Champions League

Schalke erlebt gegen Real ein königliches Debakel

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GELSENKIRCHEN - Das war alles andere als ein königliches Vergnügen für Königsblau: Im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League kassierte der FC Schalke 04 gegen ein furios aufspielendes Real Madrid vor eigenem Publikum eine 1:6 (0:2)-Niederlage und hat somit kaum noch Chancen auf den Einzug in die nächste Runde.

Von Jens Greinke 

Die Reise am 18. März zum Rückspiel im Estadio Bernabeu dürfte für die Mannschaft von Trainer Jens Keller eher den Charakter eines Betriebsausfluges bekommen. Für die Spanier war es ein halbwegs historischer Sieg: weil es nach 25 Partien erst der zweite auf deutschen Boden in ihrer Vereinsgeschichte war. Und auch für die Schalker war es ein Spiel, das in die Vereinsgeschichte eingehen wird: als bislang höchste Heim-Niederlage im Europapokal. „Wir hatten uns viel vorgenommen, aber zu viele individuelle Fehler gemacht. Der Klassenunterschied ist heute deutlich geworden", sagte Julian Draxler nach der Partie. "Dieses Spiel können wir nicht einfach so wegwischen", so der Jungstar mit Blick auf die Partie bei Bayern München am kommenden Wochenende.

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Schalke verliert 1:6 gegen Real Madrid

Im Vergleich zu den jüngsten Partien hatte Jens Keller die Startformation auf zwei Positionen abgeändert. Für Tim Hoogland kehrte der zuvor verletzte Benedikt Höwedes zurück, dessen Einsatz Schalke-Manager Horst Heldt schon einen Tag vorher prognostiziert hatte: „Ich gehe davon aus, dass er spielt.“ Weniger wahrscheinlich war die zweite Personalie: Julian Draxler stand gestern erstmals seit seiner zweieinhalbmonatigen Verletzungen wieder von Beginn an auf dem Platz und ersetzte auf der linken Angriffsseite Leon Goretzka, der zuletzt seinen Vertretungsdienst mehr als gut absolviert hatte. Eine einigermaßen riskante Entscheidung von Keller, da Draxler nach seiner Verletzung erst gut 30 Minuten Einsatzzeit gehabt hatte.

Was sich im Spiel relativ bald bestätigte. Draxler fehlten die notwendigen Prozente, um sein Talent gegen Real zu entfalten. Mit ein Grund dafür, dass der Zauber dieses Abends nicht lange währte. Zwar präsentierten sich die Blauweißen in der Anfangsphase frech und druckvoll, hatten sich nach 36 Sekunden bereits den ersten Eckball erkämpft, den Höwedes nach 59 Sekunden per Kopf fast zur Führung verwandelt hätte – doch dann spielte Real seine unfassbare Klasse mit seinem famosen Sturmtrio Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Karim Benzema aus. In der 13. Minute setzte sich Bale zunächst bis zur Schalker Strafraumgrenze durch, spielte auf Ronaldo, der per Hacke Benzema bediente: 0:1.

Und vielleicht hätte die Partie noch einmal eine andere Wendung genommen, wenn Draxler nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff eine Riesenchance zum Ausgleich genutzt hätte. "Das Tor muss ich machen", zeigte sich Draxler selbstkritisch. Doch so zogen die Königlichen den Königsblauen kurz darauf den Stecker: Santana vertendelte den Ball nach einem unnötigen Rückpass von Draxler an Benzema, der bediente Bale, der Sead Kolasinac und Santana austanzte und zum 0:2 einschoss. Als Schiedsrichter Howard Webb zur Pause bat, durften sich die Schalker bei Ralf Fährmann bedanken, dass sie nicht noch aussichtsloser zurücklagen. Der Schalker Keeper zeigte zwei Glanzparaden gegen Ronaldo (37./45.) und hatte Glück, als der Weltfußballer nur den Pfosten traf (32.).

Die Schalker Hoffnung auf eine Wende im zweiten Durchgang vernichtete Ronaldo recht bald in seiner unnachahmlichen Art: Der Portugiese ließ Joel Matip nach drei bis sieben Übersteigern stehen und hämmerte den Ball aus spitzen Winkel zum 0:3 ins Tor. Man konnte wahrlich nicht behaupten, dass die Zuschauer für ihr Geld nichts geboten bekamen. Benzema (57.), Bale (69.) und Ronaldo (89.) machten das Schalker Debakel mit zwei weiteren Toren perfekt. Immerhin gelang Klaas-Jan Huntelaar in der Nachspielzeit noch ein Traumtor zum 1:6, als er den Ball voller Frust aus 17 Metern volley in den Winkel drosch.

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