Nach der Millionen-Einnahme

Wie Schalke 04 die Kehrer-Millionen investieren will

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Sebastian Rudy wird offenbar auch vom FC Schalke 04 umworben.

Der Wechsel von Thilo Kehrer nach Paris spült fast 40 Millionen Euro in die Kassen des FC Schalke 04. Ein Teil könnte für Sebastian Rudy investiert werden.

Gelsenkirchen – Vielleicht war es etwas naiv von Domenico Tedesco zu glauben, dass er von der Öffentlichkeit unbemerkt mal eben so nach München fliegen kann. Der 32-Jährige hat nach seiner ersten Saison als Cheftrainer des FC Schalke 04 bereits eine enorme Prominenz erlangt, weshalb sein Trip nach Süddeutschland am Dienstag auch nicht unentdeckt blieb. Bereits im Flieger war Tedesco fotografiert worden. An die Presse wurde schließlich ein Foto von einem fleißigen Leserreporter geliefert, auf dem zu sehen war, wie Tedesco mit zwei seiner Assistenten recht unbeschwert durch die Ankunftshalle schlenderte.

„Wir waren in München, das kann ich nicht leugnen“, sagte Tedesco am Mittwoch mit einem Schmunzeln und ergänzte: „Wir waren nicht zum Vergnügen dort.“ Den Grund seines Kurztrips offenbarte er zwar nicht, doch stehen die Chancen gut, dass es sich dabei um Sebastian Rudy handelt. Der Mittelfeldspieler, der auch mit RB Leipzig in Verhandlungen stehen soll, könnte bald das königsblaue Trikot tragen. Beim FC Bayern sieht der Nationalspieler nach nur zwölf Monaten so langsam seine Felle davon schwimmen, da die Konkurrenz im Mittelfeld des Rekordmeisters extrem ist.

"Wir werden keine Statements abgeben"

Die Schalker wollen ihr Interesse bislang nicht bestätigen. „Wir werden in dieser Gerüchteküche keine Statements abgeben“, sagt Tedesco. Doch ist es kein Geheimnis, dass Schalkes Sportvorstand Christian Heidel bereits im Mai dieses Jahres Interesse an einer Verpflichtung des 28-jährigen Rudy gezeigt hatte. Bei einer Manager-Tagung, bei der er mit Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamindzic zusammengetroffen sei, „ist der Name Rudy gefallen“. 

Damals scheiterte ein möglicher Wechsel offenbar an den fehlenden finanziellen Mitteln der Königsblauen. Jetzt sind die Kassen gut gefüllt, da der Verkauf von Thilo Kehrer nach Paris St. Germain kolportierte 37 Millionen Euro in die Kassen spülen wird. Die Ablösesumme für Rudy, der in München noch einen Vertrag bis 2020 hat, soll bei mindestens fünfzehn Millionen Euro liegen.

Heidel wird gerade bombardiert mit Angeboten

Christian Heidel lässt sich wie sein Cheftrainer ebenfalls keine Statements zu irgendwelchen Spielernamen entlocken. „Wir werden uns nicht in die Karten schauen lassen“, sagt der 56-Jährige angesichts der neuen finanziellen Spielräume. Heidel weiß, dass er durch den Kehrer-Transfer in den Fokus von Spielerberatern in ganz Europa geraten ist, die an Transfermillionen partizipieren möchten. „Ich werde geradezu überfallen mit Angeboten. Wir bekommen mitunter die kompletten Ersatzbänke der Premier League angeboten“, berichtet Heidel: „Aber wir haben unsere eigenen Ideen.“ Fest stünde, „dass wir ganz sicher noch etwas auf links machen werden“, so der Manager. Dort ist die personelle Situation nach dem mindestens noch bis Herbst währenden Verletzungsausfall von Bastian Oczipka am größten. Und man sei „in konkreten Gesprächen“, wie Heidel verrät.

Der Kauf von Rudy würde für die Schalker auf den ersten Blick wenig Sinn machen. Die Sechser-Position ist mit Nabil Bentaleb, Weston McKennie und dem gerade erst aus Frankfurt gekommenen Omar Mascarell einigermaßen prominent besetzt. Doch Tedesco ist Verfechter eines auch in der Breite hochqualitativen Kaders. Und ein Spezialist für Umschulungen. Sollte Rudy kommen, dürfte die ein oder andere Personal-Rochade zu erwarten sein.

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