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S04-Nachwuchsförderer Elgert über die Folgen der Coronavirus-Krise und große Bedenken bei einem Ex-Schalker

Norbert Elgert gilt als das Gesicht der Schalker Knappenschmiede. In einem Interview spricht er über die Folgen der Coronavirus-Krise und den Transfermarkt.

  • Norbert Elgert ist seit 1996 Trainer der U19 des FC Schalke 04.
  • In einem Interview spricht er über die Folgen der Coronavirus-Krise.
  • Elgert erinnert sich an einen ganz besonderen Ex-Schalker und seine damaligen Bedenken.

Gelsenkirchen - Die Knappenschmiede des FC Schalke 04 gehört zu den erfolgreichsten Nachwuchsabteilungen Europas. Manuel Neuer, Mesut Özil, Julian Draxler, Leroy Sané oder Joel Matip - sie alle schafften den Sprung zu den S04-Profis und wurden anschließend Weltstars. Maßgeblichen Anteil daran hat das Gesicht der Knappenschmiede: Norbert Elgert.

Seit 1996 ist Elgert für die Schalker U19 verantwortlich und gilt als der wohl beste Nachwuchstrainer Deutschlands. Zwar war der 63-Jährige von 2002 bis 2003 unter Frank Neubarth Co-Trainer der Schalker Profis. Eine Rückkehr in die Bundesliga strebe er allerdings nicht an. "Es ist nicht mein Ziel, Bundesligatrainer zu sein. Sonst wäre ich das ja ohnehin schon längst gewesen. Die Chancen hatte ich sehr oft. Vor allem bei Schalke, aber auch wo anders", verrät Elgert in einem Interview mit Sport1.

Norbert Elgert über die Folgen der Coronavirus-Krise

Zu sehr sehe sich Elgert weiterhin in der Förderung von Persönlichkeiten. Auch nach 24 Jahren beim FC Schalke 04 will er "jungen Menschen dabei zu helfen, ihre Ziele, Wünsche und Träume zu verwirklichen, aber auch Wert und Sinn in ihrem Leben zu finden", betont Elgert. Aktuell jedoch bleibt das zum größten Teil wegen der Coronavirus-Krise auf der Strecke.

Elgert ist derzeit mehr Psychologe als Nachwuchstrainer. Ängste seiner Spieler versorgt er nach wie vor, jedoch nur in ausführlichen Telefongesprächen. Hinzu kommen wöchentlich maßgeschneiderte Trainingspläne. Viele seiner Schützlinge stehen vor dem Sprung ins Geschäft des Profi-Fußballs. Besonders aufgrund der Coronavirus-Krise könnte der Fokus mehr denn je auf die Ausbildung der eigenen Talente gerichtet sein - womöglich auch beim FC Schalke 04.

Das weiß auch Norbert Elgert, der allerdings mahnend den Finger hebt. "Wir dürfen die Profi-Kader demnächst nicht einfach nur so mit Nachwuchsspielern auffüllen. Sie dürfen nur dann hoch, wenn sie auch wirklich in der Lage sind, der Profimannschaft zu helfen und dort eine positive Rolle zu spielen", warnt Elgert.

Schalke 04: Norbert Elgert hatte große Bedenken bei Julian Draxler

Talent sei das eine, die mentale und körperliche Reife das andere. Man müsse sich in die Spieler hineinversetzen. Getan hat Elgert das bei Leroy Sané, Mesut Özil und Co. Bei einem Ex-Schalker jedoch hatte er seine Zweifel. "Bei Julian Draxler hatte ich damals, als Felix Magath ihn zu den Profis hochgezogen hat, schon große Bedenken", erinnert sich Norbert Elgert. "Nicht wegen seines Talents und seiner Einstellung, sondern eher mit Blick auf die Frage: Ist er denn körperlich schon so weit, um zum Beispiel den Zirkel von Felix Magath zu überstehen?", fügt Elgert an.

Geschafft hat es Draxler allemal. Mittlerweile geht er für Paris Saint-Germain auf Torejagd und wurde zuletzt mit einer Rückkehr in die Bundesliga in Verbindung gebracht. Kontakt habe Elgert zu seinen ehemaligen Schützlingen noch immer. "Ich bin da, wenn ich das Gefühl habe, dass mich meine Jungs brauchen", so Elgert, der dennoch bescheiden bleibt. "Ansonsten halte ich mich aber zurück. Ich möchte mich nicht in ihrem Erfolg sonnen."

Rubriklistenbild: © dpa / picture alliance

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