Armbinde gegen Werder Bremen

Schalkes McKennie attackiert US-Präsident Trump scharf: "In meinen Augen ..."

Schalkes Weston McKennie setzte mit "Justice for George Floyd"ein Zeichen gegen Rassismus. Nun holte er erneut aus - diesmal gegen US-Präsident Donald Trump.

  • Der Schalker Weston McKennie erklärte sein Zeichen gegen Rassismus (Update vom 2. Juni, 10.30 Uhr),
  • Der DFB hat nach seinen Ermittlungen eine Entscheidung getroffen (Update vom 3. Juni, 15.24 Uhr).
  • Nun holte McKennie weiter aus - und zwar gegen US-Präsident Trump (Update vom 10. Juni, 9.56 Uhr).

Update vom 10. Juni, 9.56 Uhr: Nach dem gewaltsamen Tod von Goerge Floyd war der Schalker Weston McKennie einer der ersten, der öffentlich ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt setzte. In einem Interview spricht McKennie über die aktuelle Lage in seiner Heimat - und holt gegen US-Präsident Donald Trump aus.

Name:

Weston McKennie

Geboren:

28. August 1998 (Alter 21 Jahre), Little Elm, Texas, Vereinigte Staaten

Größe:

1,85 Meter

Gewicht:

84 kg

Aktuelle Teams:

FC Schalke 04 (2 / Mittelfeld), US-amerikanische Fußballnationalmannschaft (8 / Mittelfeld)

Eltern:

John McKennie, Tina McKennie

Nach dem Tod von George Floyd gehen die Menschen auf die Straße und demonstrieren. Die Stimmung in den USA ist aufgeheizt. Auch, weil die US-amerikanische Regierung versucht, die Proteste einzudämpfen, wie der Schalker McKennie findet. "Es gibt vielleicht eine ganz kleine Minderheit, die nicht friedlich demonstriert", so McKennie in der Sport Bild. "Aber die Mehrheit tut es. Und wenn dann mit Tränengas und Gummipatronen auf sie geschossen wird, dann erscheint mir das eher so zu sein, dass die Regierung etwas vom Zaun brechen will, um ein falsches Bild zu erzeugen", fügte der 21-Jährige an.

Mitverantwortlich für die Ausnahmesituation sei US-Präsident Donald Trump, der für McKennie "nicht der richtige für den Job des Präsidenten ist". Zudem habe der 73-Jährige gehörigen Anteil am zunehmenden Rassismus in seiner Heimat. "Ich halte ihn nicht für einen Mann, der zu seinem Wort steht. In meinen Augen kann man ihn als rassistisch bezeichnen", so Weston McKennie deutlich.

Justice for George Floyd: Strafe für McKennie? DFB hat entschieden

Update 15.24 Uhr: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird die Solidaritätsbekundungen von Schalkes Weston McKennie - wie auch die von Jadon Sancho, Achraf Hakimi oder Marcus Thuram - nicht bestrafen. "Diese Linie will das Gremium auch bei neuerlichen Anti-Rassismus-Aktionen anlässlich des gewaltsamen Todes George Floyds an den kommenden Spieltagen beibehalten", teilte der Verband am Donnerstag mit.

"Ich begrüße den weitsichtigen Beschluss des DFB-Kontrollausschusses ausdrücklich und bin sehr froh darüber", sagte DFB-Präsident Fritz Keller in der Mitteilung. Der Verband trete entschieden gegen jede Form von Rassismus ein, weshalb "die Aktionen der Spieler unseren Respekt und unser Verständnis" besitzen, sagte Keller.

Justice for George Floyd: Schalkes McKennie begrüßt Reaktion anderer Fußballer

Update 12.37 Uhr: Weston McKennie gefällt das. Der Mittelfeldspieler von Schalke 04 hat begrüßt, dass auch andere Bundesliga-Spieler wie Gladbachs Marcus Thuram oder die Dortmunder Jadon Sancho und Achraf Hakimi am vergangenen Spieltag öffentlich ihren Unmut gegen Polizeigewalt und Rassismus bekundet haben.

"Das war wichtig und ein starkes Zeichen", sagte der US-Amerikaner im Interview der ARD. Der Bitte von Schiedsrichter Felix Zwayer während der Partie gegen Bremen (0:1), seine Armbinde mit der Aufschrift "Justice for George" ("Gerechtigkeit für George") zu entfernen, sei er bewusst nicht nachkommen: "Ich habe gedacht, das ist ein Zeichen gegen Rassismus, das wird kein Problem sein. Das ist sehr wichtig für mich. Ich bin Sportler, klar, aber zuerst bin ich Mensch."

McKennie äußerte sich positiv über die Reaktion des FC Schalke 04 auf seinen Protest: "Der Verein steht hundert Prozent hinter mir." Allerdings sei er gebeten worden, beim nächstes Mal den Club vorher darüber zu informieren.

Justice for George Floyd: Schalkes McKennie mit emotionaler Aufforderung

Update vom 3. Juni, 9.43 Uhr: Weston McKennie will seinen Protest gegen Polizeigewalt und Rassismus fortsetzen und hofft zudem, dass auch weiße Profis den Protest "Justice for George Floyd" unterstützen.

"Es wäre großartig zu sehen, wenn auch weiße Fußballer demnächst mitmachen und auf dem Feld ein Zeichen setzen", sagte er bei Sport1: "Niemand sollte sich davor scheuen, seine Stimme zu erheben. Es ist nämlich völlig egal, ob Weißer oder Schwarzer - die Botschaft bleibt die gleiche."

Justice for George Floyd: Schalkes McKennie gibt emotionales Interview nach politischer Botschaft

Update vom 2. Juni, 10.19 Uhr: Ein kleines, aber nicht weniger wichtiges Detail änderte sich am Trikot von Weston McKennie nach der Halbzeitpause gegen Werder Bremen am vergangenen Samstag. Am Arm trug der Schalker eine Binde mit der Aufschrift "Justice for George Floyd". Die politische Botschaft nach dem bei einem gewaltsamen Polizeieinsatz gestorbenen Afroamerikaner fand viel Zuspruch. Nun erklärte Weston McKennie, wieso er es als seine "Pflicht" sah, ein derartiges Zeichen zu setzen.

"Das Heimspiel bot die beste und größte Plattform, um die entsprechende Aufmerksamkeit zu generieren", sagte Weston McKennie dem US-Wirtschaftsmagazin Forbes. "Wir sind die einzige Sportliga, die gerade spielt, alle gucken auf die Bundesliga. Es keine bessere Art und keinen besseren Zeitpunkt", fügte er an. Dabei betonte er auch, eine mögliche Strafe in Kauf zu nehmen.

Allerdings hätten ihn zunächst seine Teamkollegen auf das Video aufmerksam machen müssen, das den Tod von George Floyd zeigt. "Mir wurde schlecht beim Gucken des Videos. Wenn ein Mann in diesem Alter nach seiner Mutter ruft, seiner verstorbenen Mutter, dann ruft er damit 'Bitte, helft mir'", so McKennie emotional. "Er weiß, dass er es nicht schaffen wird, es ist sehr hart, das mitanzusehen."

Auch die Aufforderung von Schiedsrichter Felix Zwayer, die Binde abzulegen, hielt McKennie nicht auf. "Ich habe dann gesagt: 'Nein, mache ich nicht.' Ich weiß, dass es in der Liga eine Regel gegen politische Meinungsäußerungen gibt. Aber wenn man das als rein politisches Statement ansieht, dann weiß ich auch nicht. Klar sind wir Athleten – aber wir sind auch Menschen", so der Profi von Schalke 04.

George Floyd: Lob für McKennie, Sancho, Hakimi und Thuram von Asamoah

Update, 13.55 Uhr: Die Bundesliga-Profis Weston McKennie (Schalke 04), Marcus Thuram, Jadon Sancho und Achraf Hakimi (beide Borussia Dortmund) solidarisieren sich mit dem bei einem Polizeieinsatz getöteten George Floyd. Schalke-Legende Gerald Asamoah fand deshalb lobende Worte auf seinem Instagram-Account.

Schalke-Legende Gerald Asamoah lobte die Aktionen von McKennie, Sancho, Hakimi und Thuram.

"Es ist Zeit für Solidarität! Respekt", schrieb Asamoah, der 2001 als erster gebürtiger Afrikaner für die deutsche Nationalmannschaft spielte. Die Botschaften der Bundesligaspieler seien "sehr wichtige Zeichen. Es ist keine Zeit mehr Stumm zu bleiben", so Asamoah.

Justice for George Floyd: Schalke stellt sich hinter McKennie - DFB ermittelt

Update vom 1. Juni, 10.10 Uhr: Nach dem politischen Protest von Weston McKennie hat sich Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider hinter den Spieler gestellt. McKennie hatte im Bundesligaspiel gegen Werder Bremen eine Armbinde mit der Aufschrift 'Justice for George' getragen. "Wir unterstützen die Haltung unseres Spielers zu einhundert Prozent", wird Schneider von der Bild zitiert.

Der Kontrollausschuss des DFB hatte am Sonntag angekündigt, den Sachverhalt prüfen zu wollen. "Der gewaltsame Tod hat die Menschen weltweit schockiert", so Jochen Schneider, der anfügte: "Unser Spieler Weston McKennie hat ein klares Zeichen gegen diese unfassbare Tat und gegen Rassismus gesetzt."

"Justice for George Floyd": Schalkes McKennie setzt Zeichen gegen Rassismus

Gelsenkirchen - Die schreckliche Nachricht ging wie ein Lauffeuer um die Welt. Der Afroamerikaner George Floyd wurde in Minneapolis (USA) bei einem Polizeieinsatz getötet. Am Ende der Festnahme durch vier Beamte kniete ein Polizist fast neun Minuten lang auf dessen Hals. Floyd sagte: "I can't breathe" ("Ich kann nicht atmen"), und starb an den Folgen des Einsatzes. Seitdem kommt es in Minneapolis und anderen Städten der USA zu massiven Protesten gegen Rassismus und Ausschreitungen. Auch zahlreicheUS-Sportler äußerten sich wütend. So auch Schalkes Mittelfeldspieler Weston McKennie am Samstagnachmittag.

In der zweiten Halbzeit des Bundesliga-Spiels gegen Werder Bremen hatte McKennie eine Armbinde mit der Aufschrift "Justice for George" (Gerechtigkeit für George) getragen. Auf Instagram schrieb er anschließend: "Wir müssen für das einstehen, woran wir glauben, und ich glaube, dass es an der Zeit ist, dass wir gehört werden!" Ein starkes Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt, das aber den Deutschen Fußball-Bund (DFB) beschäftigen wird.

Justice for George: Schalkes McKennie droht Strafe vom DFB wegen Armbinde

Denn wie der Vorsitzende des Gremiums des DFB, Anton Nachreiner, am Pfingstsonntag auf dpa-Anfrage ankündigte. könnte Weston McKennie ebenso eine Strafe drohen wie Jadon Sancho von Borussia Dortmund. Der nämlich nutzte seinen Torjubel gegen den SC Paderborn ebenfalls für eine Botschaft. "Der Kontrollausschuss des DFB wird sich im Laufe der nächsten Tage dieser Angelegenheit annehmen und den Sachverhalt prüfen", so Nachreiner. Der Grund: Politische Botschaften auf der Spielkleidung sind laut der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem DFB untersagt. In der Vergangenheit wurde allerdings auch schon ein Auge zugedrückt - zumal die Verbände zahlreiche Kampagnen gegen Rassismus unterstützen.

In der DFL-Richtlinie zu Spielkleidung und Ausrüstung heißt es: "Politische und/oder andere Mitteilungen auf den Ausrüstungsgegenständen sind keinesfalls erlaubt." Im DFB-Regelwerk gibt es ähnliche Passagen. Sanktionen seines Vereins Schalke 04, der aktuell in einer handfesten Krise steckt, muss McKennie nicht befürchten. Denn der verbreitete ein Foto seines Akteurs - mitsamt Armbinde und Botschaft "Justice for George". Dennoch war das nur ein Randthema am Samstag, Trainer David Wagner steht weiterhin heftig in der Kritik.

Weston McKennie: Vergleichbare Fälle in der Bundesliga

Vergleichbare Fälle gibt es. Anthony Ujah von Union Berlin zeigte 2014 noch als Spieler des 1. FC Köln ein T-Shirt mit der Aufschrift "I can't breathe". Seinerzeit wurde Eric Garner auf ähnliche Weise getötet wie Floyd. "I can't breathe" wurde zum Motto der Protestbewegung, die zurzeit in den USA wieder aufflammt. Der DFB beließ es vor sechs Jahren im Fall Ujah bei einer Ermahnung und Erinnerung an das Verbot von politischen Statements.

Mit dpa-Material

Rubriklistenbild: © dpa / picture alliance

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