FC Schalke 04 am Samstagabend beim FC Bayern zu Gast

André Breitenreiter kämpft um Europa – und um seinen Job

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Steht weiterhin enorm unter Druck: Schalkes Trainer Andre Breitenreiter.

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 ist am Samstagabend zu Gast beim FC Bayern München. Im Vorfeld der Partie hat sich Trainer André Breitenreiter einmal kritisch zur Berichterstattung der Medien geäußert - der scheidende Manager sieht die Dinge wesentlich entspannter.

Nach nunmehr sechsjähriger Dienstzeit auf Schalke hat sich Horst Heldt eine gewisse Gelassenheit angeeignet, die man anderen Personen in diesem Klub manchmal auch wünschen würde. Natürlich wird diese bei Heldt dadurch verstärkt, dass der Manager den Verein im Sommer verlassen wird. Aber der 46-Jährige hat schon seit einiger Zeit eine gewisse Balance gefunden, wesbalb er zumindest nach außen hin nur schwer aus dem Gleichgewicht zu bringen ist. 

Deshalb waren es ganz nützliche Ratschläge, die Heldt am Donnerstag im kleinen Gesprächskreis mit den Journalisten abgab. Nachdem Trainer André Breitenreiter sich zum wiederholten Male über die angeblich „negative“ Berichterstattung mokiert hatte, sagte Heldt mit mildem Lächeln: „Man darf das alles nicht persönlich nehmen.“ 

Sanés Unfall und Huntelaars Bruder sorgen für Schlagzeilen

Von diesem geduldigen Karma ist Schalkes Trainer meilenweit entfernt. Breitenreiter sieht die berichterstattenden Medien offenbar als eine Art erweiterte PR-Abteilung, die propagandistisch zugunsten des Vereins zu berichten haben und unliebsame und unbequeme Tatsachen besser unter den Tisch kehren sollten. 

Wie in dieser Woche den Verkehrsunfall von Jungstar Leroy Sané. Oder den Vorfall um den älteren Bruder von Klaas-Jan Huntelaar, der nach dem Revierderby einen Stein in Richtung BVB-Fans geworfen haben soll. 

Breitenreiters fataler Hang zur Selbstüberschätzung

In diesen Momenten wird deutlich, dass der FC Schalke 04 eine Nummer zu groß sein könnte für den 42-jährigen Breitenreiter, der vom Absteiger SC Paderborn gekommen war. Eine Schlussfolgerung, zu denen auch die Entscheidungsträger im Klub tendieren könnten. 

Seit langem halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass sich die Wege von Breitenreiter und den Königsblauen nach Ablauf der Saison wieder trennen. Breitenreiter wird ein fataler Hang zur Selbstüberschätzung nachgesagt, zudem sorgten die teilweise blutleeren Auftritte der Mannschaft immer wieder für Stirnrunzeln. 

Nach den Bayern kommt Leverkusen in die Arena

Zusätzlich ist das Saisonziel, das Erreichen der internationalen Plätze, stark in Gefahr geraten. Im Auswärtsspiel gegen den FC Bayern München (Samstag/18.30 Uhr) stehen die Chancen für die Knappen jedenfalls denkbar schlecht. Danach kommt mit Bayer Leverkusen ein direkter Tabellenkonkurrent in die Schalker Arena. Breitenreiter glaubt allerdings, dass der Kampf um die internationalen Plätze für Schalke „bis zum letzten Spieltag gehen wird“. 

Ein klares Treuebekenntnis zu Breitenreiter haben sowohl Aufsichtsratschef Clemens Tönnies als auch der neue Manager Christian Heidel bislang nicht abgegeben. Der Trainer selbst will die Gerüchte um mögliche Nachfolger „nicht an mich heran lassen“. „Das lässt mich kalt“, behauptet er und ergänzt fast trotzig: „Ich bin von meinem Weg überzeugt. Diesen gehe ich weiter.“ 

Gut möglich, dass dieser Weg von Gelsenkirchen wegführt. Zum Abschluss hatte Horst Heldt in dieser Woche noch einen weisen Spruch zum Thema Kritik auf Lager: „Wenn sich jemand angesprochen fühlt, dann kann das auch seine Berechtigung haben.“

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