Achtelfinale perfekt, aber:

"Deshalb ist Porto der verdiente Sieger": Schalke verpennt möglichen Gruppensieg

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Ralf Fährmann musste zweimal hinter sich greifen, war bei der Niederlage in Porto aber der beste Schalker auf dem Platz.

Schalke 04 ist schon vor dem Anpfiff für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert und kann in Porto eigentlich befreit aufspielen. Davon ist bei der Niederlage jedoch nichts zu sehen.

Porto - Die Mannschaft des FC Schalke 04 hatte gerade das Aufwärmprogramm im Estádio do Dragão beendet, als sie vor dem Anpfiff der eigenen Partie beim FC Porto erstmals seit 2014/15 für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert war. Möglich machte es der 2:0-Sieg von Lokomotive Moskau zuvor gegen Galatasaray Istanbul. Für die Königsblauen lief die eigene Begegnung derweil weniger erfolgreich: Sie verloren bei den Portugiesen nach schwachem Auftritt verdient 1:3 (0:0) und verpassten so die Chance auf den Gruppensieg.

"Wir haben im ersten Durchgang viele Eins-gegen-eins-Situationen nicht gewonnen. Wir hatten in der zweiten Halbzeit eine schlechte Phase zu Beginn", analysierte Cheftrainer Domenico Tedesco: "Gegen solch einen starken Gegner bekommst du auf diesem Niveau dann direkt zwei Gegentore, die sicherlich vermeidbar waren." Daniel Caligiuri meinte: "Insgesamt waren wir zu passiv, nicht aggressiv genug in den Zweikämpfen. Deshalb ist Porto auch der verdiente Sieger."

Der Coach hatte erneut auf frische Kräfte gesetzt und auf fünf Positionen rotiert. Im Vergleich zum 5:2 gegen Nürnberg mussten Salif Sane, der in der Königsklasse nicht gemeldete Bastian Oczipka, Sebastian Rudy, Amine Harit und der verletzte Guido Burgstaller (Achillessehnen-Reizung) für Hamza Mendyl, Omar Mascarell, Yevhen Konoplanka, Naldo und Franco Di Santo weichen.

Die beiden Letztgenannten waren zuvor sechs- beziehungsweise siebenmal in Folge nicht berücksichtig worden. Der absolute Ehrgeiz, Porto von Rang eins zu verdrängen, war jedoch nicht zu sehen. Von Mut im eigenen Spiel war nicht der Hauch einer Spur. Viel mehr beschränkten sich die Knappen darauf, die Hausherren möglichst vom eigenen Tor fernzuhalten. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Schwache Offensive

Das Vorhaben klappte aber nur kurz. Gleich zweimal hielt Ralf Fährmann mit starken Taten zweimal die Null fest: Erst parierte der Schlussmann der Knappen gegen Danilo (15.), kurz darauf gegen Moussa Marega (19.). Denn der Spielaufbau war holprig, die Defensive vor allem auf der rechten Seite mit Benjamin Stambouli und Daniel Caligiuri anfällig.

Schwache Schalker verlieren verdient in Porto

Die Offensive um den schwachen Di Santo trat nicht in Erscheinung. Tedesco stellte nach 35 Minuten von 3-5-2 auf eine 3-4-3-Variante. So lief Yevhen Konoplyanka fortan auf dem linken Flügel auf – wohl auch dadurch bedingt, dass der Ukrainer kein Spieler für die Achter-Position im Zentrum ist. Besserung brachte es jedoch nicht.

In der Halbzeit musste der Chefcoach im 200. Schalker Europapokal-Match gezwungenermaßen reagieren. Steven Skrzybski hatte sich nach einem Zweikampf in der 34. Minute offenbar an der rechten Schulter verletzt. Amine Harit ersetzte ihn.

Defensive im Kollektivschlaf

Der Marokkaner musste direkt mit ansehen, wie die Portugiesen weiter auf die Führung drängten. Wieder war es Fährmann, der den Abpraller von Oliver Torres hielt (47.). Machtlos war er beim Kopfball des völlig frei stehenden Eder Militao (52.).

Auch beim 0:2 durch Jesus Corona (55.) sah die völlig orientierungslose Schalker Defensive mehr als schlecht aus. Matija Nastasic und Mascarell waren zu weit weg, und auch Stambouli konnte den Treffer auf der Linie nicht verhindern. Zwischenzeitlich hatte Konoplyanka den ersten königsblauen Torschuss des Abends abgegeben (54.).

Es blieb lange der einzige. Vielmehr drehte Porto auf und brachte die Schläfrigkeit ans Licht. Felipe traf nach einem Fallrückzieher jedoch nur die Latte (60.), ehe Fährmann – bester Schalker des Abends – gegen Corona parierte (63.). Mehr als der von Torres verursachte und von Bentaleb verwandelte Handelfmeter zum 1:2 (89.) sprang für Schalke nicht mehr heraus. Im Gegenteil: Nach einem dicken Bock von Nastasic erhöhte Porto in Person von Marega erneut (90.+3).

Dass das Achtelfinale und die damit verbundene Prämie von 9,5 Millionen Euro bereits zuvor sicher gewesen war, war wohl der einzige Trost des Abends. Das Negative: Es drohe nun Kaliber wie Barcelona oder Manchester City.

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