Schalke zittert um Platz drei

Pfiffe statt Punkte: Schalke 0:1 gegen Gladbach

Der Torschütze zum 0:1: Patrick Herrmann.

GELSENKIRCHEN - Am Ende gab es ungeliebte Pfiffe statt der erhofften Punkte: Der FC Schalke 04 läuft Gefahr, im Saison-Endspurt die direkte Qualifikation für die Champions League zu verspielen – oder vielleicht sogar noch Platz vier.

Von Jens Greinke

Statt das Verfolgerfeld durch einen Sieg auf sechs Punkte zu distanzieren, kassierten die Schalker gegen Borussia Mönchengladbach eine 0:1 (0:1)-Niederlage und spüren nun weiter den Atem von Bayer Leverkusen und dem VfL Wolfsburg im Nacken. Die Mönchengladbacher hingegen verdrängten durch den Sieg den FSV Mainz 05 vom sechsten Tabellenrang und können mit nunmehr 52 Punkten sogar noch auf Rang vier hoffen.

Es war der erste Sieg der Fohlen auf Schalke seit 22 Jahren – und der Zeitpunkt hätte für die Gastgeber nicht ungünstiger sein können. Schalke-Coach Jens Keller beklagte nach dem Schlusspfiff „viele leichte Fehler“ seiner Mannschaft. Dennoch bleibt der 43-Jährige für die restlichen beiden Partien beim SC Freiburg und gegen den 1. FC Nürnberg zuversichtlich: „Wir haben immer noch drei Punkte Vorsprung. Ich habe keine Sorge, dass wir Platz drei verspielen. Wir sind weiterhin gut im Rennen.“ Nach der zweiten Niederlage in Folge (1:3 gegen beim VfB Stuttgart eine Woche zuvor) wird Horst Heldt die kommende Saison weiterhin zweigleisig planen müssen. „Ich liege zwar nicht die ganze Zeit auf dem Sofa“, hatte der Schalker Manager vor der Partie gesagt, „aber es macht die Sache natürlich einfacher, wenn man weiß, welche Möglichkeiten man hat.“

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Schalke verliert 0:1 gegen Mönchengladbach

Auf die entsprechende Antwort muss er vorerst weiter warten. Den Namen Klaas-Jan Huntelaar suchte man in der Startaufstellung vergeblich. Der niederländische Torjäger klagte über einen Infekt und nahm vorerst nur auf der Ersatzbank platz. Mit ein Grund dafür, dass die Schalker im ersten Durchgang vor dem Gehäuse von Marc Andre ter Stegen äußerst blass blieben. Ein Seitfallzieher von Kevin-Prince Boateng stellte noch die größte Herausforderung für den Gladbacher Keeper dar, der den Ball in dieser Szene mit einer Hand über die Latte lenken konnte (14.). Ansonsten zeigten die Gladbacher insbesondere in der ersten Halbzeit, warum ihre Offensiv-Abteilung ligaweit gefürchtet wird. In der 13. Minute musste Schalke-Keeper Ralf Fährmann Kopf und Kragen riskieren, als nach einem schnellen Konter Patrick Herrmann freistehen zum Schuss kam.

Nach einem schlimmen Fehlpass von Joel Matip im eigenen Sechzehner kam Christoph Kramer aus halbrechter Position zum Gewaltschuss (34.) – auch diesen Ball konnte Fährmann noch abwehren. Wenige Sekunden später war er allerdings machtlos, als Patrick Herrmann Maß nahm und den Ball aus gut 16 Metern ins Schalker Tor zirkelte (35.). Den Schalkern fiel auch im zweiten Durchgang nichts ein, was den massiven Defensiv-Riegel der Gladbacher hätte knacken können. Uneffektive Ballstaffetten im Mittelfeld wurden beim Keller-Team zur Regel, was für Unmut auf den Rängen sorgte. Adam Szalai als Vertreter von Huntelaar setzte so gut wie keine Akzente, aber auch der Kreativ-Abteilung der Blau-Weißen mit Boateng, Julian Draxler oder Max Meyer fiel nichts sinnbringendes ein. Schalke-Coach Jens Keller setzte am Ende alles auf eine Karte und löste die Abwehr so gut wie auf, als er Chinedu Obasi, Huntelaar und schließlich auch noch den kopfball-starken Felipe Santana einwechselte – doch letztlich reichte es nicht einmal zum Ausgleich.

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