Schalke nach 4:0 in Tripolis souveräner Gruppensieger

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Eric Maxim Choupo-Moting traf zweimal für Schalke.

Tripolis - Dem Auftritt in der griechischen Fußball-Provinz könnten bald wieder festliche Abende auf der großen europäischen Bühne folgen: Durch den 4:0 (2:0)-Erfolg bei Asteras Tripolis zieht der FC Schalke 04 als einziger deutscher Gruppenerster in die K.o.-Runde der Europa League und darf bei der Auslosung am Montag auf namhafte Gegner hoffen.

Allerdings gehen die Schalker einigen ganz schweren Brocken wie dem FC Porto oder Manchester United zunächst aus dem Weg. Nächster Gegner in der Runde der letzten 32 Teams ist entweder einer der Gruppenzweiten der Europa League oder einer der vier schlechtesten Absteiger aus der Champions League: dazu gehören Galatasaray Istanbul, Schachtjor Donezk, FC Sevilla oder FC Valencia. „Die Europa League ist ein Klasse-Wettbewerb, in der K.o.-Runde wird es auf die Tagesform ankommen“, meinte André Breitenreiter.

Der Schalker Trainer überraschte in Tripolis mit dem Einsatz von Sidney Sam von Beginn an. Der Ex-Nationalspieler hatte nach der Aufhebung seiner Suspendierung zuletzt acht Wochen aufgrund verschiedenster Blessuren und Erkrankungen gefehlt. Der Einsatz Sams in Griechenland dürfte vor allem aus verkaufstaktischen Gründen erfolgt sein: Nach wie vor soll Eintracht Frankfurt Interesse an dem Ex-Leverkusener haben, der in Schalke bislang nicht Fuß fassen konnte. Sein Auftritt gestern dürfte den Preis allerdings kaum nachhaltig nach oben getrieben haben.

Insgesamt sechs Wechsel hatte Breitenreiter im Vergleich zum jüngsten Ligaspiel (3:1 gegen Hannover 96) vorgenommen. „Ich will aber nicht, dass das so interpretiert wird, dass wir hier mit dem zweiten Anzug antreten“, hatte Breitenreiter betont: „Denn einen zweiten Anzug haben wir nicht, dazu ist der Kader zu ausgeglichen. Und Schiedsrichter Liran Liany (Israel) hätte fast dafür gesorgt, dass Breitenreiter sein Team auf sieben Positionen hätte verändern müssen: Denn er untersagte Kapitän Benedikt Höwedes das Tragen seiner Armschiene, die er wegen seines Mittelhand-Bruches angelegt hatte. Eine etwas penible Auslegung des Unparteiischen, schließlich hatte Höwedes bereits drei Bundesliga- und ein Europa-League-Spiel mit der Schiene ohne Beanstandung absolviert. Erst als der Schalker Mannschaftsarzt die Manschette gegen einen festen Verband tauschte, durfte Höwedes auf den Platz.

Die Blauweißen hatten die Partie in Tripolis, die vor 5 000 Zuschauern im baufälligen „Stadio Theodoros Kolokotronis“ den Charme eines Regionalliga-Spiels verströmte, bereits zur Halbzeit entschieden. Schalkes „Mr. Europacup“ Franco Di Santo hatte mit seinem fünften Treffer im sechsten Europa-League-Spiel in der 29. Minute für die Führung gesorgt, Eric Maxim Choupo-Moting in der 37. Minute auf 2:0 erhöht.

In der zweiten Halbzeit passierte nicht mehr viel. Die Schalker wollten nicht mehr, die Griechen konnten weiterhin nicht – so plätscherte das Spiel dem Schlusspfiff entgegen. Bis sich Choupo-Moting (78.) und Max Meyer (86.) aufrafften und zum 4:0 trafen. „Jedes Tor tut gut. Darüber freue ich mich natürlich“, meinte Choupo-Moting. „Aber noch mehr freue ich mich über den Sieg. Es war nicht so einfach.“

Die Schalker fliegen heute Vormittag von Griechenland nach München, da am Sonntag die nächste Bundesliga-Partie beim FC Augsburg (15.30 Uhr) auf dem Programm steht.

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