S04 in 2. Liga

Schalke-Abstieg: Vereinsikone hält emotionale Wutrede - „Wenn dann einer sagt ...“

Der FC Schalke 04 ist abgestiegen. Gerald Asamoah stellte sich anschließend den Fragen, vergoss bittere Tränen und wurde mit Blick auf die Mannschaft emotional.

Bielefeld - Seine aktive Fußballerkarriere hat Gerald Asamoah schon lange beendet. Und dennoch war der Dienstagabend als Ex-Profi wohl schmerzhafter als die berühmte Vier-Minuten-Meisterschaft im Mai 2001. Nach dem Schlusspfiff des Unparteiischen schlich die Vereinsikone mit gesenktem Kopf und Tränen in den Augen über den Bielefelder Rasen.

NameGerald Asamoah
Geboren3. Oktober 1978, Mampong, Ghana
EhepartnerinLinda Asamoah (verh. 2001)
ElternWilliam Asamoah

Für die Meisten war es nur noch eine Frage der Zeit. Das Ende der Leidenszeit, Gewissheit für die Zukunft, Neuanfang im kommenden Sommer. Der FC Schalke 04 ist am 30. Bundesliga-Spieltag in die 2. Liga abgestiegen. Die 0:1-Pleite besiegelte die Zweitklassigkeit.

Schalke: Wutrede von Gerald Asamoah wegen Abstieg - „Wenn dann einer sagt ...“

„Wir wussten was auf uns zukommt“, sagte Gerald Asamoah am Sky-Mikrofon. Zuvor musste er immer wieder tief durchschnaufen. Pure Enttäuschung, Trauer, Wut, Ringen nach Fassung. Es war alles dabei beim 42-Jährigen, der nun hinter den Kulissen als Teammanager weiter an der Zukunft arbeiten wird. Mit dem neuen Sportvorstand Peter Knäbel, mit vielleicht neuem Personal. Jetzt allerdings herrscht erst einmal Trauer, wie Asamoah betonte.

„Wenn man merkt, es ist jetzt vorbei, ist das schon hart. Mir fehlen die Worte“, so Asamoah weiter. Der FC Schalke 04 ist weg, weg aus der Bundesliga. Kein Revierderby gegen Borussia Dortmund in der Saison 2021/22. Kein Kampf um das internationale Geschäft. Wann und ob der doch so stolze Klub ins deutsche Oberhaus zurückkehren wird - ungewiss. Der Blick auf die Tabelle trügt nicht. 13 Punkte nach 30 Spielen, zudem ein Torverhältnis von 18:76. Weder fehlendes Spielglück noch Verletzungspech haben die Schalker Pleitentour 2020/21 zu verantworten.

Schalke-Abstieg: Gerald Asamoah schießt heftig gegen Mannschaft

„Wir haben alle enttäuscht, und da muss sich jeder hinterfragen, der in dieser Mannschaft war. Wenn du Tabellenletzter bist und 13 Punkte hast - wenn dann einer sagt, er hat alles gegeben, dann weiß ich nicht, was ich mit dieser Person machen soll“, wurde Asamoah deutlich. Seine Emotionalität hätte der leblose Schalker Kader wohl gebraucht.

Gerald Asamoah, Teammanager FC Schalke nimmt die Maske vor einem Interview aus.

Die allerdings fehlte seit nunmehr über einem Jahr auf den Rängen und in der Mannschaft. „Ich weiß nicht, ob alle verstanden haben, für welchen Verein sie spielen“, so Asamoah weiter, der besonders Verständnis für die Fans zeigte. Wie auch Sportvorstand Knäbel. „Es geht in diesem Moment vor allem um die Fans und die Mitglieder von Schalke 04“, so Knäbel. Der Abstieg in die zweite Liga sei nicht erst in Bielefeld entschieden worden. Nun jedoch steht er fest. Mitleid hat S04 nicht verdient. Und dennoch werden sich viele Fußballfans wünschen, dass Königsblau sehr bald zurückkehrt.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Guido Kirchner

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