnte der Abstieg auch rechnerisch besiegelt sein. Unabhängig davon hat Schalke 04 Konsequenzen gezogen.

Schalke: Knappenschmiede einziger Bereich, dessen Etat nicht gesenkt wird

Das Bauprojekt auf dem Schalker Vereinsgelände Berger Feld wird sofort gestoppt. Rund 100 Millionen Euro hatte der Verein eingeplant. Mit dem Umbau des Parkstadions, der Trainingsplätze sowie Parkhäuser war rund ein Viertel der Bauarbeiten fertig gestellt und abbezahlt worden. Das Besuchergebäude „Tor auf Schalke“, die neue Geschäftsstelle und das Profi- sowie Nachwuchsleistungszentrum werden jedoch bis auf Weiteres auf Eis gelegt.

Der „Masterplan“, wie Rühl-Hamers den Umbau des Berger Felds nannte, wird gestoppt. Es gibt jedoch eine Ausnahme auf Schalke. „Die strategische Ausrichtung der letzten Jahre, auf die Knappenschmiede zu setzen, war die richtige“, betonte Rühl-Hamers und fügte an: „Es bringt nichts, daran jetzt zu rütteln, sondern wir wollen genau das weiterführen. Die Knappenschmiede war wichtig, sie ist derzeit wichtig und sie wird in Zukunft umso wichtiger sein“. Bedeutet: Der Nachwuchsbereich auf Schalke wird der einzige Bereich sein, dessen Etat nicht gesenkt wird.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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