Nach Real Madrid wartet Hertha BSC

Heldt warnt: "Fallhöhe nach so einem Spiel sehr hoch!"

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Leroy Sané wird zu seinem Traumtor beglückwünscht, während Sami Khedira im Vordergrund sichtlich unzufrieden ist.

MADRID - Leroy Sané begann bereits in der Umkleidekabine mit der mentalen Verarbeitung des soeben Erlebten. "Ich habe da gesessen und mir gedacht, dass da viele gute Spieler waren, an denen ich heute Abend vorbeigelaufen bin", sagte der 19-jährige Schalker Jungprofi nach dem 3:4 in Madrid.

Von Jens Greinke

Dabei war vor allem der Umstand von Bedeutung, dass es Sané oftmals mit dem Ball gelungen war, an diesen vermeintlich galaktischen Real-Stars vorbeizuziehen.

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Wie der überragende Max Meyer (19 Jahre), Torwart Timon Wellenreuther (19) und der später eingewechselte Leon Goretzka (19) gehörte Sané zu jenen Schalker Nachwuchsleuten, denen im Estadio Santiago Bernabeu viel Hochachtung entgegen gebracht wurde.

Dabei hatte Sané von Eric Maxim Choupo-Motings Pech profitiert: Der Kameruner hatte nach gut 20 Minuten einen Schlag in die Wade bekommen und musste mit einem Bluterguss ausgewechselt werden (25.).

Sané nutzte seine Chance äußerst effektiv. Der junge Angreifer, Sohn des ehemaligen Bundesliga-Profis Souleyman Sané, krönte seine bemerkenswerte Leistung in der 57. Minute mit einem herrlichen Schlenzer zum 3:3.

"Ich freue mich sehr, das war ein schönes Tor. Auch wenn ein wenig Glück dabei war", meinte Sané und frotzelte anschließend in Richtung seines Erzeugers: "Es kann gut sein, dass sich mein Vater darüber ärgern wird, dass ich im Bernabeu spielen durfte und er nicht. Dazu habe ich dort auch noch getroffen."

"Die Zukunft der Mannschaft ist nachhaltig gesichert", meinte Roberto Di Matteo angesichts der jugendlichen Manpower, die Schalke in Madrid auf den Platz gebracht hatte.

Zumal mit Thilo Kehrer und Maurice Multhaup noch zwei weitere Nachwuchs-Talente auf der Bank gesessen hatten, denen Schalkes Coach ebenfalls das Potenzial für eine große Karriere zuspricht. "Wir haben in der Bundesliga eine der jüngsten Mannschaften", konstatierte auch Manager Horst Heldt.

Fotostrecke der Partie in Madrid

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Er gab in diesem Zusammenhang bekannt, dass der in der Winterpause von Manchester City ausgeliehene Matija Nastasic einen Vertrag bis 2019 erhalten habe. Der Serbe ist 21 Jahre jung.

Andererseits warnte Schalkes Manager: "Solche Leistungen wecken auch bei anderen Verein Begehrlichkeiten." Leroy Sané wird nun erst einmal seinem Vater erzählen müssen, wie es ist, im Bernabeu-Stadion ein Tor zu schießen. Viel Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen, wird der 19-Jährige wahrscheinlich nicht haben.

"Wir müssen uns nun auf das Spiel bei Hertha BSC fokussieren", sagte Heldt. Da Choupo-Moting am Samstag wahrscheinlich noch ausfallen wird, könnte Sané zu einem weiteren Einsatz kommen. Und Heldt warnte: "Nach so einem Spiel wie in Madrid ist die Fallhöhe sehr hoch."

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