Königsblaue Warnung

Klar auf Kurs, aber: Schalke will noch nichts von der Königsklasse wissen

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Schalke ist ganz klar auf Champions-League-Kurs.

Schalke 04 kann fast schon mit der Königsklasse planen. Doch nach dem Sieg im Revierderby wollen die Königsblauen nicht den Fehler machen, sich zu sicher zu fühlen.

Gelsenkirchen – Leon Goretzka kennt die Gesetze des Ruhrgebiets. In Bochum geboren, seit fünf Jahren im Trikot von Schalke 04. Daher weiß der 23-Jährige auch ganz genau, dass der Tag nach dem gewonnen Revierderby gegen Borussia Dortmund ein ganz besonderer für alle ist, die es mit Königsblau halten. „Viel Spaß auf der Maloche“ und „Bester Montag des Jahres“ kommentierte er bei Instagram – mit einem passenden Foto aus dem Duell mit dem ungeliebten Nachbarn.

Erstmals seit 2014 dürften die blau-weißen Anhänger deutlich mehr Spaß auf der Arbeit haben als ihre schwarz-gelben Kollegen. Was vor allem, aber sicherlich nicht nur an den drei Punkten vom Sonntag liegt.

Die Knappen haben sich damit nicht nur vier Zähler vom BVB distanziert, sondern auch ihre Pole Position im Kampf um die Champions-League-Qualifikation verteidigt. Der Vorsprung auf Rang fünf (RB Leipzig), der „nur“ noch für die Europa League reicht, beträgt acht Punkte. Bei vier ausstehenden Partien in der Bundesliga fast schon eine sichere Nummer. Doch auf Schalke warnen sie eindringlich davor, sich in puncto Königsklasse bereits zu sicher zu fühlen.

HSV-Spiel war eine große Warnung

Domenico Tedesco verweist da vor allem auf den Auftritt eine Woche zuvor beim Hamburger SV. „Dieses Spiel“, räumte Schalkes Trainer ein, „hat uns schon verunsichert. Wir hatten in vielen Situationen keine Kompaktheit. Das wäre gegen den BVB tödlich gewesen. Umso schöner, dass eine Reaktion da war.“ Die richtige.

Was aber zur gleichen Geschichte gehört: Nur eine Woche später hatte 1899 Hoffenheim eben gegen jenen HSV mit 2:0 abserviert, hat aber neun Punkte Rückstand auf Königsblau. „Wenn wir sehen, welche Probleme wir gegen Hamburg hatten – und wie Hoffenheim die schlägt. Das hat sich angefühlt wie ein Spaziergang, – und sie stehen auf Platz sechs“, so Tedesco. „Das zeigt, wie eng das da oben ist.“

Naldo und Schalke obenauf: Die Bilder des Schalker-Derbysieges gegen den BVB

Auch Sportvorstand Christian Heidel hob mahnend den Zeigefinger: „Wenn wir die letzten vier Spiele verlieren, weiß ich nicht, ob wir dann in der Champions League sind. Darauf sollten wir uns überhaupt nicht konzentrieren.“ Dass im Fußball bekanntlich alles möglich ist, hat die Vergangenheit gezeigt. Und Schalke kann es sich nicht erlauben, im Schlussspurt auch nur einen Prozentpunkt nachzulassen.

Goretzka hat ein klares Ziel

Denn die Knappen wissen, dass ihr Erfolg in erster Linie darauf beruht, sich in jedem Match zu zerreißen. Die Pläne des Trainers zu 100 Prozent zu befolgen. Goretzka gestand: „Mögliche fehlende Qualität machen wir mit taktischer Disziplin und geschlossener Team-Leistung wett.“ Was passiert, wenn beide nicht bei 100 Prozent liegen, zeigte die Partie in Hamburg.

DERBYSIEGER ⚪️ #vielspaßaufdermaloche #bestermontagdesjahres

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Daher meinte Goretzka: „Wir dürfen uns nicht täuschen lassen. Wir haben kein einfaches Rest-Programm. Aber das Schöne ist, dass wir es selbst in der Hand haben, auch den zweiten Platz zu verteidigen. Wir haben so viel geleistet in dieser Saison und so viel Einsatz gezeigt: Jetzt wollen wir uns am Ende auch dafür belohnen“, sagte der Nationalspieler, der auch ein persönliches Ziel verfolgt vor seinem Abschied Richtung München: „Ich habe immer wieder betont, dass ich damals zu einem Champions-League-Verein gewechselt bin. Daher wäre es schon ein fader Beigeschmack, wenn ich ihn als Europa-League-Teilnehmer oder sogar nicht-europäische Mannschaft verlassen würde.“

Dazu zählt auch, sich am Mittwoch gegen Eintracht Frankfurt (20.45 Uhr/bei uns im Live-Ticker) für das Pokal-Finale zu qualifizieren. „Dass man dann so ein Erlebnis mitnehmen möchte, ist auch klar“, meinte der 23-Jährige: „Darauf haben die Fans und wir lange gewartet. So viel Zeit, uns über den Derbysieg zu freuen, haben wir daher nicht.“

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