Last-Minute-Remis gegen Köln

"Nehmen das Spiel, um zu lernen": Das sind die vier Schalker Lehren

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Gefühlte Niederlage: Schalke gab gegen Köln den möglichen Sieg in der letzten Minute noch aus der Hand.

Schalke 04 lässt sich Köln den Sieg aus der Hand reißen. Doch die Königsblauen wissen die Lage einzuschätzen und setzen auf den Lerneffekt. Die vier Lehren.

Gelsenkirchen – Während Schalkes Mannschaft in ihrer Arena eher schleichend ihre obligatorische Ehrenrunde drehte, feierten die Protagonisten des 1. FC Köln ausgelassen mit ihren eigenen Fans. Ein Bild, das darauf schließen lässt, dass die Königsblauen im eigenen Stadion verloren hätten. Vom Resultat her taten sie es nicht, die Stimmung war dennoch getrübt, während FC-Keeper Timo Horn meinte: „Es fühlt sich an wie ein Sieg.“

Schalkes Torwart Alexander Nübel meinte derweil nach dem 1:1 (0:0) gegen den Aufsteiger: „Das tut weh.“ Dass der Last-Minute-Ausgleich durch Jonas Hector (90.+1) nach der Führung durch Suat Serdar (72.) sie nicht nur den fünften Sieg in Folge, sondern auch die erste Tabellenführung seit neuneinhalb Jahren gekostet hatte, wurde den Schalkern nach eigener Aussage erst nach dem Schlusspfiff bewusst. Was aber ohnehin unerheblich war.

„Die Tabellenposition ist zu diesem Zeitpunkt völlig unwichtig“, sagte Sportvorstand Jochen Schneider: „Uns geht es um die Entwicklung. Wir sind total happy, dass wir 14 Punkte haben und über die Art und Weise, wie wir in den sieben Spielen aufgetreten sind.“ Für Guido Burgstaller wäre es zwar schön gewesen, „mal von da oben herunterzulachen. Aber im Endeffekt ist es scheißegal.“

Wo ihm David Wagner zustimmte. Während Schalkes Trainer nach dem überzeugenden Auftritt vor einer Woche bei RB Leipzig noch von einer Menge Stolz gesprochen hatte, stellte er diesmal umso mehr den laufenden Entwicklungsprozess seiner Mannschaft in den Vordergrund. „Wir nehmen“, sagte der 47-Jährige, „dieses Spiel, um zu lernen.“

Wir fassen die Erkenntnisse und Lerneffekte aus dem am Ende gerechten Remis gegen die Kölner zusammen.

Torhüter

Wie wichtig ein guter Schlussmann ist, stellte Nübel, der beim Gegentor nach der FC-Ecke eine Vorahnung hatte, gegen Köln einmal mehr unter Beweis. In der schlechten ersten Hälfte hatte der Aufsteiger die besseren Möglichkeiten zur Führung, die Schalkes Nummer eins jedoch klasse vereitelte.

„Es hilft, wenn du einen Torwart hast, der herausragend ist. Der hält dich im Spiel“, lobte Coach Wagner.

Chancenverwertung

Was in Leipzig noch ordentlich funktionierte, war gegen Köln weniger gut. Denn mit der Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt kamen die Schalker nicht nur zur Führung, sie hatten auch reihenweise Möglichkeiten, für die Vorentscheidung zu sorgen.

„Es wäre gut, wenn du deine Torchancen nutzt. Dann kannst du so ein Spiel auch gewinnen“, monierte Wagner. Die größte vergab Burgstaller. Der Stürmer schoss den Ball kurz vor dem Ausgleich freistehend an den Pfosten (89.). „Wir müssen den Sack einfach zumachen“, sagte der Österreicher, der seit dem 11. Mai kein Bundesliga-Tor mehr erzielt hat.

Schalke gibt gegen Köln den Sieg aus der Hand

Es gab auch darüber hinaus reihenweise Situationen, die Schalke „sehr schlampig ausgespielt hat“, wie Wagner meinte: „Da können wir viel besser unseren Mitspieler in Abschlussposition bringen.“

Ideen-Mangel

Wenn die Königsblauen gefordert sind, das Spiel gegen einen tief stehenden Gegner wie den FC zu machen, haben sie sichtlich Schwierigkeiten, wie die erste Hälfte belegte. Die Folge waren viele Ballverluste und damit zu kurze Ballbesitzphasen.

„So konnten wir nicht in unser Pressing kommen und die Intensität auf den Platz bringen, die wir reinbringen wollten“, erklärte Wagner. Burgstaller ergänzte: „Wir haben die Lösungen nicht gefunden, weil die Kölner das gegen den Ball überragend gemacht haben. Da haben wir uns schwer getan, das wird uns sicher noch öfter passieren.“

System-Wechsel

Dass es im zweiten Abschnitt deutlich besser für Schalke lief, hatte auch mit einigen Umstellungen zu tun. Wagner nahm den schwachen Mark Uth vom Feld, brachte Weston McKennie und zog Amine Harit folglich von der linken Seite ins Zentrum. Dorthin, wo der Marokkaner wesentlich besser aufgehoben ist als auf dem Flügel. Eine wichtige Erkenntnis für die kommenden Wochen.

„Wir hatten mit Weston einen Tick mehr Wucht und mit Amine zentral mehr Esprit, und wir haben ihn in bessere Positionen gebracht“, sagte Wagner, der danach auf eine Mittelfeld-Raute mit Serdar und McKennie auf den Halb-Positionen umstellte und Ahmed Kutucu als zweite Spitze brachte.

„Wir haben innerhalb des Spiels einen Entwicklungsschritt getan“, meinte Nübel. Auch Wagner stellte zufrieden fest: „Man hat gesehen, dass man eine sehr gute zweite Halbzeit spielen kann, auch wenn man eine schlechte erste gezeigt hat."

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