Sieglos-Serie hält an

Schalkes Sportvorstand Schneider legt nach umstrittener VAR-Entscheidung vehement nach

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider wütete wegen des zweiten Strafstoßes für Mainz 05. Ihm fehlte der Video-Beweis. Auch Tage danach legte er nach.

Update vom 9. November, 16.42 Uhr: Auch Tage nach dem enttäuschenden 2:2-Remis gegen das Tabellenschlusslicht Mainz 05 sind die Gemüter erhitzt bei Schalke 04. Nach seiner öffentlichen Schelte gegen den Videobeweis und Schiedsrichter Patrick Ittrich legte Sportvorstand Jochen Schneider vehement nach.

VereinFC Schalke 04
TrainerManuel Baum
Stadion/ArenaVeltins Arena
OrtGelsenkirchen

„Meiner Meinung nach darf der Videoschiedsrichter bei der ersten Elfmeterszene […] nicht einschreiten, denn es war keine krasse Fehlentscheidung den Elfmeter nicht zu geben“, so Schneider im Kicker. Der zweite Strafstoß war für ihn ebenfalls eine Fehlentscheidung. „Beim Zweikampf von Kabak gegen Mateta muss der Videoschiedsrichter eingreifen, weil das eindeutig kein elfmeterwürdiges Foul ist – macht er aber nicht“, wird Schneider zitiert.

Kurz vor dem Schlusspfiff hingegen blieb S04 ein fälliger Elfmeter nach Foul an Goncalo Paciencia verwehrt. „Wie hier mit Schalke umgegangen wurde, ist nicht in Ordnung“, zeigt sich Schneider unverständlich. Dennoch machte Schalkes Sportvorstand klar, S04 würde sich ungern in die „Opferrolle“ begeben. Dennoch sei die Regelauslegung beim VAR nicht nachvollziehbar. „Niemand kann kann die Linie nachvollziehen. Das muss sich dringend verbessern“, so Schneider.

Jochen Schneider (Schalke) wütet nach Remis in Mainz wegen Strafstoß

Hamm - Die Reaktion sagte eigentlich alles aus. Mit dem Schlusspfiff sackten die Spieler von Schalke 04 zu Boden. Waren frustriert. Fassungslos. Denn auch im Keller-Duell bei Mainz 05 brach die grausige Negativ-Serie der Königsblauen nicht, die nun seit 23 Spielen in der Bundesliga ohne Sieg sind.

Bei den bis dato punktlosen Mainzern reichte es für den Schalke-Kader „nur“ zu einem 2:2 (1:2). „Gefühlt ist es für mich eine Niederlage“, erklärte Trainer Manuel Baum nach der Partie bei Sky: „Ich hatte das Gefühl, dass wir das Spiel verdientermaßen hätten gewinnen können.“

Schalker Ärger wegen Strafstoß im Spiel in Mainz - Jochen Schneider wütet gegen Video-Beweis

Das Bundesliga-Schlusslicht profitierte zunächst von zwei Foulelfmetern, die Daniel Brosinski (6. Minute) und Jean-Philippe Mateta (45.) verwandelten. Für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte Schalkes Mark Uth (36.). Pech hatten die Mainzer beim 2:2, als Verteidiger Jeremiah St. Juste (82.) den Ball ins eigene Tor lenkte. 

Doch das größere Pech hatten wohl die Schalker. Vor allem mit Blick auf die Entscheidungen der Schiedsrichter um Haupt-Referee Patrick Ittrich. Der erste Strafstoß war dabei weniger strittig, als Matija Nastasic etwas ungestüm gegen Jonathan Burkardt agierte und den Mainzer förnlich zu Boden drückte.

Ittrich schaute sich die Szene erst nach einem Hinweis von Video-Assistent Tobias Reichel noch einmal auf dem Monitor im Stadion an und zeigte dann auf den Punkt. Strafstoß für Mainz. „Den kann man geben, muss man aber nicht“, urteilte Schalkes Trainer Baum. Sky-Experte Didi Hamann meinte hingegen: „Über diesen Elfmeter muss man nicht streiten.“

Schalker Ärger über Strafstoß und fehldenden Video-Beweis in Mainz - Schneider platzt der Kragen

Umso mehr allerdings über den zweiten Strafstoß gegen die Schalker. Diesmal entschied Ittrich ohne Video-Beweis auf Elfer für Mainz. Er ahndete ein Foulspiel von Ozan Kabak gegen Jean-Philippe Mateta. Der Arm des Schalkers war draußen.

Eine Entscheidung, die Jochen Schneider auf die Palme brachte. „Es reicht irgendwann mal“, echauffierte sich Schalkes Sportvorstand am Sky-Mikro. Und das sicher nicht zu Unrecht.

Schneider wies zu Recht darauf hin, dass Mateta im Duell mit Kabak zuerst den Arm ausgefahren und damit das erste Foulspiel in dieser Szene begangen hatte. „Da weiß ich nicht, was im Moment in Köln los ist“, sagte Schalkes Sportboss.

Schalke ärgert sich über zweiten Strafstoß in Mainz - Sky-Experte Hamann zeigt Verständnis

Denn diesmal kam kein Hinweis aus dem „Kölner Keller“, dass sich Schiedsrichter Ittrich die Szene noch einmal anschauen sollte. „Wenn man das nicht sieht, dann ist das - ich muss jetzt aufpassen, dass ich nichts Falsches sage - ungeheuerlich“, sagte Baum: „Den zweiten Elfmeter darfst du einfach nicht geben“, reklamierte Schalkes Trainer zurückhaltender als sein Vorgesetzter. In der Pressekonferenz ergänzte er: „Der Schiedsrichter hatte nicht seinen besten Tag. Dass man nicht immer die richtige Entscheidung trifft, kann man passieren. Aber wenn man noch einen Video-Assistenten hat, stellt sich die Frage, wo der hingeschaut hat.“

Schneider stellte bei all der Reklamation klar, dass sich Schalke selbst in die aktuelle miserable Situation gebracht habe. „Aber in einer Phase, in der wir am Drücker sind, so einen Elfmeter gegen uns zu bekommen – es reicht jetzt. Wir fühlen uns schlecht behandelt.“

Schalkes Trainer Manuel Baum hielt sich mit der Schiedsrichter-Kritik zurück.

Unterstützung bekamen die Schalker dabei von Hamann. „Sie sind von Schiedsrichter Ittrich und dem Video-Beweis nicht gut behandelt worden“, sagte der Sky-Experte. Und verwies auf eine weitere Szene, in der es seiner Ansicht nach eigentlich einen Strafstoß für Schalke hätte geben müssen.

Schalke hätte in Mainz einen Strafstoß bekommen müssen - sagt Didi Hamann

In der 84. Minute zog Moussa Niakhaté Schalkes Stürmer Goncalo Paciencia förmlich zu Boden. Unklar, ob es kurz vor oder im Strafraum begonnen hatte. Schedsirchter Ittrich ahndet es aber gar nicht. Auch aus Köln gab es offenbar keine Hinweise.

„Er fängt außerhalb des Sechzehners an, ihn zu halten. Das ist das einzige, was man dem Video-Beweis zugutehalten kann“, meinte Ex-Profi Hamann: „Normalerweise musst du diesen Elfmeter geben.“

Schalkes Trainer Baum, der sich mit Blick auf die Torwart-Frage Frederik Rönnow vs Ralf Fährmann noch zurückgehalten hatte, wollte dagegen gar nicht erst anfangen, jede Szene zu diskutieren. „Ich weiß nicht, ob ich ihn gepfiffen hätte“, sagte er nur. Sportvorstand Schneider hatte diese Szene wohl zu diesem Zeitpunkt nicht vor Augen. Seine Wut-Rede wäre sonst wohl noch etwas heftiger ausgefallen.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa/picture alliance

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare