Das Ende einer beeindruckenden Serie

Schalke gehen bei 0:3-Niederlage gegen Köln die Ideen aus

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Schalkes Klaas-Jan Huntelaar (M) und Koelns Dominique Heintz (r) kaempfen beim Kopfballduell um den Ball.

Gelsenkirchen - Dass es für die Schalker ein unglücklicher Nachmittag werden würde, wurde spätestens kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit deutlich. Als Schiedsrichter Knut Kircher den Ball in Richtung Mittelkreis warf, wo zwei Kölner Spieler auf den Wiederanpfiff warteten, traf er Franco Di Santo am Hinterkopf.

Kircher entschuldigte sich pflichtbewusst beim Schalker Stürmer, der ein gequältes Lächeln aufsetzte. Nach dem Tag der deutschen Einheit am Samstag sollte eigentlich auch der Sonntag für die Königsblauen ein Feiertag werden. Doch statt dem siebten Pflichtspiel-Sieg in Serie, mit dem Trainer André Breitenreiter einen neuen Vereinsrekord aufgestellt hätte, stand am Ende eine bittere 0:3 (0:1)-Niederlage gegen eine taktisch hervorragend und disziplinierte Mannschaft des 1. FC Köln.

Können nicht jedes Spiel gewinnen

Breitenreiter nahm die Niederlage schließlich mit Fassung. „Wir hatten im letzten Drittel nicht die nötige Präzision. Der FC hat hervorragend gespielt. Wir haben nicht die richtigen Mittel gefunden. Der Gegner war heute besser, das muss man dann auch mal anerkennen. Es war uns klar, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen. Heute war so ein Tag“, sagte der Schalker Coach.

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Breitenreiter hatte seine Mannschaft auf vier Positionen abgeändert. Unter anderem rotierte Roman Neustädter anstelle von Benedikt Höwedes wieder in die Innenverteidigung, was sich am Ende vielleicht sogar spielentscheidend auswirkte. Denn als Leonardo Bittencourt in der 45. Minute einen wunderbaren Diagonalpass auf FC-Stürmer Anthony Modeste spielte, war Neustädter zu weit von seinem Gegenspieler entfernt. Der Franzose war daraufhin ungebremst auf Ralf Fährmann zugerast und hatte dem Schalke-Keeper den Ball durch die Beine zur Kölner Führung ins Netz geschossen. „Durch die Beine, das tut natürlich doppelt weh“, sagte Fährmann, der zuvor 542 Minuten ohne Gegentor geblieben war. Letztlich war es bereits die vorentscheidende Szene in dieser Partie gewesen, denn danach hatten sich die Kölner noch weiter in ihr Schneckenhaus zurückziehen können. Im zweiten Durchgang hatten die Gäste mit zwei schnellen Gegenstößen durch Yannick Gerhardt (79.) und Simon Zoller (84.) den Deckel endgültig drauf gemacht.

Inspiration im Spielaufbau fehlte

Im Gegensatz zu den erfolgreichen Partien zuvor fehlte es den Schalkern gegen Köln vor allem an Inspiration im Spielaufbau. In der ersten Halbzeit liefen die Angriffe der Gastgeber fast durchweg über links oder die Mitte, während über die rechte Seite so gut wie kein Druck auf die Kölner ausgeübt wurde.

Auch einigen Spielern, die in den vergangenen Wochen noch durch hervorragende Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hatten, fielen leistungsmäßig ab. Leroy Sané war bemüht, aber glücklos; Leon Goretzka im Mittelfeld verstand es dieses Mal nicht, den gewohnten Druck durch kluge Zuspiele aufzubauen; und Roman Neustädter gelang nur wenig, was aber auch mit dem strategischen Konzept des Kölner Trainers zu tun hatte: „Wir wollten das Schalker Zentrum dicht machen und den Spielaufbau auf die Innenverteidiger verlagern“, erläuterte FC-Trainer Peter Stöger seinen Matchplan, der ziemlich gut aufgegangen war. Denn weder Neustädter noch Joel Matip waren in der Lage gewesen, eine sinnstiftenden Spieleröffnung zu initiieren. „Wir haben keine Lösung gefunden“, sagte Neustädter.

„Die Köpfe müssen oben bleiben, man darf das jetzt nicht überbewerten“, sagte Fährmann: „Wenn man unsere gesamte Entwicklung sieht, ist das sehr, sehr positiv.“

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