Coronavirus-Krise

Schalkes TV-Gelder sind noch nicht da, aber offenbar schon längst wieder weg

Schalke 04 könnte aufgrund der Corona-Krise die Insolvenz drohen. Die TV-Gelder könnten Königsblauen retten, aber diese Einnahmen sind offenbar schon verplant.

  • Die Coronavirus-Krise hat Auswirkungen auf die Bundesliga-Klubs.
  • Schalke 04 droht aufgrund fehlender TV-Gelder die Insolvenz.
  • Die ausstehenden TV-Gelder hat Schalke offenbar schon längst verpfändet.

Update vom 22. April, 9.54 Uhr: Die finanzielle Situation bei Schalke 04 ist weiterhin bedrohlich. Selbst auf die Einnahmen aus der noch ausstehenden vierten Rate an TV-Geldern können die Königsblauen nicht zurückgreifen. Das berichtet die Sport Bild.

Demnach soll der Klub dieses Geld bereits verpfändet haben. Die Einnahmen gehen also nicht aufs Vereinskonto, sondern werden direkt an Dritte weitergeleitet, heißt es. Konkret soll es sich um 16 Millionen Euro handeln.

Noch ist das TV-Geld nicht an die Bundesliga-Klubs geflossen. Seit einigen Tagen gibt es jedoch Anzeichen, dass die Rechte-Inhaber - allen voran Sky - vorzeitig zahlen werden. Frühestens ab dem 9. Mai soll die Bundesliga im Idealfall fortgesetzt werden.

Schalke droht die Insolvenz: Gute Nachrichten für Königsblau

Update vom 17. April, 10.47 Uhr: Darf der FC Schalke 04 noch vor dem ausgemachten Stichtag am 2. Mai tief durchatmen? Die Knappen warten noch immer auf die vierte und letzte Ratenzahlung aus den Verträgen mit den TV-Rechteerwerbern Sky, DAZN und der ARD. Bereits am 10. April hätten die fälligen TV-Gelder an die Fußball-Bundesligisten ausgezählt werden müssen. Das ist allerdings nicht geschehen.

Rund 15,892 Millionen Euro fehlen demnach Schalke 04, um die aktuelle Corona-Krise zu überstehen. Eine immense Summe, die noch in diesem April ausgezahlt werden könnte. Denn nach Informationen der Bild haben die Deutsche Fußball Liga und der Pay-TV-Sender Sky einen Durchbruch bei den Verhandlungen erzielt.

Schalke 04: Insolvenz droht - DFL und Sky in Verhandlungen wegen TV-Gelder

Dem Bericht zufolge soll den Bundesliga-Klubs noch in diesem Monat die verbliebene Summe ausgezahlt werden. Dies wäre gleichbedeutend mit der Rettung vieler Vereine - wohl auch des S04. Demnach seien die DFL und Sky nach harten Verhandlungen einen Kompromiss eingegangen.

Der Pay-TV-Sender zahlt etwas weniger als ursprünglich geplant, dafür allerdings noch in den kommenden Wochen. Amtlich ist dies jedoch noch nicht. Zwar bestätigte die DFL laufende Verhandlungen mit allen Medienpartnern, jedoch gebe es noch keine vertraglich fixierte Vereinbarung.

Auch ARD und ZDF sollen bereit sein, die nächste Rate zu überweisen. Diese betrage rund 40 Millionen Euro. Die Verhandlungen mit der Streaming-Plattform DAZN hingegen sollen hartnäckiger verlaufen. Auch hier stehen Zahlungen von rund 20 Millionen Euro aus. 

Lage bei Schalke 04 spitzt sich - es geht offenbar um die Existenz

Update vom 15. April, 15.35 Uhr: Wie lange ist der FC Schalke 04 noch ohne Spieltagseinnahmen liquide? Diese Frage stellten einige Schalke-Fans am Dienstag Finanz-Vorstand Peter Peters in einem Live-Talk. 

Eine konkrete Antwort konnte der 57-Jährige nicht liefern. Aber offenbar blicken die Königsblauen blicken sorgenvoll auf den 2. Mai. Wie der Kicker berichtet, soll dann die vierte und letzte Auszahlung der nationalen Medienpartner an die Fußball-Bundesligisten erfolgen.

Dass es dabei auch um die Existenz des FC Schalke 04 gehen kann, beweise ein Blick auf die Zahlen. Denn für Königsblau geht es um nicht weniger als 15,892 Millionen Euro. Gesichert ist dieser Geldregen allerdings nicht, denn bereits am 10. April hätte die vierte Rate aus den Verträgen mit den Rechteerwerbern Sky, DAZN und der ARD ausgeschüttet werden sollen. S04 wartet bis heute auf das Geld.

S04: Medienpartner entscheiden am 2. Mai über die Zukunft von Schalke 04

Schalkes Finanz-Vorstand Peter Peters hatte es mehrfach betont: Die Existenz des Vereins hängt von der Länge des aktuellen Zustands ab (siehe Ursprungsmeldung). Zwar habe S04 zahlreiche Maßnahmen in Zeiten der Corona-Krise getroffen. Neben dem Gehaltsverzicht und der angemeldeten Kurzarbeit vieler Mitarbeiter seien laut einem Bericht des Kicker gar Logenbesitzer gebeten worden, auf ausstehende Rückzahlungen der verbleibenden vier Heimspiele zu verzichten.

Die Abhängigkeit von den TV-Geldern ist dennoch immens. So droht S04 bei ausbleibender Auszahlung die Überschuldung. Übersteht der Verein diese Krise, könnte die Wettbewerbsfähigkeit mit einer Ausgliederung der Profi-Abteilung zurückerlangt werden. 

Wie lange ist Schalke ohne Spieltags-Einnahmen noch liquide, Herr Peters?

[Ursprungsmeldung] Gelsenkirchen - Die Coronavirus-Krise trifft auch den FC Schalke 04. Der Klub hat zuletzt auf eine "potenziell existenzbedrohende wirtschaftliche Situation" hingewiesen. Nach einem schwachen Geschäftsjahr sind die Königsblauen in dieser Saison auf jeden Cent angewiesen. Die durch die Corona-Krise bedingten Spielausfälle fallen schwer ins Gewicht.

Wie schlecht sieht es finanziell tatsächlich auf Schalke aus? "Die alles entscheidende Frage ist, wie lange dieser Zustand anhält", erklärte Finanz-Vorstand Peter Peters (57) in einer Frage-Runde der Fans auf dem Facebook-Kanal des Klubs, in der am Ende auch eine mögliche Ausgliederung der Profi-Abteilung thematisiert wurde. Was die Schalker Anhänger jedoch am meisten interessiert: Wie lange ist Schalke ohne Spieltags-Einnahmen noch liquide? Wir fassen die wichtigsten Aussagen zusammen.

Schalkes Finanz-Vorstand Peter Peters …

… über die aktuelle Situation in der Coronavirus-Krise: "Wenn der Fußball nicht da ist, bleibt uns wenig. Das ist eine Situation, mit der wir klar kommen müssen - insbesondere, weil wir nicht wissen, wie lange es anhält. Für einen Fußball-Verein wie den FC Schalke 04 ist die Durchführung eines Fußballspiels elementar wichtig, weil nahezu alle unsere Einnahmen an der Durchführung eines Fußballspiels hängen. Wir können nicht Fußball spielen, und diejenigen, die eine Karte gekauft haben, bekomme nicht den Gegenwert. Die Sponsoren, die normalerweise im Fernsehen zu sehen sind, sind auch nicht mehr zu sehen. Unsere Catering-Gesellschaft kann und darf niemanden mehr bedienen. So sind unsere Einnahmen nicht mehr in diesem Zuge vorhanden, daher müssen wir verschiedene Maßnahmen ergreifen. Das ist eine schwierige Situation für Schalke 04."

Schalkes Finanz-Vorstand Peter Peters.

… auf die Frage, wie lange Schalke ohne Spieltags-Einnahmen noch liquide ist: "Die entscheidende Frage ist, wie lange die Krise anhält und welche Maßnahmen wir ergreifen. Wir haben die Steuer-Stundungen, darüber hinaus versuchen wir die Ausgaben zu reduzieren. Wir haben Mitarbeiter in Kurzarbeit, wir haben uns mit den Spielern auf einen Gehaltsverzicht geeinigt. Aber alles hängt davon ab, wann wir wieder Fußball spielen können und wir wieder Einnahmen erzielen. Das einzige, was ich prognostizieren kann: Je länger es dauert, desto einschneidender werden die Maßnahmen, die wir ergreifen müssen. Denn der Verein kann immer nur so lange existieren, wie die Einnahmen und Ausgaben nicht in einem völligen Missverhältnis sind. Deswegen kämpfen wir mit vielen anderen, dass wir die Geisterspiele bekommen. Daran haben wir alle keinen Spaß, aber wir müssen als Schalke 04 in die Lage versetzt werden, unsere Leistungen zu erbringen."

… auf die Frage, warum es trotz Rekord-Umsätze keine Rücklagen gibt: "Eine Bilanz setzt sich nicht nur aus Einnahmen zusammen, sondern auch aus Ausgaben. Ganz wichtig für Schalke 04 ist, dass wir nachhaltig investieren. Das haben wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder getan, indem wir unsere Überschüsse in langfristige Projekte investiert haben wie zum Beispiel in die Veltins Arena oder jetzt das Berger Feld. Rücklagen bilden bedeutet für einen eingetragenen Verein, dass wir womöglich weniger Schulden aufgenommen hätten, aber der Verein musste für eine Wettbewerbsfähigkeit in die Infrastruktur und in die Mannschaft investieren. Letztendlich haben wir aber auch eingeräumt, dass die Investitionen in den letzten zwei Jahren natürlich nicht immer den notwenigen sportlichen Erfolg gebracht haben. Aber für einen eingetragenen Verein geht es ja nicht um die Frage der Rücklagen, sondern um die Frage: 'Wie viele Verbindlichkeiten nimmt man auf für langfristige Investitionsmaßnahmen?' Ich bin nach wie vor der festen Auffassung, dass es richtig war, diese Verbindlichkeiten aufzunehmen, um diesen Verein langfristig so aufzustellen, wie er jetzt steht. Diese aktuelle Krise konnte ja keiner vorhersehen."

… auf die Frage, ob Schalke noch Geld für Neuzugänge ab: "Zwischen Sorgen, Nöten und Geld für Neuzugänge sind mir die Richtungen zu unterschiedlich. Wir sind momentan in einer schweren Situation, weil wir Liquidität sichern müssen. Damit ist die Frage schon beantwortet. Das Thema Neuzugänge sollte deshalb nicht die Nummer eins sein. Neuzugänge ohne Geld - das ist, was Jochen Schneider im Blick haben muss."

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Rubriklistenbild: © picture alliance/Ina Fassbender/dpa

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