Schalke Manager Horst Heldt über Nachwuchs: „Großartiger Erfolg“

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Horst Heldt.

MADRID - Horst Heldt hatte sich am Sonntag telefonisch über das Wirken des blauweißen Nachwuchses in London auf dem laufenden gehalten. „Mein Assistent Gerhard Zuber hat per Telefon live berichtet“, erzählt der Schalke-Manager.

Von Jens Greinke

Heldt durfte sich über einen 3:1-Sieg der U 19 über den FC Chelsea freuen. Und darüber, dass das Nachwuchsteam nun zu den vier besten U 19-Teams Europas gehört.

Dieser „großartige Erfolg“, wie ihn Heldt nennt, ist nur ein weiteres Indiz für die gute Nachwuchsarbeit der Blauweißen. Beim jüngsten Bundesliga-Spiel in Augsburg hatten gleich sieben ehemalige Kicker aus der so genannten „Knappen-Schmiede“ auf dem Platz gestanden. Und auch heute im Rückspiel bei Real Madrid werden sich einige junge Schalker in der Startformation wiederfinden.

Die Nachwuchsarbeit der Schalker ist zwar schon länger bemerkenswert, davon zeugen die Karrieren von Manuel Neuer oder Mesut Özil. In den vergangenen drei Jahren hat sie aber nochmals einen Anschub bekommen. „Wir haben uns damals zusammengesetzt und die Abteilung um 180 Grad umgestülpt“, berichtet Heldt. Ursache dieser Reform, die nicht ohne personelle Konsequenzen blieb, war eine schlechte Zertifizierung sprich Bewertung der Schalker Jugendarbeit seitens des DFB. „Wir haben damals einige Dinge anders gemacht, das fing an bei der Beschilderung der Trainingsplätze und hörte im personellen Bereich auf“, sagt Heldt. So wurde das schlechte Ergebnis effektiv nachgebessert. „Jetzt haben wir wieder drei Sterne, eine bessere Bewertung gibt es nicht“, so Heldt. Direktor der Nachwuchsabteilung ist mittlerweile Oliver Ruhnert, mit Norbert Elgert hat der Verein schon seit langer Zeit „den besten U 19-Trainer in Europa“, wie Heldt meint. Zuletzt kam selbst BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nicht umhin, den Erzfeind zu loben: „Davon können wir uns bei aller Konkurrenz eine Scheibe abschneiden“, sagte der Borussen-Boss.

Zumal sich die Investitionen enorm auszahlen. Allein der Transfer von Manuel Neuer zum FC Bayern München, der knapp 30 Millionen Euro in die Kassen spülte, „hat die Arbeit der Abteilung über Jahre gesichert“, wie Heldt meint. Und weitere Einnahmen winken, wenn zum Beispiel Julian Draxler im Sommer den Klub für 45,5 Millionen Euro verlassen sollte. „Zudem haben wir einen großen Pool an Spielern, auf die wir von seiten der Lizenzspieler-Abteilung zurückgreifen können. Und auf deren Ausbildung wir gezielt Einfluss nehmen können“, sagt Heldt. Zuletzt wurden Donis Avdijai, Pascal Itter und Marvin Friedrich mit Profiverträgen ausgestattet, bald soll Leroy Sane aus der U 19 ebenfalls hochgeholt werden.

Offen lässt Heldt auch die Zukunft der U 23-Mannschaft, die schon länger nicht mehr das direkte Bindeglied zum Profikader darstellt. „Der Sprung erfolgt heute meist aus den tieferen U-Teams, die großen Talente kommen in der zweiten Mannschaft eigentlich nicht mehr zum Einsatz“, so Heldt: „Da müssen wir die weitere Entwicklung abwarten.“

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