Schalker Arbeitssieg in Hannover

S04-Trainer Stevens lobt die Torwartleistung

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Torwart Alexander Nübel rettete Schalke 04 den knappen Sieg in Hannover.

Selten war der Begriff „Arbeitssieg“ zutreffender. Mit einem etwas glücklichen 1:0 (1:0)-Erfolg bei Hannover 96 hat sich der FC Schalke 04 im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga ein wenig Luft verschafft.

Hannover – Es ist anzunehmen, dass auch Interimstrainer Huub Stevens sich über den 1:0-Sieg von Schalke 04 in Hannover gefreut hat. Nur sein Gesicht drückte dies bei der Pressekonferenz nach der Partie irgendwie nicht aus. „Es war ein hart erkämpfter Erfolg“, knurrte der Niederländer mit grimmiger Miene und fügte hinzu: „Mit dem nötigen Quäntchen Glück und einer guten Torwartarbeit kann man eine Begegnung gewinnen. Aber die Leichtigkeit kannst du nicht erwarten in unserer Situation.“

Damit sprach der Coach gleich eine der größten Baustellen an, die trotz des Dreiers in Hannover bei den Königsblauen nach wie vor nicht geschlossen ist. Denn fußballerisch offenbarten die Schalker auch in der niedersächsischen Landeshauptstadt und nach der zweiwöchigen Länderspielpause einige Mängel. „Spielerisch war in der zweiten Hälfte nicht viel vorhanden, auch Ballbesitz war nicht da“, räumte Torhüter Alexander Nübel ein.

Hannover übernahm nach Chance von Nastasic das Kommando

Zwar besaß Matija Nastasic nach einem Freistoß von Sebastian Rudy per Kopf die erste gute Möglichkeit der Partie (12.), danach aber übernahmen erst einmal die Niedersachsen das Kommando, die kurzfristig noch den Ausfall des angeschlagenen Angreifers Jonathas (Probleme am Hüftbeuger) hatten hinnehmen müssen.

Hendrik Weydandt prüfte Schalkes Torwart Alexander Nübel aus gut 20 Metern, doch der Schlussmann lenkte die Kugel ins Aus (18.). Ansonsten passierte vor den beiden Toren über weite Strecken nicht allzu viel im ersten Durchgang. Die Gastgeber, die von Trainer Thomas Doll in den vergangenen Wochen so oft für ihre Lethargie öffentlich attackiert worden waren, agierten zweikampfstark. Mangelnder Wille war den Niedersachsen diesmal nicht vorzuwerfen. Doch es war zu spüren, dass beide Teams Angst vor dem entscheidenden Fehler hatten. 

Daran änderte auch nichts, dass die akustische Übermacht im Stadion eindeutig dem Anhang der Gäste gehörte. Wie erwartet, hatten rund 10 000 Schalker Fans ihr Team gen Norden begleitet und machten die komplette Südseite der Arena zu einer blau-weißen Kurve.

Torschütze Suat Serdar sorgt für Woge der Erleichterung

Und als Suat Serdar nach einem Querpass von Benjamin Stambouli, der in der Fünferkette der Knappen den verletzten Weston McKennie (Außenbandriss) vertrat, die erlösende 1:0-Führung für Blau-Weiß erzielte (39.), schwappte eine Woge der Erleichterung durch das Stadion. Ein Führungstreffer, der zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt in der Luft gelegen hatte.

Die Schockwirkung des Rückstandes hielt bei 96 allerdings nicht lange an. Nach einer Flanke des zur Halbzeit eingewechselten Florent Muslija verlängerte Weydandt auf Nicolai Müller, der den Ball über den Kasten von S04 köpfte (51.). Und auch danach blieben die Roten, die am Samstag durch den Nürnberger Sieg gegen den FC Augsburg auf den letzten Tabellenplatz zurückgefallen waren, in der Begegnung. Ein weiterer Nachweis: Der Versuch von Linton Maina (60.) neben das Tor, nachdem Müller im Strafraum auf dem Ball ausgerutscht war.

Nübel rettet Schalke in gefährlicher Schlussphase

Die Hausherren investierten weiter mehr als die Gäste, die bei Kontern durch Serdar (67.) und Mark Uth (72.) den zweiten Treffer verpassten. Und sie brachten die Schalker Hintermannschaft dabei durchaus in Bedrängnis. Muslijas starker Antritt von der linken Seite mündete in einen Knaller ans Lattenkreuz (75.), Müller scheiterte aus kurzer Distanz an Nübel (77.) und Haraguchi schoss daneben (80.).

S04 verteidigte mit Leidenschaft, benötigte aber einen Schlussmann in Topform. „Ein Weltklassetorwart“, griff Torschütze Serdar verbal gleich ins oberste Regal. Die Schalker Fans wussten jedenfalls, dass der Keeper großen Anteil am Ergebnis hatte und feierten Nübel nach Abpfiff mit Sprechchören. Der gab sich bescheiden: „Es ist ein Mannschaftssport. Nie gewinnt einer allein das Ding. Trotzdem habe ich mich über die Gesänge natürlich gefreut.“

Während bei den Knappen gejubelt wurde, schob 96-Trainer Doll einmal mehr Frust. „Ein vernünftiger Auftritt ohne Punkte. Dafür kannst du dir nichts kaufen“, sagte er – und sah dabei ähnlich aus wie Stevens. Aber der, so scheint es, freute sich immerhin nach innen.

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