Schalke: Hildebrand erhält Vertrag bis 2012

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Timo Hildebrand absolvierte gestern bereits seine erste Einheit im Schalker Trainingsanzug.

LARNACA/GELSENKIRCHEN - Horst Heldt kam gut gelaunt in die Abflughalle des Flughafens in Larnaca geschlendert, stellte sein Handgepäck ab und antwortete auf die Frage, was es Neues gäbe: „Timo Hildebrand absolviert gerade in Gelsenkirchen den medizinischen Check.“

Damit betätigte Schalkes Managers gut zwölf Stunden nach dem 5:0 (3:0)-Sieg über AEK Larnaca, was sich bereits seit Tagen abgezeichnet hatte. Am Abend in Gelsenkirchen unterschrieb Hildebrand dann einen Vertrag bis zum Ende der Saison. „Ich bin voller Tatendrang und freue mich riesig auf diese tolle Aufgabe“, sagte der 32-Jährige. Die Schalker reagierten mit der Verpflichtung Hildebrands auf die schwere Knieverletzung von Ralf Fährmann. Der 23-jährige Stammkeeper hatte sich am vergangenen Wochenende einen Bänderriss und einen Kreuzband-Anriss zugezogen. Statt einer konservativen Behandlungsmethode, die ihn für gut drei Monate außer Gefecht gesetzt hätte, wird sich Fährmann nun aller Voraussicht nach operieren lassen – und fällt danach sechs Monate aus.

„Wir mussten reagieren, zwei Keeper sind einfach zu wenig“, erklärt Heldt das Engagement des arbeitslosen Ex-Nationalkeepers Hildebrand. Heldt habe die Verpflichtung zuvor mit den beiden Torhüter Lars Unnerstall und Mathias Schober besprochen. „Beide waren ebenfalls der Meinung, dass wir einen dritten Mann brauchen.“

In der Torwart-Hierarchie dürfte sich vorerst nichts ändern. Trainer Huub Stevens will sich von Hildebrand im Training zunächst einmal ein Bild machen. Am Sonntag bei Bayer Leverkusen (15.30 Uhr) steht auf alle Fälle erst einmal wieder Unnerstall zwischen den Pfosten. Die 21-jährige Nummer 2 der Schalker hatte in der einseitigen Europa-League-Partie gegen Larnaca zwar kaum Gelegenheiten gehabt, sich auszuzeichnen. Doch hinterließ er bei Stevens bislang einen guten Eindruck.

Für Hildebrand könnte sich nun dennoch eine neue Chance eröffnen. „Natürlich entscheidet letztlich die Leistung darüber, wer spielt“, sagen Heldt und Stevens unisono. Schalkes Manager kennt den ehemaligen, siebenfachen Nationalkeeper noch aus seinen Stuttgarter Zeiten. „Ich habe ihm damals einen Fünf-Jahres-Vertrag angeboten, doch Timo entschied sich dafür, zum FC Valencia zu wechseln“, erinnert sich Heldt. In Spanien wurde Hildebrand allerdings nie glücklich, wechselte nach eineinhalb Jahren 2009 wieder zurück in die Bundesliga nach Hoffenheim. Doch auch dort fand er seine alte Form nicht wieder. Hildebrand verließ Hoffenheim 2010 und heuerte bei Sporting Lissabon an, wo er aber nicht zum Einsatz kam. Zuletzt war er vertragslos und hielt sich beim Zweitligisten Eintracht Frankfurt fit. „Es könnte für beiden Seiten einen Win-Win-Situation werden“, hofft Horst Heldt: „Vielleicht schafft es Timo, sich auf Schalke wieder interessant zu machen. Vielleicht ja auch sogar für ein längeres Engagement bei uns.“

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