Schalke 04

Huntelaar droht auf Schalke Abgang durch die Hintertür

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Derzeit nur ein Platz auf der Bank: Klaas-Jan Huntelaar

Gelsenkirchen - Klaas-Jan Huntelaar scheint beim FC Schalke 04 auf dem Abstellgleis gelandet. Seit seiner Knieverletzung und der Verpflichtung von Torjäger Guido Burgstaller ist der 33-Jährige nicht mehr erste Wahl. 

Als Klaas-Jan Huntelaar im August 2010 als neuer Stürmer des FC Schalke 04 vorgestellt wurde, sparte der Verein nicht an Pomp und Show. Der „Hunter“ kam zu lauter Musik durch den Spielertunnel in die bunt beleuchtete Mixed Zone, wo die Journalisten auf den neuen Star warteten. Nun droht dem 33-Jährigen ein Abgang durch die Hintertür. Denn dass sein Vertrag auf Schalke noch einmal verlängert wird, gilt als sehr unwahrscheinlich.

Manager war seinerzeit Felix Magath, der den Niederländer vom AC Mailand losgeeist hatte. Für 14 Millionen Euro. Magath sagte bei der Präsentation: „Der Jan-Klaas weiß, wo das Tor steht.“ Dass jemand die beiden Vornamen des Niederländers in Gelsenkirchen vertauscht, passiert heute auf Schalke so gut wie nicht mehr. Dafür sorgte der „Hunter“ durch seinen Ehrgeiz, seine Leidenschaft auf dem Platz und nicht zuletzt durch seine Tore. 81 sind es mittlerweile in 168 Liga-Spielen geworden. Doch seine Karriere als „Königsblauer“ scheint sich dem Ende zuzuneigen.

In dieser Saison kam der 33-Jährige erst neun Mal zum Einsatz, davon fünf Mal in der Startelf. Dass er am Samstag (15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) von Beginn an gegen Borussia Dortmund auflaufen darf, daran glaubt so gut wie niemand. Huntelaar ist aufs Abstellgleis geraten.

"Alternative, die wir immer brauchen können"

Grund hierfür sind eine Verletzung und eine Neuverpflichtung in der Winterpause. Während sich Huntelaar Ende Oktober 2016 einen Außenbandanriss im Knie zuzog und danach über drei Monate ausfiel, kam in der Winterpause Guido Burgstaller vom 1. FC Nürnberg zu den Schalkern. Und der Österreicher schlug ein mit seinen Treffern. „Guido hat seine Chance genutzt, auch weil andere verletzt waren. Klaas-Jan hat drei Monate wegen seinen Knies nicht zu Verfügung gestanden, das wirft einen zurück“, sagt Markus Weinzierl. Schalkes Cheftrainer beteuert, dass er trotzdem froh ist, einen wie Huntelaar im Kader zu haben: „Wir wissen, das Hunter im Sechzehner eine Superquote hat. Wir haben da eine Alternative, die wir immer brauchen können.“

Doch diese Alternative ist teuer. Sechs Millionen Euro sollen jährlich auf das Konto des 76-fachen niederländischen Nationalspielers fließen. Zu viel Geld für einen, den der Trainer lediglich als Alternative einstuft. Sportvorstand Christian Heidel bleibt in seinen Aussagen deshalb auch erst einmal zurückhaltend, wenn er auf eine mögliche Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrages angesprochen wird. 

Verdienste unbestritten

„Wir haben uns Mitte Januar darauf verständigt, dass er erst einmal richtig gesund werden soll. Wir haben jetzt noch neun Spiele und ich denke, dass wir uns in ungefähr vier Wochen zusammensetzen werden. Dann werden wir darüber reden, wie er die Zukunft sieht und wie wir die Zukunft sehen“, sagt der 53-Jährige und ergänzt: „Die Situation, wie sie gerade ist, die sieht jeder, da brauche ich nichts zu interpretieren.“

Heidel weiß um die Verdienste des Stürmers. „Diese sind unbestritten“, sagt er. „Er ist dem Verein immer treu geblieben, das darf man ihm nicht als Nachteil auslegen. Auf der anderen Seite – und das weiß Klaas-Jan – geht es bei uns um Leistung. Und der Trainer hat zu entscheiden, wer auf dem Feld steht und wer nicht. Und da nimmt kein Trainer der Welt Rücksicht darauf, ob einer schon sieben Jahre im Verein ist und viel erreicht hat. Das ist eine Selektion aus dem Training“, sagt der Sportvorstand, der sich sicher ist: „Klaas-Jan ist viel zu lange Profi, dass er das nicht anders einschätzt. Aber natürlich spricht man mit so einem Spieler anders über die Zukunft als mit einem Spieler, der erst ein Jahr da ist. Wir werden respektvoll miteinander umgehen. Aber Respekt hat nichts damit zu tun, dass jemand aufgestellt wird. Das hat nur mit Leistung zu tun.“

Wie Huntelaar seine Position selbst sieht, bleibt vorerst sein Geheimnis. Interview-Anfragen auch unserer Redaktion lehnte der Niederländer ab.

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