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Neuer Aufsichtsrat steht: „Bleibe bis zu meinem letzten Atemzug asozialer Schalker“

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Von: Sven Schneider

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Der neue Aufsichtsrat des FC Schalke 04 steht. Zwei Kandidaten setzten sich klar durch. Peter Lange als scheidendes Mitglied erhielt stehende Ovationen.

Gelsenkirchen - Zwei Plätze waren zu vergeben, vier Kandidaten stellten sich zur Wahl. Bei der Mitgliederversammlung 2022 des FC Schalke 04 wurde der neue Aufsichtsrat gewählt. Ein scheidendes Mitglied wandte sich zum Abschluss noch einmal an die anwesenden Fans. Für seine Rede erntete er Applaus und sogar Standing Ovations.

Schalke: Neuer Aufsichtsrat steht - Mitglied entschuldigt sich und erntet Applaus

Ein wirkliches Kopf-An-Kopf-Rennen um die begehrten Plätze im Schalker Aufsichtsrat war es nicht. Johannes Struckmeier setzte sich klar und deutlich mit 2533 Stimmen gegenüber der Konkurrenz durch. Der 37-Jährige, der schon seit der vergangenen Mitgliederversammlung Teil des Schalker Aufsichtsrats ist, wusste die Menschen mit seiner Rede aus dem heimischen Wohnzimmer zu überzeugen. Der Grund: Eine Coronavirus-Erkrankung.

Dabei setzte Johannes Struckmeier besonders auf eins: Schalke 04 soll in Zukunft den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Und dabei wolle er weiterhin helfen. Ihn in Zukunft im breit aufgestellten Aufsichtsrat unterstützen wird zudem Rolf Haselhorst. Der 64-Jährige studierte Sportwissenschaften in St. Gallen und will und darf künftig dank 1592 Stimmen sein Wissen für Schalke 04 einsetzen. Sein Leitbild: Königsblau soll ein eingetragener Verein bleiben.

Schalke: Johannes Struckmann und Rolf Haselhorst in den Aufsichtsrat gewählt

Zudem sollen die Schulden des Vereins weiter abgebaut, für die der nicht entlastete Vorstand und Aufsichtsrat mitverantwortlich ist. Zugleich die Knappenschmiede und Scoutingabteilung finanziell unterstützt werden, damit der „nächste Leroy Sané, Bruder von Sidi Sané, und nächste Julian Draxler“ schon bald zu den Profis stoßen könne. Weitere Punkte, die Rolf Haselhorst auf dem Herzen hat: Kommerzialisierung habe bei Schalke 04 nichts zu suchen. Zudem soll Königsblau für jeden Fan bezahlbar bleiben.

Keine Chance hatten Martin Engel mit 1058 Stimmen und Dr. Meinolf Wiedenbach mit 684 Stimmen. Eine zweite Chance bei den Fans bekam hingegen Peter Lange. Das jahrelange Mitglied scheidet nach dem Ende seiner Amtszeit aus dem Schalker Aufsichtsrat aus. Zum Abschied betrat er noch einmal das Podium. Rückblick: Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Juli 2021 war Peter Lange noch heftig ausgebuht worden für seine enge Zusammenarbeit mit Ex-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies.

Schalke: Peter Lange entschuldigt sich und erntet stehende Ovationen

Deutlich anders war die Reaktion der Mitglieder knapp ein Jahr später. Peter Lange nahm die Schuld der Schalker Krise mit auf sich. Als Teil des Aufsichtsrats war er eben auch „Teil des Fehlers. Schalke 04 hat in den vergangenen Jahren besonders den finanziellen Kompass verloren. Im letzten Jahr wollte ich aber den Karren mit aus dem Dreck ziehen“, so Peter Lange, der für seine ehrlichen Worte Beifall erhielt.

Des weiteren äußerte Lange vier persönliche Wünsche. So soll Schalke 04 die Energie und den Zusammenhalt weiter leben, S04 solle sich wieder langfristig in der Bundesliga integrieren und nicht erneut absteigen und ein eingetragener Verein bleiben. Und Peter Langes ganz persönlicher Wunsch: Es sollen eben jene Personen zu Rechenschaft gezogen werden, die „das Geld von Rudi Assauer gestohlen haben“, damit Schalkes Ex-Manager in Frieden ruhen kann. „Ich habe zwar noch nie unter Brücken oder in der Bahnhofsmission geschlafen, aber ich bleibe bis zum letzten Atemzug asozialer Schalker“, so Peter Lange abschließend. Die Schalker Mitglieder erhoben sich und klatschen Beifall.

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