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Schalke nicht nur im Nebel offensiv ratlos: So wird das nichts mit dem Aufstieg

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Von: Sven Schneider

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Schalke 04 verliert verdient beim 1. FC Heidenheim. Trainer Dimitrios Grammozis hat die Mannschaft in einigen Bereichen verstärkt. Nicht so in der Offensive. Ein Kommentar.

Heidenheim - Bei der Weltpremiere in der Voith-Arena mussten Zuschauer im Stadion und vor den heimischen TV-Geräten ganz genau hinschauen, um überhaupt etwas zu erkennen. So wirklich bedauern dürften das wohl nur die Wenigsten. Schalke 04 verlor das allererste Duell mit dem 1. FC Heidenheim (0:1). Höhepunkte gab es aus Sicht des S04-Kaders beinahe keine. Ein Offensivkonzept ist bei Schalke 04 kaum vorhanden.

VereinFC Schalke 04
TrainerDimitrios Grammozis
Gründung4. Mai 1904, Gelsenkirchen
Mitglieder160.023 (1. September 2019)

Schalke ohne Offensivkonzept: So steigt S04 nicht wieder auf - Kommentar

Eine enttäuschende Woche für Schalke 04 ist perfekt. Frühes Aus im DFB-Pokal nach der 0:1-Pleite beim TSV 1860 München inklusive heftiger Trainer-Kritik am Dienstag, Dämpfer in der 2. Liga inmitten der Aufbruchstimmung in Gelsenkirchen am Freitag. Schalke 04 verlor nach vier gegentorlosen Siegen in Folge. Aus sportlicher Sicht Gang und Gäbe, reist doch jede Mini-Serie irgendwann einmal. Mit Weitblick auf die kommenden Wochen jedoch suchen die Knappen noch immer nach einem Spielkonzept.

57 Prozent Ballbesitz, 46 Kilometer gelaufen und 59 Prozent aller Zweikämpfe gewonnen. An kämpferischer Einstellung mangelte es Schalke 04 sicherlich nicht gegen den 1. FC Heidenheim am Freitagabend. Nicht nur am 12. Spieltag der 2. Liga wurde der Malocherklub auf dem Rasen seinem Namen gerecht. Doch förderte nicht erst der 12. Spieltag krasse spielerische Mängel zutage.

Schalke ohne Offensivkonzept: Thomas Ouwejan wird zur Lebensversicherung für S04

Gegen Dynamo Dresden waren es zwei Standardsituationen und Thomas Ouwejan, die den letztlich zu deutlichen Schalker Heimsieg perfekt machten. In Hannover schlug Marcin Kaminski in der Nachspielzeit zu und gegen Hansa Rostock spielte Simon Terodde nicht schön, aber effektiv.

Oftmals ist es die individuelle Klasse, die den Unterschied ausmacht. Das sollte natürlich die Basis sein, wenn ein Verein mit einer derartigen Historie und Strahlkraft wie Absteiger Schalke 04 nun in der 2. Liga kickt. Auf Dauer jedoch wird das nicht reichen für das große Ganze - den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga.

Thomas Ouwejans Flanken sind zwar in der Regel brandgefährlich, jedoch aktuell das wohl einzige Mittel, auf das Schalke 04 neben den Standardsituationen setzt. Dreimal dürfen Nicht-Schalke-Fans raten, wer eben jene ruhende Bälle tritt. Nicht auszudenken, was passiert, sollte der Niederländer mal verletzungsbedingt länger fehlen. Ein Vorgeschmack liefert die Anfangsphase im DFB-Pokal gegen TSV 1860 München.

Schalke ohne Offensivkonzept: Trainerdiskussion wäre viel zu früh bei S04

Eines ist Trainer Dimitrios Grammozis zugute zu halten: Schalke 04 stellt die drittbeste Abwehr der 2. Liga, läuft und kämpft über 90 Minuten auf dem Platz. Zu beinahe keinem Zeitpunkt der Saison hatten Außenstehende das Gefühl, die Mannschaft hätte sich aufgegeben. Eine Trainerdiskussion erübrigt sich ob eines Tabellenplatzes im oberen Drittel. Doch auf dem Weg nach vorne ist das, was die Grammozis-Elf wöchentlich auf dem Rasen abliefert, (noch) nur Ligamittelmaß.

„Sie haben alles investiert, sie wollten Schalke erlegen und das ist ihnen heute leider gelungen“, sagte Schalkes Torhüter Martin Fraisl nach der Niederlage gegen den 1. FC Heidenheim bei Sky. „Das ist das Schlimmste, was in der 2. Liga passieren kann. Bei diesem Nebel gegen diese Mannschaft. Sie spielen 90 Minuten Mann gegen Mann, da können wir unseren Stürmern keinen Vorwurf machen“, fügte er an. Doch S04 muss gegen jede Mannschaft in der 2. Liga spielerische Lösungen finden. Auch bei Nebel, auch gegen Heidenheim. Dafür ist die individuelle Klasse viel zu hoch. Grammozis sollte schnellstmöglich eine neue Spielidee entwickeln.

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