Horst Heldt: "Müssen einen langen Atem haben"

+
Horst Heldt

GELSENKIRCHEN - Es war noch am Flughafen in Lissabon, als Horst Heldt ungewohnt nachdrücklich um Geduld bat. „Wir sind in einer Phase, in der wir erhebliche Probleme haben“, bekannte der Schalker Manager nach dem schwachen Auftritt bei Sporting Lissabon.

Von Jens Greinke

Dieser war der in einer 2:4-Niederlage geendet und bewiesen, woran es der Mannschaft derzeit alles mangelt. Für den größten Wirbel in der Nachbereitung der Partie in Lissabon hatte Kapitän Benedikt Höwedes gesorgt, der wie schon zuvor Cheftrainer Roberto Di Matteo und Heldt selbst den Fitness-Zustand des Teams bemängelte. „Es war nicht nur die geistige Frische, es war auch körperliche Frische, die uns gefehlt hat. Wir müssen im Winter ausgiebig daran arbeiten, dass wir alle fit sind“, hatte der 26-Jährige gemeint – und damit die Trainingsarbeit von Di Matteos Vorgänger Jens Keller moniert.

„Wir müssen uns bis zur Winterpause durchwurschteln“, sagte im Anschluss auch Horst Heldt, der um Geduld bittet: „Ich kann nichts verlangen, was momentan nur bedingt durchsetzbar ist.“ Womit Heldt einerseits die aktuell sieben Ausfälle meint, andererseits aber auch den Umstand, dass Roberto Di Matteos nicht von heute auf morgen fruchten kann.

„Im Winter kann er dann extremen Einfluss nehmen“, sagt Heldt hinsichtlich des Trainingslagers in Doha vom 6. bis zum 16. Januar. Dann hofft Heldt, dass zudem wieder einige der Verletzten in den Kader zurück gekehrt sind. „Bis dato müssen wir versuchen, die Probleme zu minimieren“, sagte der Manager weiter und fügte mit recht mit leichtem Vibrieren in der Stimme an: „Wer nicht versteht, dass man da einen langen Atem haben muss, der wird es schwer haben, eine so lange Strecke zu gehen.“

Bilder vom Spiel in Lissabon:

FC Schalke verliert bei Sporting Lissabon mit 4:2

Für den 44-Jährigen ist vor allem relevant, „dass noch nichts entschieden ist“. Die Mannschaft könne in der Königsklasse und in der Bundesliga schließlich „noch alle Ziele erreichen“. Und deshalb fordert Heldt: „Wir müssen jetzt nicht in Panik ausbrechen.“

Am Samstag im Auswärtsspiel beim SC Freiburg (15.30 Uhr) könnte die Mannschaft kann die Mannschaft zumindest im Liga-Alltag wieder die Erfolgsspur aufnehmen. Heldt ist optimistisch, „weil wir in Freiburg zuletzt immer ganz gut ausgesehen haben“.

Personell muss Di Matteo allerdings auch im Breisgau wieder den Notstand verwalten. Es fehlen weiterhin Joel Matip (Fußprellung), Julian Draxler (Operation nach Sehneneinriss im rechten hinteren Oberschenkel), Leon Goretzka, Felipe Santana, Fabian Giefer (alle Aufbautraining nach Muskelbündelrissen), Jefferson Farfan (Reha nach Knorpelschaden im Knie) und Sead Kolasinac (Reha nach Kreuzbandriss). Abwehrspieler Felipe Santana hat unterdessen nach seinem im August erlittenen Muskelbündelriss gestern Vormittag wieder intensive Lauf- und Sprinttests absolviert.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare