Enttäuschung nach Rückkehr

Schalke-Trainer Stevens nach Leipzig-Pleite: "Ich tue es aus Liebe"

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Zum Haare raufen: Huub Stevens (links) und Co-Trainer Mike Büskens

Gegen RB Leipzig zeigte der FC Schalke 04 eine couragierte Leistung, für die die Knappen sich nicht belohnten. Vor allem an Interims-Coach Huub Stevens hinterließ das Spuren.

Gelsenkirchen - Viel Aufwand, kein Ertrag: Beim Bundesliga-Heimspiel gegen RB Leipzig (0:1) bewies der FC Schalke 04 besonders eines: Courage. Begonnen hatten die Knappen wie so oft stark, mussten aber, wie so oft in den vergangenen Wochen, den Rückstand hinnehmen. Zurückgekommen sind die Knappen dennoch. Vor allem im zweiten Durchgang erarbeiteten sie sich Chance um Chance.

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Mit einer Ausbeute von 2:19 Erfolgserlebnissen aus den vergangenen fünf Partien zeigte sich aber: Schalke 04 hat das Toreschießen verlernt. Besonders an einem Mann ging das nicht spurlos vorbei: Schalkes Interims-Trainer Huub Stevens.

Große Enttäuschung bei Stevens

"Ich bin enttäuscht, dass wir verloren haben", betonte Stevens mit gesenktem Kopf und grimmiger Mine und fügte an: "Diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich nicht gerne verliere."

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Besonders die Art und Weise der Niederlage stieß dem 65-jährigen Niederländer bitter auf. Nicht, weil er ein schlechtes Spiel seiner Mannschaft gesehen hatte, sondern, weil die Knappen vor allem im zweiten Durchgang seine geforderten Schalker Tugenden auf den Rasen gebracht hatten - und sich dafür nicht belohnten. 

"Die Jungs haben alles gegeben, werden im Spiel enttäuscht, und krempeln dennoch die Ärmel wieder hoch. Deshalb ist es schlichtweg eine Enttäuschung, dass wir heute nichts mitgenommen haben", nahm Stevens seine Truppe in Schutz, der er innerhalb von 24 Stunden zumindest im Ansatz ein anderes Gesicht verliehen hatte.

"Ich habe die Fans gehört, die uns unterstützt haben"

Vertraut hat er dabei seiner Erfahrung: "Ich habe nur das getan, was ich immer getan habe: Ich habe versucht, eine gute Vorbereitung zu machen und die Köpfe frei zu kriegen. Das war das Allerwichtigste." Gelungen ist das dem Niederländer, wenngleich zumindest nach dem unerwarteten Gegentreffer durch Timo Werner die Verunsicherung auf dem Platz und auf den Rängen zu spüren war. 

"Meine Ohren waren gut. Ich habe die Fans gehört, die uns unterstützt haben", antwortete der "Knurrer von Kerkrade" in seiner unnachahmlichen Weise auf die Frage nach seinem Gesundheitszustand. 

18 Gegentreffer kassierten die Königsblauen in den vergangenen vier Pflichtspielen. Unter der Woche gleich sieben bei der Champions-League-Blamage von Manchester. "Gegen den schnellen Fußball, den Leipzig spielt, musst du eine gute Organisation haben. Wenn du das nicht hast, weißt du, dass du Probleme bekommst. Ich denke, dass die Organisation gut gewesen ist", hob Stevens die Arbeit seiner Fünferkette hervor.

Spanienreise kommt für Stevens ungelegen

Dennoch wartet in den kommenden Wochen noch viel Arbeit auf das Trainergespann Stevens/Mike Büskens. Spätestens zum Kellerkrimi in zwei Wochen bei Hannover 96 muss sich vor allem die Chancenverwertung verbessern. 

Erfreut über die anstehende Spanienreise während der Länderspielpause zeigte sich der Niederländer nicht: "Wir werden das Testspiel in Sevilla nutzen, um den einen oder anderen Verletzten zurückzuholen. Ich hätte lieber hier richtig durchtrainiert durch die Woche. Wir werden Dienstag und Mittwoch zwei Mal trainieren und dann am Donnerstag dorthin fliegen. Anschließend brauchen die Jungs aber Ruhe, um gut vorbereitet zu sein auf das nächste Bundesliga-Spiel", so Stevens. 

Stevens vor "schwierigster Aufgabe" seiner Karriere

Ruhe, die Stevens in den kommenden Wochen nicht bekommen wird, rutschen die Königsblauen immer tiefer in den Abstiegskampf hinein. "Das ist der schwierigste Job, den ich bisher erlebt habe", zeigte sich der Trainer realistisch ob der schwere der Aufgabe. Dennoch ist es eine Herzensangelegenheit für ihn: "Ich steige in etwas ein, das ich nicht nötig habe. Aber ich tue es aus Liebe."

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